Toll an der Sinterklaas-Zeit fand ich immer schon die vielen Süßigkeiten, die traditionell dazugehören. In erster Linie sind da die chocoladeletters, Buchstaben aus Schokolade, von denen jedes Jahr mehr als 20 Millionen Stück verkauft werden. Aber auch pepernoten (Pfeffernüsse), taaitaai (eine Art Lebkuchen), marsepein (Marzipan) und (gefüllte) speculaas (Spekulatius) sind beliebt.

Chocoladeletters sind bereits seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts ein fester Bestandteil der Nikolaus-Tradition. Waren sie früher nur aus Milch- oder Zartbitterschokolade bekommt man sie längst auch in weißer Schokolade oder mit Haselnüssen und sogar mit Zuckerguss-Verzierungen.
Die Buchstaben-Tradition an sich ist noch älter: Lange bevor es sie aus Schokolade gab, machte man schon Buchstaben aus Brot- und später auch aus Keksteig. Beliebt sind heute noch die so genannten Banketletters. Sie werden aus Blätterteig gemacht und haben eine Füllung aus Marzipan.
Weil man den Anfangsbuchstaben seines Vornamens geschenkt bekommt, sind fast alle 26 Buchstaben des niederländischen Alphabets als chocoladeletter erhältlich. Am populärsten sind aber das M und das S. Nicht nur weil viele Leute einen Namen haben, der mit einem dieser Buchstaben beginnt, sondern auch weil sie so schön groß sind.

Als Kind freute ich mich immer über mein “A” und bedauerte die Jans, die Lauras und vor allem die Ivos, die in meinen Augen mit ihren Buchstaben deutlich den kürzeren gezogen hatten. Ein A oder ein M macht nun mal optisch viel mehr her als ein mageres I, auch wenn die Hersteller uns immer wieder versichern, dass jeder Buchstabe das gleiche Gewicht hat.
Eine Aktion von Oxfam/Novib dieses Jahr machte übrigens auf die Tatsache aufmerksam, dass aktuell 85 Prozent der verkauften chocoladeletters nicht aus fairem Handel stammen. Mit Erfolg: Einige der größeren Fabrikanten geloben für die Zukunft Besserung.
Speculaas und Pepernoten
Der niederländische Spekulatius ist dunkler als sein deutsches Pendant und ist – im Gegensatz zu den anderen Sinterklaas-Spezialitäten – das ganze Jahr hindurch zu haben. Typisch für die Nikolaus-Zeit sind jedoch die dickere Variante speculaasbrokken oder auch gevulde speculaas mit einer Füllung aus grobem Marzipan.

Pepernoten (Pfeffernüsse) werden aus Roggenmehl gemacht und bekommen ihren charakteristischen Geschmack durch die Beigabe von Anis. Inzwischen sind sie jedoch fast vollständig von den so genannten kruidnootjes verdrängt worden. Diese sind aus Weizenmehl mit Spekulatiusgewürz (speculaaskruiden) und sind viel knuspriger als die eher zähen pepernoten, die ich selbst jedoch viel lieber mag.
Mit den pepernoten verwandt ist taaitaai (buchstäblich: zäh-zäh), das ebenfalls Roggenmehl als Basis hat und als eine Art Keks daherkommt, meistens in Form von Sinterklaas oder seinem Helfer Zwarte Piet.
Ein paar traditionelle Sinterklaas-Rezepte sind auf der Website der niederländischen Botschaft in Wien zu finden. Wer niederländisch lesen kann wird auch bei De Wereldsint fündig. Mein persönlicher Favorit: borstplaat – Fondant-Plättchen mit Vanille-, Kaffee- oder Schokoladengeschmack.
Hmmm, rieche ich dort frisch gebackenen Spekulatius …?
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Dem Foto nach zu urteilen, scheint das K auch schon ausverkauft zu sein. ;-))
Es freut mich aber, dass sich die Süßwarenhersteller nun auch in den Niederlanden noch mehr Gedanken bzgl. dem fairen Handel machen und geloben, diese nach Möglichkeit umzusetzen. Auch bei deutschen Herstellern (z. B. in der Schokoladeindustrie) habe ich vor Allem in letzter Zeit diesbezüglich ein paar erfreuliche Entwicklungen feststellen können. Mittlerweile gibt es da ja einige Organisationen, wie beispielsweise http://www.sourcetrust.org/.
Im Übrigen finde ich es sehr interessant, was es alles für typisch niederländische Nikolaus-Spezialitäten gibt, die ich zumeist noch gar nicht kannte. Klar, in der Adventszeit wird viel Marzipan und viel mit Nüssen genossen… Jedoch ist es meiner Ansicht nach die regional einzigartige Konstellation, die es so interessant macht. Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden. Wenn ich das nächste Mal in den Niederlanden bin (es ist ja nicht weit von mir weg, so dass ich auch bei einem Tagesausflug danach Ausschau halten könnte), werde ich mich nach gevulde spekulaas, taaitaai und borstplaat umschauen. :-)
Tolle Seite übrigens! Gerade für mich, da mein Niederländisch seit meiner Schulzeit in Belgien ein wenig eingerostet ist und ich gerne etwas über die Nachbarn der Deutschen lerne.
Eine schöne Adventszeit wünscht
Karin
Hallo Karin,
die unterschiedliche Art und Weise wie Traditionen wie Nikolaus in verschiedenen Ländern oder auch Regionen gefeiert werden finde ich auch sehr spannend.
So ein Zufall – Du bist in Belgien zur Schule gegangen – Ich auch!
Ich freue mich, dass Dir buurtaal gefällt. Und wenn Du nächstes Jahr im November in den Niederlanden sein solltest und Ausschau nach einem “K” hältst wirst Du bestimmt fündig :-)
Oh ja, jetzt erinnere ich mich wieder …
Das G sieht auch nicht schlecht aus!
Solche Chocoladeletter haben uns in den Sechzigerjahren meine niederländischen Schwiegereltern zum Nikolaustag geschenkt.
Da ich über die Tradition nichts wußte, war ich erstaunt,
habe die Schokolade aber genossen.
Nun, sind die selbstgebackenen Spekulatius gut geworden?
Genießt den Advent! L.v.P.