Zum Inhalt springen

Videotipp: Wie Amsterdam expandierte

Das Stadtarchiv von Amsterdam bietet auf seinem Youtube-Kanal einige sehenswerte Videos zur Entwicklung der niederländischen Hauptstadt über die Jahrhunderte.

Die Amsterdamer Grachten kennt jeder. Nicht umsonst wird die Stadt auch das Venetië van het Noorden genannt (ein Prädikat, das sie sich unter anderem mit Giethoorn, Brugge in Belgien, Hamburg, Stockholm und Kopenhagen teilen muss).

Sumpf

Wo vor 800 Jahren noch hauptsächlich Moor und Morast waren, steht jetzt die einwohnerreichste Stadt der Niederlande. Die historische Innenstadt zählt 165 Grachten und 1.539 Brücken. Sie zeugen von den feuchten Anfängen – und von der erfolgreichen Entwicklung Amsterdams als Handelsstadt.

Deiche und Dämme

Um das Land gegen das allgegenwärtige Wasser zu schützen, fing man am Anfang des 13. Jahrhunderts an, Deiche anzulegen. In der Mündung des Flusses Amstel baute man einen Damm. Auf Niederländisch: dam (das „a“ wird kurz gesprochen).
Fluss und Damm gaben dem Ort seinen Namen: Amstelredam oder Amstelledam. Daraus ging der heutige Name Amsterdam hervor.

Stadt auf Pfählen

Stadtrechte erhielt Amsterdam um 1300 herum – vermutlich im Jahre 1306 – und das ehemalige Fischerdorf entwickelte sich durch die günstige Lage im Laufe der Zeit zu einer reichen Handelsstadt. Der schlickige Untergrund jedoch machte anfangs den Bau neuer Häuser nicht gerade einfach, bis man auf die Idee kam, die ganzen Gebäude auf Pfählen zu bauen.

Grachtengürtel

Die berühmte Halbmondform Amsterdams datiert aus dem siebzehnten Jahrhundert, als man parallel zur bestehenden Herengracht zwei neue Grachten anlegte: die Keizersgracht und die Prinsengracht. Besonders anschaulich wird dieses Wachstum in den zwei hier verlinkten Videos des Amsterdamer Stadtarchivs gezeigt.

Das erste Video visualisiert das Entstehen des grachtengordel im siebzehnten Jahrhundert. Das zweite hier unten einen erneuten Wachstumsschub im neunzehnten Jahrhundert.

Toll gemacht, finde ich!

12 Kommentare

  1. Kathrin Kathrin

    Danke für den Hinweis auf die interessanten Videos.
    Für die Liebhaber gibt es über die Amsterdammer Stadtentwicklung im 17. Jh. ein wunderbar detailliertes Buch von J.E. Abrahamse: „De grote uitleg van Amsterdam“. Auch sehr empfehlenswert!

  2. Liebe Alexandra, ein (für mich) passenderes Thema hättest Du nicht aussuchen können! Ich übersetze gerade einen Roman, in dem die Erweiterung des Grachtengürtels (17. Jh.) zwar nicht Thema ist, aber vorkommt. Tolle Filme! Ganz vielen Dank und einen lieben Gruß von Eva

  3. Toll gemachte Animation, das ist wirklich hohe Schule!

    Doch was die Animation auch zeigt, ist ja, daß Amsterdam eigentlich eine Festung ist. Darauf weisen die Zacken am Rande hin. Es ist eine Festung, die immer weiter ausgebaut wurde. Und es gibt ja auch heute noch eine größere Festung, die „stelling van Amsterdam“, zu der es auch so einges zu erzählen gäbe. Im zweiten Weltkrieg wurde sie durch gezieltes Fluten zur Abwehr der deutschen Truppen verwendet.

  4. Tim Tim

    Deze Blog is gewoon fantastisch! Er worden niet alleen maar bijdragen van hetzelfde thema toegevoegd maar altijd verschillende en spannende dingen over Nederland! Zowel taal als cultuur en historie :)

    • Ik ben blij dat je buurtaal zo leuk vindt, Tim :)

  5. Bob Bob

    Ich habe grade überlegt warum die überhaupt die Grachten angelegt haben.
    Das war dann wohl damit der Schiffsverkehr an die Grachtenhäuser ran kam (waren ja früher Lagerhäuser).

    • Hoi Bob, damit hatte es in der Tat viel zu tun. Der Güterverkehr verlief zum größten Teil übers Wasser und so konnte man die Ware direkt aus dem pakhuis aufs Schiff laden.

  6. Theo aus Oss Theo aus Oss

    Was auf Pfählen bauen betrifft: damals – vor sechzig Jahre – erzählte unser Grundschulelehrer dass für das damalige Rathaus, der heutige königliche Palast auf dem Dam, genau 13659 Pfähle gebraucht wurden. Einfach zu behalten: die Zahl der Tage eines Jahres eingeklemmt zwischen eine 1 und eine 9.
    Vor einige Wochen habe ich Deinen Blog gefunden durch einen Link auf „Nederlands Berlijn“, und weil ich – als völliger Laie – sehr interessiert bin in Sprachen, bemühe ich mich jetzt mit dem Lesen aller Deiner Blogs. Sie machen mir viel Freude, und ich erkenne manches darin.
    Entschuldigung bitte für den Fehlern, damals aufs Gymnasium, auch schon fünfzig Jahre her, sollten wir vor allem lernen vom deutschen auf niederländisch zu übersetzen, die Rechtschreibung und die Fälle hatten damals nicht die Priorität…

    • Hoi Theo, schön, dass Du buurtaal gefunden hast und einiges von dem, was ich beschreibe, wiedererkennst.

      Bist Du schon lange in Deutschland?

      • Theo aus Oss Theo aus Oss

        Hallo Alex, wenn ich den Eindruck gegeben habe in Deutschland zu leben, muss ich mich wohl entschuldigen. Ich lebe seit meiner Geburt in der schöne Provinz Nord-Brabant.

        • Hoi! Hm, dann habe ich das wahrscheinlich einfach nur angenommen. Du musst Dich auf keinen Fall entschuldigen.

          Wir sind ja quasi buren (gewesen), denn ich habe einen Teil meiner Jugend in Wijchen, unweit von Oss, verbracht :)

  7. […] schon seit 1550 die größte Stadt des Landes und spätestens seit dem 17. Jahrhundert eine der bedeutendsten Hafen- und Handelsstädte der Welt. Den Haag hingegen war deutlich kleiner und hatte zudem lange keine Stadtrechte. Die bekam […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.