Fahrradhelm mal anders: ein Airbag für den Kopf

Helme sind bei Fahrradfahrern unbeliebt. Sie sind unbequem und ruinieren die Frisur. Außerdem muss man sie bei einer Einkaufs- oder Shoppingtour ständig mit sich herumschleppen und das ist einfach lästig. Der schwedische Hövding verspricht Abhilfe [ … ]

Zuletzt aktualisiert am 22. August 2017

Gute Nachrichten für alle, die Fahrradhelme nicht mögen, aber trotzdem nicht ohne Kopfschutz unterwegs sein möchten.

Martin wearing a Hövding, copyright hovding.se

Beide Fotos in diesem Post stammen von Hövding (©hovding.se)

Der eine oder andere fahrradbegeisterte buurtaal-Leser kennt ihn vielleicht schon, für mich war das Konzept neu: Der Hövding („Häuptling“) schützt Fahrradfahrer bei einem Aufprall oder Sturz, indem er sich wie ein Airbag um den Kopf legt. Im Ruhezustand liegt die Erfindung zweier schwedischer Industriedesignerinnen wie ein etwas wulstiger Schal um den Hals.

Helme sind bei Fahrradfahrern unbeliebt. Sie sind unbequem und ruinieren die Frisur. Außerdem muss man sie bei einer Einkaufs- oder Shoppingtour ständig mit sich herumschleppen und das ist einfach lästig.

Kopfarbeit

Der Hövding verspricht Abhilfe. Er besteht aus einem wasserdichten Stehkragen mit eingebautem Airbag und Bewegungssensoren. Darüber liegt ein Schal, der dem Ganzen einen einigermaßen schicken Look verleiht. Das schlaue Stück Technik lässt beim Fahren den Kopf frei und benötigt nach dem Absteigen keinen Stauraum.

Foto Copyright:hovding.se

Die eigentliche „Kopfarbeit“ der Helm-Alternative steckt in der mathematischen Methode, die die Erfinderinnen entwickelt haben, um normale Bewegungen während des Radfahrens von denen bei einem Unfall zu unterscheiden. Dazu analysierten sie die Bewegungsabläufe sowohl in typischen Fahrsituationen als auch in simulierten Unfällen.

Registrieren die Sensoren im Hövding unfalltypische Bewegungen, zeigt sich der modische Schmuck als Verwandlungskünstler. In Sekundenbruchteilen füllt sich das Luftkissen in der Halskrause mit Helium. Wie eine Art Trockenhaube stülpt sich der Airbag um Kopf und Nacken des Radfahrers und hilft so, Kopf- und Hirnverletzungen vorzubeugen.

Der unsichtbare Helm ist außerhalb Schwedens und Norwegens noch nicht im Fachhandel erhältlich, lässt sich aber direkt beim Hersteller im Internet bestellen. Leider hat Sicherheit ihren Preis. Stolze 486 Euro (inklusive Versandkosten nach Deutschland oder in die Niederlande) kostet der Spaß nach dem derzeitigen Umrechnungskurs. Für manch einen Fahrradbesitzer dürfte das den Wert seines Vehikels deutlich übersteigen.

Seit Jahren verkünde ich, dass ich wieder in die Niederlande auswandere, sollte Deutschland die Helmpflicht einführen. Mit der Anschaffung eines Hövding könnte ich mir diesen drastischen Schritt im Ernstfall ersparen ;-)

Die Entstehungsgeschichte des Hövding-Helms:

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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du mehr als 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Gerd Ziegler 22-08-2012 at 22:51

    Ei ei ei… ich stelle mir gerade vor, dass beim plötzlichen Niesen der Airbag aufgeht und die nette Fönhaube für 486 EUR sichtbar wird…

    Ansonsten eine gute Idee. Mal schauen ob sich das auch bei den Radprofis durchsetzt.

    Antworten

    1. Ich bin sicher, dass die Entwicklerinnen den Nies-Algorithmus in ihren Kalkulationen berücksichtigt haben ;-)

      Antworten

      1. Hier ist ein aktuelles Filmchen über den Selbsttest mit einem Hövding von einem schweizer Kollegen.

        https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=TnmJISC1KVw

        Es funktioniert, oder!?

        Antworten

        1. Ah, super. Danke für den Link Gerd!

          Antworten

  2. Tja, een verplichte helm. Ik hoop dat we daar in Nederland niet aan mee gaan doen.
    Ik zie wel steeds vaker kinderen met een helm op in Nederland.

    Er is onderzoek dat lijkt aan te tonen dat een fietshelm weinig helpt bij het soort ongelukken, valpartijen waar fietsers bij betrokken zijn, dat heeft althans de Fietsersbond een keer doorgegeven.

    Antworten

    1. Etwas in der Art habe ich auch schon mal gelesen. Na ja, noch ist ein Helm auch in Deutschland nicht Pflicht, auch wenn Profilneurotiker in der Politik das Thema immer mal wieder auf die Tagesordnung setzen.

      Antworten

      1. Gerd Ziegler 23-08-2012 at 09:00

        Bei dieser Art von Helm kann man allerdings „schwach“ werden und die „Profilneurotiker“ verstehen. Immerhin trage ich beim Motorradfahren einen (richtigen) Helm und den Sicherheitsgurt im Auto (beides seit 1976 Pflicht). Nicht des Bußgeldes wegen, sondern weil ich mich sicher fühle.
        Selbst Hobby-Rennradler fahren nicht mehr oben ohne. Der Alltagsradler hat schließlich keinen härteren Schädel als der sportlich ambitionierte Radler, sondern bislang nur einen guten Schutzengel gehabt…
        Manchmal muss der Gesetzgeber etwas nachhelfen.

        Schade. Vor ein paar Wochen war ich in Norwegen. Da hätte ich mir die „Fönhaube“ mal aus der Nähe anschauen können…

        Antworten

        1. Der Alltagsradler hat schließlich keinen härteren Schädel als der sportlich ambitionierte Radler, sondern bislang nur einen guten Schutzengel gehabt… Manchmal muss der Gesetzgeber etwas nachhelfen.

          Der Gesetzgeber hat sich gefälligst aus diese Sachen rauszuhalten, das ist eigene Verantwortung und befürworter der Fahrradhelme können gerne weiter in ihrem Auto steigen oder gerne selbst so eine bescheurte Eierschale auf dem Kopf setzen wenn sie denken, sie brauchen es. Der rennradfahrer fährt schnell, der touri schleicht sich vorwärts. Kein wunder das erstere einer trägt, und der zweite nicht. Jeder hat für sich zu entscheiden ob ein Helm notwendig is oder nicht. Durch Mitte zu fahren oben ohne gleicht fast selbstmord (vor allem für die im vergleich zu Holländern etwas wackliger fietsende Deutschen), aber den Bürgern schon wieder in ihrer Freiheit der Selbstbestimmung ein zu greifen (was es nicht für auflagen gibt! Hier in D ist eine vorderbremse erforderlich, und darf man niemandem hintendrauf mitnehmen. In NL kommt erstens jeder ohne vorderbremse zurecht, und zweitens fahren 8 jährige Kinder schon problemlos mit Freundchen oder Freundinchen hinten drauf). Diese Regelsucht der Deutschen macht mich manchmal echt wahnsinnig, vor allem weil sie es an stellen tun wo es nicht erwünscht ist, und wo es vernünftig wäre, es unterlassen. Es gibt zum Beispiel keine Vorlagen über bodenisolierung. Wir wohnen unter Trampeltiere. In NL müsste dieser Bewohner seinen Fußboden neu verlegen.

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          1. Gerd Ziegler 23-08-2012 at 16:20

            Aber ein Alltagsradler wird genau so im Straßenverkehr umgefahren wie ein Hobby- und Rennradler… Hm – ein Wort würde das andere geben.

            @Bouke: Friede
            Ob nun der Gesetzgeber etwas regelt oder nicht, die „Fönhaube“ scheint eine Alternative zum Plastikhelm zu sein. Beim nächsten Besuch in Oslo schaue ich mir das Teil mal genau an.

            Und wenn es andere Leser interessiert, werde ich einen Testbericht abliefern. (Glücklicherweise habe ich bislang noch keinen ausgelösten Airbag erleben müssen)

            Sommerliche Radlergrüße

            Antworten

            1. Hi Gerd, ein Testbericht wäre super. Ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, mir den Hövding anzuschaffen, aber im Moment ist mir das Ding einfach noch zu teuer.

              Antworten

            2. Ich glaube ich muss mich entschuldigen für den Recht negativen Ton in meiner Reaktion. Es war nicht böse/persönlich gemeint, das Thema der Helmpflicht, und gleiche regulierungswütliche Themen Deutschlands trifft nur einen blanken Nerven (sagt man das so?) eines frisch ausgewanderten Holländern…

              Antworten

          2. Lieber Bouke
            (ein wenig Off-Topic)
            bzgl. deiner Bodenisolierung in deiner deutschen Wohnung tut es mir Leid, denn ich habe auch 4 Jahre in einer deutschen Wohnung gewohnt und dabei ein schlimmes „Trauma“ davongetragen, eben von einem Trampeltier. In den Niederlanden habe ich eine „eengezinswoning“ oder eben „hoekwoning“. Ein Traum, aber das weißt du selber…
            Ich habe jetzt schon Angst, dass mir das in Deutschland wieder passiert, denn das ist nun mal einfach so normal da. Es sei denn, man hat eine Dachgeschosswohnung.

            Im Übrigen muss ich dich korrigieren: der Deutsche hat auch das geregelt (wie alles eben…), nur eben nicht so streng. So muss in Altbauwohnungen die Norm der zu damaligen Zeit geltenden Norm erfüllt werden. Die Trittschalldämmung wird in Deutschland durch die DIN 4109 geregelt. Auch zu lesen auf Wikipedia.

            Trotzdem tut es mir Leid für dich :-( Aber ich weiß, wie schlimm das ist.

            Antworten

            1. Wat wordt er toch bedoeld met een Trampeltier?
              Als ik er op google vind ik als resultaat allemaal kamelen, maar dat zal in deze context toch niet bedoeld zijn?

              Antworten

              1. Wojciech Ż. 24-08-2012 at 08:12

                Trijntje

                Ein Trampeltier ist ein zweihoeckriges (asiatisches) Kamel, aber uebertragen ist das eine Person, die mit den Fuessen beim Laufen viel Geraeusch macht, (das nennt man „trampeln“ oder „stampfen“) und das ist wahrscheinlich im Beitrag oben „bedoeld“.

                Antworten

              2. Genau, een Trampeltier ist jemand, der durch seine Fortbewegung einen erheblichen Lärmpegel erreicht, sozusagen.
                Oftewel, gewoon gestamp.

                Antworten

            2. Vielen Dank für diese Infos – ich hatte beim Einzug dem Hausverwalter schon gefragt ob es dazu gesetzliche Vorlagen gibt. Er hat es verneint, und ich habe das so angenommen. Laut Hausverwalter soll Teppich ausreichend sein. Ist es aber nicht, denn jede bewegung wird direkt auf dem Betonflur weitergetragen, und das geht zu bumsbumsbums über für den unteren Nachbarn. Inzwischen habe ich mich einigermaßen dran gewöhnt (der schwere Raucher gleich unter uns ist schlimmer, denn die ganze Wohnung stinkt nach dem gelongkanker wenn wir mal ein Fenster auf haben), aber nervig bleibt es trotzdem. Wie das wohl sein wird wenn wir dann irgendwann Kinder haben?! Die arme, arme onderburen!

              Antworten

          3. Wojciech Ż. 24-08-2012 at 09:25

            Bouke

            „Diese Regelsucht der Deutschen macht mich manchmal echt wahnsinnig, vor allem weil sie es an stellen tun wo es nicht erwünscht ist, und wo es vernünftig wäre, es unterlassen. “

            Na ja, das sind eben die Kulturunterschiede (die das Leben in einer fremden Kultur manchmal so schwer machen). Hast du vielleicht in eines dir von mir empfohlenen Buecher von Edward T. Hall schon reingeguckt? Mach das, wirst nicht bedauern.

            Im besetzten Polen Oktober 1939 haben sie eine Regel eingefuehrt, die den Gefluegelverkauefern es verbat, lebendige Voegel an Beinen aufzuhaengen, sowie vorm Verzehr von ungekochten Enteneiern warnte. (Ich weiss nicht, ob das eine oder andere wirklich verbreitet war.) Wie jemand das damals kommeniert hatte: Das ganze Deutschland ist darin: hier werden ganze Staedte ausgebombt, und hilflose Kolonnen von Fluechtlingen massakriert, dort heisst es: haengt die Viecher nicht auf und esst keine rohen Eier. Kulturunterschiede, wie man stoisch sagen muss…

            Ich hab den Eindruck, das Wort „Regulierungssucht“ duerfte haeufiger sein als „Regelsucht“.

            Antworten

            1. Tatsächlich wollte ich diese Bücher noch auf meine Amazon Wünschliste setzen, damit ich sie kaufen kann wenn dazu Zeit vorhanden ist, aber ich kann die genaue Titel nicht mehr zurückfinden. Er hat ziemlich viel geschrieben; welchen sind am besten zu empfehlen?

              Allerdings has du auch recht das es nicht Regelsucht, sondern Regulierungssucht sein soll. Es gilt ja auch das berühmte „was nicht sein darf, ist nicht“ (oder irgendwas in der Richtung); sprich – wenn es reguliert ist, löst das alle Probleme. Gibt es die Probleme immer noch, ist es nicht genügend reguliert (und gilt es, noch mehr zu regulieren). Da kommt dann das Preuszische Befehl ist Befehl und der Prinzipienheiligheit noch dazu…

              Antworten

              1. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 12:07

                Fang vielleicht an mit „The hidden dimension“ u. „The silent language“. So kommst du auf den Geschmack.

                „Weil, so schließt er messerscharf,
                nicht sein kann, was nicht sein darf.“

                das ist aus ‚Die unmoegliche Tatsache‘ von Christian Morgenstern, einem Dichter, den ich dir auch empfehle… sehr lustig, gleichzeitig tiefsinnig…

                So wie du dich da oben auesserst, kommst dem Urbild eines niederlaendischen Regeln-Herausforderer recht nahe, und das ist was „der Deutsche“ als solcher gar nicht mag… Ich habe oft Aeusserungen wie „die NLaender sind ein Volk, dass ich nicht besonders mag“ registriert, und oft kam da dieses aufmuepfige „je m’en fous!“ Verhaeltnis zum Vorschein. Das macht mir (als Polen) die NLaender sehr sympathisch, denn auch wir sind Regeln-Herausforderer, und deshalb moegen uns „die“ Deutschen und „die“ Russen (Dostojewskij. bvb.) nicht.

                Antworten

                1. An meine Äusserungen zu sehen bin ich tatsächlich so ein Niederlaender :). Doch mag auch ich gerne eine gut regulierte Gesellschaft, wo für jeden klar ist, was geht und was nicht geht.
                  Wo mein Verständniss aber aufhört, ist dort wo es nur noch um die Regeln geht, und nicht mehr um der Grund für diese Regeln. Denn wieso gibt es rote Ampeln? Doch bestimmt nicht, damit Leute ewig warten müssen auf Verkehr, dass nicht kommt. Da wird sogar der Deutscher rebellisch. Aber ‚die Bullen‘ sind erfreut, mal wieder auf die ‚Regeln sind Regeln‘ hinzuweisen.

                  Auch glaube ich an Pflichten zu Rechten, und Verantwortlichkeit zu Freiheit. Das sind zwei Seiten derselbe Münze. Ich nehme in Deutschland wahr was in Amerika auch normal zu sein scheint: den Anderen für den eigenen Versagen verantwortlich machen. Hier wird nichts mehr an dem (Urteilungs)vermögen des Individus überlassen, sondern alles wird so weit zugenagelt, bis keiner mehr in der Lage ist etwas von sich aus gut zu machen. Folge ist, dass Leute sich nur noch nach dem Gesetz Orientieren für Gut und Böse („ich darf das aber machen!“ statt „ich soll das (nicht) machen“), und dass dieser Gesetz für manchen auch Begründung genug ist in grosze Diskussionen (z.B. die Gleichgeschlechtliche Ehe, dass hier im moment grosses Thema ist, habe ich manche Leute solche Sachen sagen hören – ich kann da nur Staunen) eine bestimmte Sehensweise zu vertreten.
                  Das kann ich nur schwer/gar nicht verstehen. Aber gut, solche Leute gibt es genauso in die Niederlanden, das dürfte klar sein.

                  Übrigens ist es lustig dass gerade Polen ja groszteils Ost-Preuszen war, wenn ich mich nicht irre. Wenn mann auch die kulturelle Historie Preussens ansieht, und dann vor allem das reilen en zeilen Friedrichs des Groszens, dürfte das wohl passen. Denn die ursprungliche Preussische Gedanke beruht zwar auf Disziplin und Gehorsam, doch bezieht die eigene Wille und Entfaltungspotenzial genauso sehr mit ein.
                  Ich habe neulich „Die Wehrmacht: Eine Bilanz“ von Guido Knopp gelesen, und darin ein Zitat Friedrichs gefunden was dies ganz deutlich ausdrückt. Habe das Buch aber im Moment nicht dabei – das muesste ich nachschauen.

                  Antworten

                  1. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 18:19

                    Es gab anno dazumal diesen Witz: ein Amerikaner wird nach Europa geschickt, um sich anzuschauen, und nach seiner Rueckkehr berichtet:

                    In England ist alles erlaubt, was nicht aussdruecklich verboten ist.
                    In Deutschland ist alles verboten, was nicht aussdruecklich erlaubt ist.
                    In Russland ist alles verboten, auch was aussdruecklich erlaubt ist.
                    In Frankreich schliesslich ist alles erlaubt, auch was aussdruecklich verboten ist.

                    Wo waere dann Holland, pardon, die Niederlande, de Lage Landen bij de Zee?

                    In Polen haben wir wuerd ich sagen zu viele rechtsfreie Raeume (gebieden waar geen regels gelden), zu viel „Eigenverantwortung“. Sonst aber koennten wir unsere Energien nicht entwickeln, wird sind zu anarchistisch dafuer (der Kommunismus hat bei uns nicht funktioniert, der Kapitalismus dagegen funktioniert prima).

                    Polen ist nicht groesstenteils Ostpreussen. Nach 1945 wurde der suedliche Teil Ostpreussens durch die grossen Drei (Stalin, Roosevelt, Churchill) Deutschland weggenommen und uns zugeschlagen, aber mit beinache 100-prozentigem Bevoelkerungswechsel.

                    Antworten

          4. Wojciech Ż. 26-08-2012 at 12:42

            Noch zur (echten oder vermeintlichen) Regel- oder Regulierungssucht oder -wut der Deutschen. Es gibt einen interessanten deutschen Ausdruck, der kein Pendant hat in anderen mir bekannten Sprachen (z. B. das niederlaendische „uitmuntend“-Portal schweigt sich dazu aus:

            Rechtsfreier Raum

            Vielleicht koennte uns Alex sagen, wie man das uebersetzen koennte?

            R. R. wird — so jedenfalls in der deutschen Rhetorik, in den Herzen der Deutschen weiss ich nicht — als etwas eindeutig Negatives dargestellt. „Legal vacuum“ heisst es manchmal Englisch, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass es nicht richtig ankommt, weil der Angelsachse glaubt manchmal, es sei besser so, eben nicht-reguliert, besser daher ist „a domain that is, unfortunately, not sufficiently regulated by the law“.

            Ich glaube uebrigens, dies heisst in der Tat „Regulierungswut“. Und das sympathische „uitmuntend“ sagt eben das heisse auf Niederländisch regelzucht

            Antworten

            1. „Rechtsfreier Raum“ wird in Deutschland vor allem gern von Politikern in den Mund genommen wenn es um das Internet geht. Dabei ist gerade dass WWW ein Bereich, in dem – zumindest in Deutschland – extrem viele Regeln gelten …

              Auf Niederländisch würde ich zum Beispiel sagen: een gebied waar geen regels gelden.

              Antworten

              1. Wojciech Ż. 26-08-2012 at 16:28

                Ja, aber auch in Bezug auf soziale Gesetzgebung und dgl., ich treffe diesen Begriff seit Jahren an in unterschiedlichsten Zusammenhaengen. Der Deutsche „als solcher“ scheint eine Art Angst vor dem rechtlichen „vacuum“ zu verspueren, insofern, wenn man diesen Begriff in andere Sprachen uebersetzt muss man schon deutlich machen, dass er negativ besetzt ist. „Things for which there _regrettably_ are no regulations“ o. aehnl. Ich weiss nicht, ob „der Niederlaender als solcher“ einen aehnlichen „horror vacui“ hat. Romanische und andere katholische Voelker freuen sich vielmehr, wenn irgendein Bereich („gebied“) nicht bis zum Geht-nicht-Mehr reguliert ist.

                Wegen der hier besprochenen Sache wuerde ich doch vorsichtig fuer eine Art vielleicht nicht vollblutiges Helm-gebot aber doch eine Art Empfehlung sein. Wieso? Weil einer, der sich in een eentje sagen wir mal nicht ganz vernuenftig verhaelt, zwar vor allem sein eigenes Leben aufs Spiel setzt, aber doch zugleich ein Beispiel statuiert, das Andere, noch weniger Vernuenftige, nachahmen koennen und meistens werden. Das ist eine sehr wichtige rechtsphilosophische Ueberlegung. Nicht von ungefaehr heisst es ja an so mancher deutscher Ampel: bleib bei Rot stehen — den Kindern zum Vorbild. Deswegen ist es nicht ganz richtig zu schreiben, was jemand glaube ich Bouke hier geschrieben hat, „der Gesetzgeber hat sich gefaelligst rauszuhalten daraus, was nur Einen betrifft“. Solche Sachen, die tatsaechlich strenggenommen nur Einen betreffen, sind halt selten.

                Antworten

                1. Die Verantwortung des Staates sehe ich eher bei der Schaffung einer vernünftigen Fahrrad-Infrastruktur. Das – viel mehr als eine Helmpflicht (oder -Empfehlung) – hilft Unfälle vermeiden und sorgt für mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen.

                  Antworten

                  1. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 10:31

                    Die Verantwortung des Staates sehe ich eher bei der Schaffung einer vernünftigen Fahrrad-Infrastruktur.

                    Aber wäre die nicht schrecklich teuer?

                    Antworten

                    1. Alles eine Frage der Prioritäten. Dass es geht, zeigen Länder wie die Niederlande und Dänemark .

                    2. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 10:52

                      Alles eine Frage der Prioritäten. Dass es geht, zeigen Länder wie die Niederlande und Dänemark.

                      Tja… sicher… . Aber wenn ich mal eine grobe Vereinfachung wagen darf: die Deutschen sind eine viel weniger demokratische und „buergerliche“ Gesellschaft, als die Daenen oder die Niederlaender, als dass sie die Prioritaeten (zugunsten eines solchen „armen“ Transportmittels wie das Fahrrad) setzen koennten. Ausserdem ist die Anzahl von Fahrradfahrern pro Quandratkilometer zu niedrig, vermute ich zumindest, viel niedriger als in den NL oder DK. Ich vermute auch, obwohl das sehr grob geschaetzt ist, dass die Durchschnittsentfernungen zwischen haeufig angefahrenen Zielen (oder „anfahrbaren“) in D viel groesser sind oder waeren als in NL oder DK. Auch sind die letztgenannten Laender meistens flach, D nicht… Das alles macht es schwierig, die Prioritaeten a` la ne’ederlandaise/danoise zu setzen…

                    3. Das stimmt auf jeden Fall. Doch ist es eine ‚Huhn und Ei‘ Frage, sozusagen. Weil der (ältere) Deutscher Angst hat, geht er nicht fietsen, denn die Infrastruktur stimmt einfach nicht. Es gibt sie hin und wieder, aber sie ist so grottig ausgebaut, dass es nicht so ganz viel bringt. Man braucht hier einfach mal ein Gesamtkonzept zu machen und ausführen, aber das ist glaub ich politisch einfach nicht vertretbar weil jeder so an sein heiliges Stahl haengt.
                      Und weil so wenige fahrradfahren wegen der schlechte Infrastruktur, gibt es kein Aufkommen, dass grosse Investitionen rechtfertigt.
                      Daher ist ein Gesamtkonzept für die ganze Verkehrslage (und das heisst nicht nur, sondern immer weniger das Auto) unverzichtbar um die Lage zu verbessern. Jeder redet von Umwelt und Bio und weiss ich was, aber da wirklich konzequent zu sein, und einfach mal das Fahrrad zu nehmen, das ist dann doch ein Schritt zu weit.

                      Und im Übrigen gilt: je mehr Fahrräder, je mehr Sichterheit. Ich fahre jetzt auch mittig auf der Strasse, weil man sonst von gehirngeschädigte Idioten in Transportern und weiss ich was mit noch nicht mal 50 cm, aber mit deutliche 50 kmh überholt wird. Dann können sie hupen was sie wollen, ich möchte gerne am Leben bleiben.

                      Ein Helmpflicht einzuführen ist einzig und allein Symptombekämpfung. Es gilt etwas an den Ursachen zu tun, und das ist (1) natürlich besagte Infrastrukturprobleme zu beheben (wie z.B. plötzlich aufhörende Fahrradwege, wo man zwischen parkende Autos auf der doll und schnell befahrene Strasse geführt wird), aber (2) auch an anderen Stellen was zu unternehmen. Eines ist 30-iger Zones in Wohngebiete, z.B. Wie die hier manchmal lang donnern ist wirklich unglaublich, gefährlich und moralisch sowas von…. Eines der gröszten Probleme in Deutschland ist dass das Auto eine Status Aparte hat – sprich, es hat überall Vorrang und Vorfahrt; sowohl wortlich als bildlich. Auf diese Art und Weise wird es wohl nichts werden mit gleiche Rechte und sicher Fahrrad fahren, denn Autos sind einfach ‚das Masz der Dinge‘. In NL z.B. ist schon seit langerem einfach das Auto eins der viele, und eigentlich einfach unerwünscht.
                      In einer Zeit wo es immer deutlicher wird dass wir die Erde langsam vernichten, kann es einfach nicht sein dass das Auto überall immer vorfahrt hat. Es gilt dessen Benutzung und Bedeutung zu reduzieren. Dann braucht niemand mehr ein Fahrradhelm, höchstens noch die allerkleinsten Kinder.

                    4. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 12:16

                      Bouke,

                      Doch ist es eine ‘Huhn und Ei’ Frage, sozusagen. Weil der (ältere) Deutscher Angst hat, geht er nicht fietsen, denn die Infrastruktur stimmt einfach nicht.

                      Du hast irgendwie Recht, und dennoch: wogegen du rebelllierst, ist das deutsche Lebensgefuehl, das deutsche Wesen, das deutsche Denken-und-Fuehlen schlechthin, the German way of life. Dich aergert dieser Auto-Fetischismus? Dein gutes Recht, aber dadurch machst du dich nicht nur unbeliebt bei den „moffen“, sondern, was schlimmer ist, verssperrst du dir den Weg zur Syntonie mit der deutschen Gesellschaft, und letzten Endes vereitelst du deine eigene Integration. Als wuerdest du den Franzosen ihre Rhetorik, ihren Wort-Fetischismus nehmen wollen… oder den Kaesekoeppen ihr „fiets“. Das ist m. E. don-Quixoterie, mit der du dir selbst mehr schaden anrichtest, als die Deutschen reformierst (und moegen deine Reformvorschlaege noch so richtig sein).

                      Mein Vorschlag einer eine Helm-Empfehlung nahm dagegen den Jetzt-Ist-Zustand in die REchnung und war ein Versuch einer ‚piecemeal social engineering‘.

                    5. Das stimmt, ich merke dass diese Gefühle es mir nicht leicht machen mich hier wirklich zu Hause zu fühlen. Ich versuche auch weitgehend einfach zu akzeptieren dass es so ist, wie es ist, und ich nun mal nach Deutschland gekommen bin, und Deutschland nicht zu mir – sozusagen.

                      Doch muss ich gestehen dass auch ich was mit Autos habe. Ich bin ja nicht ohne Grund privatchauffeur gewesen (nebenjob), denn es hat mich ziemlich gezogen z.B. im Jaguar XJ zu fahren (V8 Supercharged; 400+ PS), Audi’s, BMW’s, Mercedes, usw. Das mann am Auto hängt ist ja auch ganz und gar nicht das Problem. Im Gegenteil: es ist herrlich auf die Deutsche Autobahn zu fahren, weil mann sich einfach mit dem Verkehr beschäftigen kann statt mit dem Tacho (auto fahren in NL ist extrem anstrengend vor allem deshalb). Was problematisch ist, ist dass das Auto aber andere transportmitteln verdrängt. Andere transportmittel, die besser für Umwelt, Körper und Portemonnaie sind – wie z.B. das Fahrrad.

                      Zur gleicher Zeit sieht man deutlich, dass die neue Generationen (und das hat schon mit einer Generation vor mir angefangen, sowie ich das hier und da sehe) immer öfter das Auto stehen lassen und mit Fahrrad oder ÖV fahren. Ich glaube wirklich einen Aufschwung des Fahrrads zu sehen, aber die Politik unterstützt dieser Trend einfach nicht, weil die mächtige Lobbys von Gruppen gemacht werden, die Fahrräder bei nahe zu hassen scheinen. Klar, ich würde auch neidisch sein auf jemand der bei 1,70+ Sprittpreise kein Cent spritt zahlen braucht, keine Steuern, kaum Reparaturkosten, nicht so oft zur Sportschule gehen braucht, weniger Krankenkosten hat, besser aussieht (wegen mehr bewegung – ist aus zu gleichen durch Fahrradhelm ;)), und so weiter.
                      Es ist einfach Hypokrit/heuchlerisch so den Mund voll zu haben von Glückliche Kühe und Pflanzen und Umweltschädigung usw., aber trotzdem weiter auf das Auto zu setzen wo es bessere Alternativen gibt. Ist aber nicht schlimm natürlich, wenn das anderen nicht beeinträgtigen würde. Tut es aber. Und da es doch eine beachtliche Menge Fahrradfahrer gibt, auch in Deutschland, ist das eine ungewollte Situation. Nicht nur weil ich als Holländer nicht mit der Sache zurecht komme.

                    6. Was ich noch vergessen habe zu sagen, beziehungsweise meinte, ist dass es um mich herum so bei den Leuten (also: Deutschen) genau diesselbe Gefühle gibt. Gut, meine Frau stellt tatsächlich eine Ausnahme da, wie sie 10km auf dem Fahrrad quer durch Berlin in die Arbeit fährt, aber dass die Umstände für Fahrräder schlimm sind (und dementsprechend auch für Autos, weil die sind dadurch auch davon betroffen! Das wirkt natürlich in zwei Richtungen) ist jeder seiner Meinung.
                      Also: ich mache es mich schwer weil ich diese Gedanken mit meiner Wahlheimat verbinde, das stimmt. Die grosse mehrzahl der Deutschen die ich kenne, haben aber diesselbe Gefühle. Sie ärgern sich nur drüber, und schimpfen genauso, und möchten es genauso gerne anders haben. Nur hat das für sie nichts mit Deutschland an-sich zu tun, denn sie sind Deutschen.
                      Ich glaube für mich ist es vor allem wichtig, diese negative Sachen von dem Deutsch-sein zu trennen, auch wenn es die nationale Kultur verkörpert oder zu verkörpern scheint. Das dürfte schwierig sein, aber ich arbeite dran. Demehr Leute ich kennenlerne, debesser es geht, zum Glück :).

                    7. Die Schweiz, mit allen ihren Bergen, hat auch eine hervorragende Fahrradinfrastruktur.

                      Das deutsche Lebensgefühl oder gar der Volkscharakter mit dem Auto verbunden? Gott sei Dank ist das so nicht der Fall. Ich kenne jede Menge Deutsche, die kein Auto haben, oder das Ding stehen lassen, wenn es geht. In meinem Wohnort Marburg ist ein Auto zu benutzen eh eine Qual; es geht eigentlich gar nicht. In meinem vorigen Wohnort Frankfurt hatte auch „niemand“ ein Auto, und ich auch nicht, weil der öffentliche Nahverkehr so gut ist; was soll man sich dann abmühen?

                    8. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 18:35

                      Bouke

                      Deine Frau ist in einer grundsaetzlich anderen Lage als du. Sie verhaelt sich sagen wir mal so ins unreine „undeutsch“ von Zeit zu Zeit, aber sie IST Deutsche, und deshalb wenn sie mal in dieser oder anderer Form kritisiert werden sollte (z. B. durch Belaechelung, nicht Ernst-Genommen-Werden od. dgl.) kann sie sagen oder bedeuten: „ich bin eine euresgleichen, und was deutsch ist und nicht (mit)entscheide (auch) ich!“. Du kannst dagegen solches nicht sagen, moegest du noch so gut deutsch sprechen und den deutschen Pass besitzen. Auf dir lastet das Mal der fremden Herkunft, und du tust wirklich klug daran, dich gegen den „Volksgeist“ nicht aufzulehnen. Sonst … na ja, kommt drauf an, aber generell droht dem noch so assimilierten Auslaender, dass er nicht ernst genommen, sozial unsichtbar wird.

                      Ad Emigrant

                      Dieser „Volksgeist“ ist 1. nicht identisch damit, was die „meisten“ (hoi polloi) machen und unterlassen, 2. historisch und regional wandelbar. Das senegalesische Wesen ist heute anders als vor 100 Jahren, und wir in den naechsten 20 wahrscheinlich ganz anders sein. Die Lombarden und die Puglier sind anders, ob sie schon allebeide Italiener sind. Das ist alles wahr. Aber Personen fremder Herkunft, wie Bouke, haben einen sehr eingeschraenkten Einfluss darauf, wie und wo sich dieser „Volksgeist“ verwandelt.

              2. Wojciech, an dieser Stelle würde ich die Diskussion gerne auf das Thema Fahrradhelm zurücklenken.

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                1. Wojciech Ż. 27-08-2012 at 18:55

                  Wojciech, an dieser Stelle würde ich die Diskussion gerne auf das Thema Fahrradhelm zurücklenken.

                  Richtig. Deshalb ’ne Frage: denkst du, denkt jemand, dass der Hoevding oder etwas aehnliches, ich meine: der sichtbare Besitz desselbigen, je zu einem echten Statussymbol werden kann? Denn es ist ja laengst nicht wahr, dass das Rad ein ‚armes‘ Fortbewegungsmittel ist, ein gutes kostet mehrere tausend złoty oder wie auch immer die jeweilige Waehrung heisst, tausend Euro und mehr — und die ganzen rundherum Utensilien auch gerne mehr. Ja — dies koennte wohl die Beliebtheit des Rades in D „boosten“, mit allen Folgen fuer die Infrastruktur etc. etc. Oder?

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    2. Kinderen met helm vind ik prima maar jeugd en volwassenen is onzin. Racefietsers ook prima maar die hebben meestal al een helm op.
      Wij hebben in Nederland prima fietspaden maar dat is in andere landen heel anders en dan zou je op een autoweg waar geen fietspad naast is, en waar het verkeer je met 80 km per uur voorbij raast misschien beter wel een helm op kunnen zetten.

      We hebben onze eigen verantwoordelijkheid en ik vind niet dat zoiets wettelijk geregeld moet worden maar denk ook niet dat het in Nederland gebeurt. Je ziet nu ook steeds meer kinderen met een helm tijdens het schaatsen of skeeleren en aangezien jonge kinderen „topzwaar“ zijn en daardoor snel op hun hoofd vallen is dat een goede beslissing van de ouders.

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      1. Hier ein interessanter Artikel zum Sinn und Unsinn einer Helmpflicht im Spiegel. Er geht auch auf die Situation in den Niederlanden ein:

        http://www.spiegel.de/auto/aktuell/a-792690.html

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        1. @Alex: Je had dit verhaal ook al eens gelezen zag ik: http://ximaar.wordpress.com/2012/02/27/feb-27-fietshelmen-zijn-gevaarlijk/
          Ik heb veel door heel Duitsland gefietst (ca 19.000 km, van Norddeich tot Trostberg en vanWeil am Rhein tot Ueckermünde) en merkte dat er een paar steden waren waar erg veel gefietst wordt. (o.a. Göttingen, Münster, Tübingen, Quackenbrück en Herford). Opvallend is dat je daar vrijwel geen mensen en kinderen met fietshelmen ziet. In andere delen waar je een hoog percentage fietshelmen ziet wordt veel minder gefietst en eigenlijk alleen een beetje recratief. Dus niet even naar de winkel of de school. Ik vermoed dat het aantal fietsongelukken in Göttingen, Münster, Tübingen, Quackenbrück en Herford per fietskilometer aanzienlijk lager zal zijn, juist omdat daar meer mensen fietsen. Is zoiets al eens onderzocht? Volgens mij ligt daarmee binnen Duitsland een prima bewijs dat fietshelmen averrechts werken.

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          1. Ah, das war der Artikel, den ich weiter oben in meiner Antwort auf Trijntjes Kommentar meinte. Danke!

            Dort, wo Fahrrad fahren selbstverständlich ist, sieht man tatsächlich weniger Helme – das ist auch meine Beobachtung. Ob man hier in Deutschland den Zusammenhang zwischen der Anzahl Radfahrer und der Unfallszahlen in einem bestimmten Gebiet schon mal untersucht hat, weiß ich nicht. Das wäre aber wirklich mal interessant. Ich kenne hier in Hannover aber auch viele Leute, die jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und (trotzdem …) einen Helm tragen. Wahrscheinlich herrscht in Deutschland ein anderes „Sicherheitsbewusstsein“ als in den Niederlanden.

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        2. Dank je wel voor de link. Goed geschreven artikel en kan ik onderschrijven zoals in mijn reactie ook al deels te lezen is.
          Vielen dank für den Link. Gut geschriebener Bericht und kann ich unterschreiben sowie es in meinen Reaktion auch schon teilweise zu lesen ist.

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  3. Wie süß :-D

    Jemand hat sich eine Alternative überlegt und scheint ja damit eine Art Marktlücke zu schließen. Find ich toll. Die Skandinavier ;-)

    Zufällig bin ich heute „op de Veluwe“ geradelt und ich habe niemanden mit Helm gesehen. Ich natürlich auch nicht, ich finds furchtbar. Als Kind musste ich sowas tragen, aber da war ich auch noch etwas tollpatschiger als jetzt.

    Meiner Meinung nach wird das Ding noch zum Hingucker, wenn es erst mal durch Einige getragen wird. Ich bin aber ehrlich und sage: nein, sowas würde ich nicht anziehen. Ich mag keine Dinger um meinen Hals hängen ;-)

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    1. Genau, das gibt es in NL einfach nicht. Kein Holländer wird sich sowas freiwillig auf dem Kopf machen. Und eine politische Partei, die sowas einführen wollen würde, kann gleich opdoeken.
      Für Kinder ist es natürlich eine ganz andere Geschichte, klar.
      Und wie gesagt, in manche Umgebungen macht man sowas echt besser auf. Auf dem KuhDamm fietsen z.B. is lebensgefährlich. Dann würde sogar ich einen Helm auftun. Aber ich wohne hier in Steglitz/Zehlendorf (südwesten), und vor allem in Zehlendorf/Dahlem machen sich leute mit Helm einfach nur lächerlich. Die kann ich nicht ernst nehmen.

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      1. Mijn dochter heeft onlangs enkele maanden in Berlijn gewoond, en ook over de Kuhdam gefietst, zonder helm.
        Dus sommigen durven dat wel: zij is ook gewend om dwars door Amsterdam te fietsen.

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        1. Zeker, dat gaat ook gewoon prima als je een beetje oplet en (inderdaad) niet zo snel bang bent. Ik heb er tot op heden ook gewoon probleemloos zonder helm gefietst. Maar ja, ik ben dan ook (net als je dochter) een ervaren en niet bang aangelegde fietser – voor mijn vrouw is dat een ander verhaal. Die is op haar omafiets ook een stuk trager dan ik op mijn ’70 RIH Speciaal racefiets :D En zij rijdt veel vaker over dat soort straten dan ik, omdat ze naar haar werk fietst (een incum bij haar op ‚t werk, daar gaat alles met OV of met de auto. En dat terwijl ze 10km van d’r werk af woont en dwars door Berlijn moet…
          Anders wordt het echter als je er dag in dag uit met spitsuur overheen moet fietsen. Dan wordt het risico gewoon te groot.

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  4. Hola, dass Fahrradhelme aus dem Ausland importiert werden, war natürlich nicht die Absicht. Der Gesetzgeber will sicherlich die deutschen Helmfabrikanten beglücken.

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  5. Lucy van Pelt 24-08-2012 at 07:32

    Interessant, so ein unsichtbarer Helm. Sieht richtig gut aus!
    Ich sehe mit meinem konventionellen Helm wirklich bescheuert aus, aber mit einem Schädelbruch sieht man noch bescheuerter aus, das tröstet mich.
    Glücklicherweise habe ich die Freiheit des Alters, daß ich mir um mein Aussehen keine großen Gedanken mehr machen muß.

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  6. Ich finde die Hövding-Konstruktion auch sehr interessant, aber eben auch noch sehr teuer. Bin gespannt auf den von Gerd erwähnten Testbericht.

    Bei der Fahrt zur Arbeit etc. trage ich ebenfalls keinen Helm, da ich es da etwas unpraktisch finde. Ist vielleicht nicht vernüntig, aber so isses halt.

    Für unsere Urlaubstouren haben mein Mann und ich uns inzwischen schon Helme angeschafft, da es uns vor zwei Jahren auf den schmalen, kurvenreichen und unübersichtlichen Straßen Südengland nicht mehr so ganz wohl war. Man ist halt doch den ganzen Tag unterwegs, was die statistische Unfallchance erhöht, und ein Rad mit Gepäck ist auch schwerfälliger.

    Einen Vorteil haben wir schon festgestellt: Wenn es regnet, bleibt auf jeden Fall die Brille trocken, da die Helme ja so einen Sonnenschutz vorne dran haben. Und da man dann auch auf die Kapuze der Regenjacke verzichten kann, beschlägt sie auch nicht. :)

    Ansonsten waren wir zum Glück bisher noch nicht in der Situation, dass der Helm seinen Nutzen unter Beweis stellen musste *aufholzklopf*.

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    1. Ich würde einen Helm auch vorzugsweise in solchen Gegenden tragen, wo Autofahrer Fahrräder nicht gewohnt sind.

      Meine Brille bleibt übrigens nicht trocken, wenn ich meinen Fahrradhelm trage. Was für ein Modell habt Ihr denn?

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  7. Helmen zijn voor snorfietsen in NL ook niet verplicht, omdat die dingen niet harder gaan dan 25 km/u. Dat is ook ongeveer de snelheid op de fiets waarbij ik nog niet vind dat ik een helm nodig heb. Als ik een fietstochtje maak door Thüringen en ik suis met 40 of 50 de berg af, of als mensen met een mountainbike door het bos rijden waar veel valpartijen bij gebeuren, dan is een helm wel zinvol.

    Ik weet niet meer wie hierboven in de discussie gezegd heeft, dat fietsers in de stad een helm zouden moeten dragen omdat ze veel met het autoverkeer in aarnraking komen, maar met dat argument kun je ook een helm voor voetgangers in gaan voeren. In plaats daarvan is het natuurlijk veel beter de infrastructuur zodanig te verbeteren dat de fietsers niet met de automobilisten moeten concurreren om een plaatsje op de weg.

    Die Zweedse helm is wel cool, maar is dat ding in de zomer bij warm weer niet lastig?

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    1. Ja, das scheint mir auch. Aber im Prinzip gilt das für herkömmliche Helme genauso.

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  8. Wahnsinnige Idee. Ich glaube ich wuerde den Schal doch einfach mal ausprobieren wollen. Sieht doch toll aus. So ab und zu beneide ich die Deutschen schon, wo der Helm verpflichtet ist. Hier in Holland traut sich ja niemand so richtig mit Helm zu fahren. Obwohl es der Verkehr doch eigentlich abverlangt. Ich fuehle mich manchmal nicht so sicher auf meinem ‚ bakfiets‘.

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    1. *Noch* gibt es die Helmpflicht in Deutschland nicht …

      Solltest Du einen Hövding anschaffen, dann bin ich auf Deine Erfahrung gespannt!

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  9. Na ja, der sieht doch richtig sexy hexy aus, oder? Hat sicher so seinen Preis. Man müsste vieleicht sogar seine Garderobe farblich anpassen. Aber sicher. Design hat es an sich. Ich müsste ihn über Internet bestellen. Ich erwarte nicht, dass der doch eher ‚zuinig ingestelde‘ Niederländer so etwas kauft.
    Aber, Alexandra, ich werde dir von meinen Erfahrungen berichten.

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  10. […] möchte, sollte vielleicht einen Blick auf den Hövding werfen. Dieser Helm aus Skandinavien kommt als Schal getarnt daher, kostet aber gut das […]

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  11. Ich habe heute das aller erste mal von diesem unsichtbaren helm gehört. eine echt tolle idee. wenn er nicht so teuer wäre, würde ich mir sofort einen kaufen.
    auch ich fahre jeden tag mit dem rad zur arbeit. und ich möchte euch sagen, dass es situationen gibt, wo man selber sehr schnell mit dem rad stürzen kann. da muss nicht zwingend ein auto oder ein fußgänger beteiligt sein. das geht verdammt schnell und seit meinen kleinen unfall, trage ich immer meinen helm! man kann nie vorher wissen was passiert. klar, ich mag ihn auch nicht so besonders, aber mein leben und vor allem mein kopf ist mir wichtiger! wie man so schön sagt: aus schaden wird man klug.
    allzeit gute fahrt für euch alle hier!

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    1. Hi Andrea,

      ich hoffe, dass der Helm irgendwann mal günstiger wird. Bei den derzeitigen Preisen wird sich ihn leider kaum jemand leisten können/wollen.

      Viel Rückenwind wünsche ich Dir :-)
      Alex

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      1. Auf dem Gebiet hat sich ja einiges getan in diesem Jahr. Hövding jetzt bereits die Version 2.0 von seinem Helm heraus gebracht mit einigen wirklich guten Verbesserungen.

        Vor allem die Reaktionszeit ist ja der Wahnsinn.

        @alex
        habe den Helm jetzt schon für 292 € bei amazon gesehen

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        1. Gut zu wissen, danke!

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