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Tütengemüse

Kochen geht in den Niederlanden schneller als in Deutschland. Das kommt, weil die Supermärkte ein enormes Sortiment an abgepacktem Gemüse bieten. Es ist fertig geschnitten und gewaschen und kann einfach so in den Topf.

Abgepacktes Hutspot-Gemüse im niederländischen Supermarkt

Zutaten für hutspot – den typisch niederländischen Kartoffel-Möhren-Eintopf.

Groente aus der Tüte ist praktisch. Kein Schnippeln, kein Waschen: nur die Plastikverpackung aufreißen und den Inhalt in den Kochtopf oder die Pfanne gleiten lassen. Auch ihre aardappels (Kartoffeln) kaufen viele Niederländer geschält oder sogar bratfertig in Scheiben geschnitten.

Schnell und bequem …

Wer nach einem langen Arbeitstag keine Lust mehr hat, lange in der Küche zu stehen, ist mit diesem „Plastikgemüse“ gut bedient. Vor allem die bunte Salatmischung und das Paket mit Wokgemüse finden leicht ihren Weg in den Einkaufswagen. Erstere sieht man übrigens immer häufiger auch in deutschen Supermarktregalen.

… aber teuer

Bequemlichkeit hat ihren Preis. Vorgeschnittenes Gemüse spart Zeit, ist aber wesentlich teurer als das gleiche Grünzeug, wenn man es nicht vorbereitet kauft. Allerdings wird sich wohl kaum jemand drei verschiedene Kopfsalate kaufen, um eine Vitaminbeilage fürs Abendessen zusammenzustellen. Da hat die bunte Tüte doch ihre Vorteile.

Gesund?

Abgepackter Rosenkohl im niederländischen Supermarkt

Beim Schneiden und durch die Aufbewahrung in Plastik geht Vitamin C verloren. Wird das Gemüse luftdicht verpackt, hält sich dieser Verlust jedoch in Grenzen.

Interessanterweise setzen geschnittene Kohlsorten (Rot- und Weißkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Blumenkohl, Brokkoli) vermehrt sogenannte Glukosinolate frei, wenn sie nicht gleich verzehrt werden. Diese sekundären Pflanzenstoffe stärken das Immunsystem.

Über die gesundheitlichen – und geschmacklichen – Aspekte von abgepacktem im Vergleich zu „originalem“ Gemüse lässt sich streiten. Ich denke jedoch, dass das Riesenangebot an fertig verpackter Frischkost so manch einen Gemüsemuffel eher mal zum Kauf verlockt. Und so landen heute vermutlich mehr Vitamine auf niederländischen Teller als früher, als groente noch mit mehr Aufwand verbunden war.

Mögt Ihr Tütengemüse? Würdet Ihr es kaufen, wenn es in Deutschland ein größeres Angebot gäbe?

53 Kommentare

  1. Carsten Carsten

    Ich bin ein Fan dieses Tütengemüses. Wenn wir in unserem Urlaub (meist im C1000) einkaufen, verfallen wir fast in einen Kauf-Rausch, weil so viele Dinge einfach viel praktischer und dazu noch viel leckerer sind, als die deutschen Produkte.

  2. Auch ich zähle mich zu den absoluten Fans dieses Services, für den ich gerne mehr bezahle! Und du hast Recht, Alex: Ich habe häufiger schon mal aus Zeitgründen nichts Grünes gegessen … Und dann predigen Sie uns hier tagtäglich von gesunder Ernährung …

  3. Ich finde die Tüten auch klasse, da sowohl mein Mann als auch ich nach der Arbeit oft nicht mehr die Zeit und den Nerv haben, Gemüse zu schnippeln. Ausserdem schaffe ich es nie, Mahlzeiten lange im Voraus zu planen und entsprechend einzukaufen. Wenn man dann nicht zuviel wegwerfen will (Reste eines nicht ganz aufgebrauchten Salatkopfs etc.), sind die Tüten ideal, da wir ja nur ein Zweipersonenhaushalt sind. Eine in Deutschland lebende Freundin sagte mir, sie würde auch mehr Gemüse essen, wenn sie es so schön vorverpackt kaufen könnte.

  4. @Carsten @Susa @scrooge
    Gemak dient de mens, wie es ein niederländisches Sprichwort so schön sagt ;-)

    Ich bringe mir aus NL auch immer ein paar Tüten mit. Favorit sind dabei Endiviensalat (andijvie) und Grünkohl (boerenkool). Wenn man Letzteren selber waschen und putzen muss, ist man ja wirklich stundenlang beschäftigt …

    • Bouke Bouke

      Da kann ich ein Tipp geben; hier im Edeka (HH) kann man Grünkohl einfach tiefgefroren kaufen. Seitdem nehme ich kein Grünkohl mehr mit aus NL. Ausgenommen die HEMA rookworsten natürlich. Ich glaube die gibt es hier einfach nicht weil es nicht kulinarisch genug ist oder so… (will auch wirklich gar nicht wissen was drin ist, solange es nur gut schmeckt)
      Die Niederländer, ausgenommen Brabanders, Zeelanders en Limbugers, sind halt nutzesser. Lieber ist es nahrhaft und einfach als aufwendig und übelst lecker.

      • Werde hier in der örtlichen Edeka-Filiale mal Ausschau nach diepvriesboerenkool halten :-)

  5. Lucy van Pelt Lucy van Pelt

    Nein, ich kaufe so verpacktes Gemüse nicht. Das Problem ist das Plastik.
    Es ist bekannt, daß z.B. Plastikflaschen hormonähnliche Stoffe an das Getränk in ihnen abgeben, was immerhin bei getesteten Schnecken zu Unfruchtbarkeit geführt hat. Wer will sowas Kindern zumuten? Die Erde – und vor allem auch die Meere – sind voll von Plastikmüll, und das Zeug hält sich ja ewig.
    Wie sehen jetzt schon die Strände aus?
    Z.B. kann ein Künstler auf Amrum große Kunstwerke nur aus von der Nordsee angeschwemmtem Müll schaffen! Der größte Teil seines Materials ist aus Plastik.
    Und wer frißt die winzigkleinen Restbestände des Plastiks? Die Fische, die dann wieder wir essen. Es sind ja nicht alle Menschen Vegetarier.
    Natürlich fände ich kleine Portionen auch enorm praktisch, ich lebe nämlich allein. Aber die kann ich mir auf dem Wochenmarkt beschaffen. Eine Hand voll Ackersalat, ein paar Champignons, eine gelbe Rübe, alles hier in der Umgebung gewachsen, Keime aus dem Keimgerät – da brauche ich keinen Kopfsalat. Zum Einkaufen nehme ich eine Stofftüte oder einen Korb, dann brauche ich keine Plastikverpackung. Gemüse putzen kann ich immer. Ich habe Zeit.
    Mir schadet all das Plastikzeugs nicht mehr, ich bin alt. Aber den Kindern überall auf der Welt …

    • @ Lucy:
      Nicht nur Tütengemüse ist in Plastik verpackt. Sehr viele frische Gemüse wie z.B. Eisbergsalat und Salatgurken die man Im Supermarkt kaufen kann, werd auch in Plastik verpackt, damit die Gemüse länger frisch bleiben.

      Ich vermisse „meine“ Tütengemüse. Vor allem die Woksorten und die Celavita Bratkartoffeln mit Gartenkräutern. Es war so einfach und schnell was leckeres zu zaubern wenn Frau bis 18 Uhr gearbeitet hatte und dann erst um 18:45 zu Hause war.

      Ich rufe immer, ich eröffne hier in Berlin eine Gemüseschneiderei und werde so reich. Wenn ich sehe was man hier bei Reichelt (kann man vergleichen mit AH in Holland) bezahlt für ein kleines Tütchen (schlappen) gemischten Salat. Die Juppies hier kaufen sowas gerne und sind bereit viel Geld dafür zu bezahlen. Das kann ich bestimmt besser mit mehr auswahl, besserer Qualität und Preiswerter.

      • Ich bin sicher, dass Du für Dein geschnippeltes Gemüse in Berlin viele Abnehmer findest würdest!

  6. Karin Weiss Karin Weiss

    Nein, ich kaufe das auch so wenig wie möglich. Als ich neu war in Holland fand ich die Tüten mit geschnittenem Suppengemüse auch praktisch. Heutzutage ärgere ich mich daran. Die ganze Gemüseabteilung glänzt von Plastik. Alles ist eingepackt, Gurken, Paprika, alles. Selbst Äpfel in Spalten gibt’s in Tüten! Wie schön ist es dann, um über die Grenze in D einzukaufen und da ein Petersiliensträusschen aus der Kanne zu wählen und alles zu erschnuppern und beim Kochen so zurecht zu schneiden, wie man es selber will. Ausserdem habe ich einen Komposthaufen und freue mich über alle Gemüseabfälle. Wenn Kohl in Streifen in Tüten verkauft wird, braucht man sich nicht zu wundern, dass Kinder keine Ahnung haben, wie so etwas wächst. Ich jedenfalls, finde es traurig, wie es in NL in den Gemüseabteilungen aussieht.

  7. Normalerweise kaufe ich hier in Holland Gemuese im Gemueseladen. Dann aber am liebsten fertig geschnitten und gewaschen. Irgendwie stoert mich das luftdichte Gemuese aus der Tuete im Supermarkt. Das sieht zu clean aus.
    Jedesmal wenn ich dann sehe, dass der Gemuesman das Vorgeschnitte in eine Tuete tut, denke ich: was ist denn eigentlich der Unterscheid mit dem Gemuese aus dem Supermarkt? :)

  8. Da muss ich meinen Vorschreibern auch recht geben: Bei dem Umweltaspekt zwackt mich öfter das schlechte Gewissen. Die Papiertüte, die Bart nennt, wäre mir auch lieber. Leider gibt es das bei uns in der Nähe nicht, der Gemüseladen in meinem Einkaufszentrum ist schon seit zehn Jahren weg. Ich gebe zu, das ist etwas zwiespältig: Bei den meisten Dingen passe ich auf wie ein Schiesshund – Licht aus, wenn ich den Raum verlasse (was mir hier in NL mal den Kommentar „Dat is typisch Duits“ einbrachte), sehr selten Auto fahren etc., aber beim Kochen überwiegt die gemakzucht.

  9. Ich gebe zu, ich habe schon Mischsalat in der Tüte gekauft, wenn ich nicht auf den Markt gekommen bin um ihn dort zu kaufen.
    Ansonsten bin ich der Schnippelfrischtyp. Ich habe es mir angeeignet schnell zu schneiden. Den Köchen auf die Finger geschaut und nachgemacht. Ich brauche also nicht lange um Gemüse zu schnippeln.
    In Maastricht habe ich auch gesehen, dass es fertige Gerichte hinter Folie gibt. Ist ja ganz praktisch und vielleicht auch schmackhaft, aber es geht nix über selber kochen. Und ich bin der Meinung dieser Aufwand lohnt sich auch für eine Person.

  10. Steff Steff

    Bei meinen Besuchen in den NL bin ich immer wieder fasziniert von der Vielfalt der Fertiggemüsetüten in den Supermarktregalen. Dasselbe gilt für alle anderen abgepackten Frischwaren wie z. B. Pfannkuchen- oder andere Teige (oder gar die fertig ausgebackenen Ergebnisse), frisch gepresste Mischsäfte etc., die es dort in wesentlich größerer Auswahl gibt als bislang in D. Der Ästhetik kann ich durchaus etwas abgewinnen, auch wenn ich es – ebenso wie Bart – ziemlich clean finde. Und praktisch können solche Produkte schon sein.

    Trotzdem kann ich mich nicht recht damit anfreunden. Zusätzlich zu den oben bereits genannten „großen“ Argumenten, wie Müllentsorgungproblem und der Verantwortlichkeit gegenüber nachfolgenden Generationen sowie anderen Spezies auf dieser Erde, sehe ich aber auch in meiner eigenen kleinen Welt Entscheidendes:

    Wenn ich in meinem Alltag regelmäßig keine Zeit mehr finde, mir selbst mit Ruhe, Achtsamkeit und Genuss meine eigene Lebensgrundlage zu schaffen, dann stimmt etwas nicht. Spätestens dann ist es Zeit, meine Prioritäten grundlegend zu überdenken und meine Zeiteinteilung neu zu sortieren. Und diese Achtsamkeit im Kleinen und ganz Persönlichen ist meiner Meinung nach die Grundlage für Achtsamkeit und Respekt vor den großen Zusammenhängen.

    Nun koche und backe ich ausgesprochen gerne, kaufe auch gerne ein – besonders auf dem Markt- und freue mich an Düften, unterschiedlichem Geschmack und Farbvielfalt. Also entspricht es mir, hier eine hohe Priorität zu setzen und dafür Zeit „zu investieren“ – trotz Vollzeitjob und zeitintensivem, halbprofessionellem Hobby. Wenn ich nur aus politischer Überzeugung so handeln würde, dann wäre der Aspekt des Genusses sicher weniger ausgeprägt und meine Motivation entsprechend kleiner.

    Und zugegeben: auch ich greife mal zu einer Tüte Salatmischung oder – was ja eigentlich dasselbe ist – zu einem Glas fertiger Tomatensoße, wenn ich mal keine Zeit finde, richtig zu kochen. Aber eigentlich setze ich dann nur meine Prioritäten anders, denn meine Zeit verwalte ich ja schließlich immer selbst.

    • Lucy van Pelt Lucy van Pelt

      Ja, das mit der Achtsamkeit leuchtet mir auch ein, Steff, und Prioritäten setzt man in großem Maße selbst, da gebe ich Dir auch recht. Meine Überzeugung ist aber keineswegs nur eine politische! Wenn ich die Seevögel und die Fische im Fernsehen sehe, die mit vollem Magen verhungert sind, weil sie so viele Plastikteilchen verschluckt haben, dann wird mir schlecht. Dann würde ich gern vegetarisch und plastikfrei leben, und das geht über mein Gefühl.

  11. Sittenwidrig! Im Schweiße deines Angesichts sollst du deinen Salat essen. Und deine Gemüse natürlich auch.

  12. Christian/Lasco Christian/Lasco

    Vielen Dank für den Beitrag, Alex :-) Niederländische Essgewohnheiten (bzw. Einkaufsgewohnheiten) finde ich persönlich interessant.
    Ich selbst ziehe es vor, das Gemüse am Stück zu kaufen und es mir selbst zu schnippeln. Allerdings kaufe ich geschälte Tomaten, weil mir das zu umständlich ist…für Soßen zum Beispiel…
    Mir ist es noch gar nicht so aufgefallen, dass es in den Niederlanden solch abgepackte Ware gibt. Wahrscheinlich weil ich es übersehen habe, denn an solchen Plastiksachen laufe ich unbeachtet vorbei. Das ist auch so bei Brötchen in Plastiktüten z.B. der Fall, es spricht mich nicht an. Mir war aber aufgefallen, dass es weniger Auswahl gab. Mag aber auch saisonabhängig gewesen sein :-)
    Wenn ich wirklich keine Lust habe frische Gerichte zuzubereiten, dann nehme ich gefrorenes Gemüse, was sich ziemlich leicht und schnell zubereiten lässt (meiner Meinung nach). Im Großen und Ganzen bilde ich mir beim frischen Zubereiten auch ein, gesünder zu essen, was ich aber auch nicht beweisen kann. Außerdem ‚lerne‘ ich noch etwas beim Zubereiten dazu, denn besonders gut kenn ich mich noch nicht aus :-D
    In jedem Fall geht die Tendenz zu „Anti-Plastikgemüse“ ;-)
    Ist es denn in den Niederlanden sehr populär? Denn wenn sowas oft und viel angeboten wird, muss es ja Abnehmer dafür geben.

    Groetjes

    • Hi, ja, Tütengemüse ist in den Niederlanden sehr beliebt. Tiefkühlkost ist in der Tat eine gute (und günstigere) Alternative, wenn es dann doch mal schnell gehen soll.

  13. Dankeschön für Eure ausführlichen Kommentare!

    Die Plastikproblematik, auf die einige von Euch hinweisen ist mir durchaus bewusst. Sie ist Teil eines grundsätzlichen gesellschaftlichen Problems: Wie gehen wir mit unserem Abfall um? Letztendlich kann jede(r) von uns nur seinen oder ihren eigenen – kleinen – Beitrag liefern.

    In meinem eigenen Alltag trenne ich Papier, Plastik, Glas und Restmüll, habe beim Einkaufen immer einen Rücksack dabei und in der Stadt bin ich eigentlich immer mit dem Fahrrad, statt mit dem Auto unterwegs (Ich muss zum Glück nicht für eine sechsköpfige Familie einkaufen …). Ich finde, dann ist ab und zu auch mal ein Gemüsetüte „drin“.

    Übrigens koche ich gerne, und Schnippeln macht mir Spaß – zumindest wenn ich Zeit habe …

  14. Mendian Mendian

    Tuetengemuese, Tuetenbroetchen, Plastikfleisch. Die Liste ist endlos erweiterbar. Eine Fleisch-, Wurst- oder Kaesetheke, an der man seine Salami und seinen Kaas abgewogen bekommt, findet man in niederlaendischen Supermaerkten nicht. Fleisch, Wurst, Kaese ist abgepackt. Dazu kommt noch, dass Familienpackungen ab 1kg meist genausoviel kosten wie die Singlepackung.

    Schaut man sich die woechentlichen Angebote der Supermaerkte an, dann hat man den Eindruck, dass sich die Niederlaender nur von Haehnchenbrust, Haehnchenschenkeln, Speklappen und Hackfleisch ernaehren.

    Das Hauptproblem sehe ich in der Muelltrennung, die in den Niederlanden so gut wie nicht stattfindet. Gelbe Saecke oder gelbe Tonnen sucht man hier vergeblich. Man muss mit seinem Verpackungsmuell zu einem der Sammelcontainer in der naeheren (oder weiteren) Nachbarschaft. Da diese Container aber dauernd ueberfuellt oder zerstoert sind, geben die meisten Niederlaender spaetestens nach dem 3. Versuch ihren Plastikmuell loszuwerden, auf. Dann wandert alles in die graue Tonne (oder im schlimmsten Fall in irgendein Gebuesch in der Naehe der Container.

    Auch eine blaue Tonne fuer Altpapier sucht man hier vergeblich. Altpapier wird, je nach Gemeinde 1x im Monat eingesammelt. (Sieht lecker aus, wenn es vor der Abholung kraeftig geregnet hat), oder man bringt seine Sammlung zum naechsten Wertstoffhof. Da viele Niederlaender Vollzeit arbeiten, und die Werstoffhoefe nur wenige Stunden am Tag geoeffnet haben, wandert auch das meiste Papier in die graue Tonne.

    Enschede will diesem ‚Nichttrennen von Muell‘ nun ein Ende machen. Und da sind die Gemeinderatsmitglieder auf eine ganz schlaue Idee gekommen: Die grauen Restmuelltonnen sollen abgeschafft werden. Stattdessen sollen Restmuellcontainer neben den Plastikcontainern aufgestellt werden. So muessen die Menschen ihren Restmuell zu dem Container schaffen (zu Fuss, per Fahrrad oder per Bus), und sie nehmen ihren Plastikmuell dann auch gleich mit. Da diese Restmuellcontainer genauso schnell ueberfuellt bzw. zerstoert sein werden wie die Plastikcontainer, kann jeder sich selbst ausrechnen, wie es dort aussehen wird.

    Wir hatten in Den Haag fuer das ganze Haus 2 unterirdische Muellcontainer. Ergebnis: Dauernd ueberfuellt, Muelltueten wurden dann neben den Einwurfoeffnungen abgestellt, die Moewen hatten wieder Party und mindestens zweimal die Woche rueckte die Feuerwehr aus wegen eines Containerbrandes (Was wiederum den Vorteil hatte, dass der Container wieder leer war)

    • Eine Fleisch-, Wurst- oder Kaesetheke, an der man seine Salami und seinen Kaas abgewogen bekommt, findet man in niederlaendischen Supermaerkten nicht.

      Sorry, aber das ist Unsinn. In jedem etwas besser sortierten Supermarkt in NL kann man Käse oder Fleischwaren abwiegen lassen. Das mache ich selbst jedesmal, wenn ich mich bei AH mit altem Gouda eindecke.

      Irgendwie bekomme ich den Eindruck, dass Du Dich als Deutsche in den Niederlanden nicht ganz wohl fühlst …

      • Mendian Mendian

        1) Fuehle ich mich mehr als wohl
        2) Weder im C1000 noch in AH in Den Haag Houtwijk gab es eine Theke, wo man Kaese, WUrst oder Fleisch abwiegen lassen konnte.
        3) Gleiches gilt fuer zwei C1000, drei AH, Em-te, zwei Sanders, Dirk, nettorama und den ehemaligen Super de Boer in Enschede.
        4) Auch im AH und im Em-te (ehemals Sanders) in Hengelo gibt es solch eine Theke nicht. Nein, auch nicht bei Boni in Nijkerk ….
        5) Was es allerdings gibt, und was ich gerne nutze ist ein guter kaaswinkel sowie ein sehr guter keurslager gleich neben dem naechsten AH.
        6) Wenn man Glueck hat, und die Mitarbeiter der beiden C1000 Maerkte in Enschede Zeit und Lust haben, kann man fragen, ob man statt der 4 oder 6 Steaks auch nur 2 Steaks haben kann. Dann verschwindet ein Mitarbeiter in die Katakomben, wo sich die Metzgerei befindet, und kommt *Trommelwirbel* mit 2 fix und fertig abgepackten Steaks wieder zum Vorschein.

        • ad 1) Schön, das zu hören :-)

          Wenn es bei den Supermärkten nicht klappt, gibt es ja zum Glück, wie Du schon sagtest, Einzelhändler, die diesbezüglich flexibler sind.

        • Bouke Bouke

          Bei vielen von den oben genannte supermärkte (ich wohne hauptsächlich in Enschede) würde ich aber doch behaupten dass es meistens mindestens eine Käsetheke gibt. Auch eine fleischtheke gibt es oft, obwohl ich mir da weniger sicher bin. Was es auf jeden fall immer gibt ist eine brottheke.
          Allerdings muss ich auch zugeben das die Theken in Deutschland echt breit ausgemessen sind und ein richtigen Metzger oder so ähneln in ausstattung und funktion.

          In NL sind es eher oft einfach einpackstellen wo manchmal jemand steht. Es dient keine funktion, weil alles schon vorverpackt da liegt, das ganze sortiment. Im schuhladen fragt man auch nicht nach schuhen die nicht da sind; die ganze kollektion ist einfach da, im laden zu sehen. Wenn’s zu wenig ist, dann kauft man einfach zwei verpackungen. Wenns zu wenig ist, fragt man nach, friert die hälfte ein oder geht zum anderen supermarkt. So sehe ich das allerdings durch meine orangefarbige brille ;)
          Das ist auch was mir hier in München so ärgert am einkaufen eigentlich – ich will einfach ne pfundverpackung rinderhackfleisch greifen und weiter gehen. Aber nee, da muss ich mich an die Theke anstellen, warten, bestellen und nochmal warten. Ärgerlich! Und das gleiche dann nochmal an der kasse, weil alle fünf leute vor mir es am liebsten auf den Cent genau in bar auszahlen.

          Ich glaube beide (theke und bezahlkultur) sind in die Niederlanden einfach auf pragmatismus ausgelegt. In NL muss alles schnell und makkelijk gehen.

  15. Huldra Huldra

    Ich mag diese Gemüsetüten irgendwie schon, vor allem wenn es Mischungen sind, gerade das Wokgemüse kaufe ich gerne, wenn es schnell gehen muss. Allerdings finde ich vorgeschälte Kartoffeln oder Karotten echt übertrieben.
    Aber generell sind die niederländischen Supermärkte mehr auf Singlehaushalte eingerichtet als die hier in Deutschland. Zum Beispiel finde ich hier in D selten Milch in 0,5 l-Packungen, und dabei fände ich das sehr praktisch, denn ich verwende die Milch meistens nur für meinen Kaffee, und dann wird sie oft sauer. Und die Kilopackungen Karotten oder Äpfel sind mir auch immer zu viel, da kaufe ich dann lieber auf dem Wochenmarkt ein, oder bei den sog. Gemüsetürken, die es hier oft um die Ecke gibt, wo ich dann in Kleinstmengen zwei bis drei Mal in der Woche mein Obst und Gemüse frisch kaufe.

    • Bei Milch geht es mir ganz ähnlich. Und für „Großverbraucher“ gibt es in NL die 1,5-Liter-Packungen, auch praktisch. Mein Eindruck ist auch, dass niederländische Supermärkte mit ihrem Sortiment mehr auf kleine Haushalte einspielen als die in Deutschland.

      Beim Gemüsetürken um die Ecke bin ich übrigens auch häufig anzutreffen ;-)

  16. Katrin Katrin

    Oké ich gestehe, endiviensalat hab ich schon aus der tüte gegessen, aber geschälte,weisse Kartoffeln…..ne hoor!

    Ein einziger Vorteil? Es sind singlefreundliche Portionen;)

  17. Vorgeschälte Kartoffeln müssen es bei mir auch nicht sein.

    Gestern habe ich Gemüselasagne gemacht und ganz brav selbst geschnippelt. :)

    • Was die panklare Kartoffeln betrifft, sind wir uns, glaube ich, alle einig. Es mag natürlich anders aussehen, wenn man fünf hungrige Mäulchen stopfen muss …

      • Carmen Carmen

        Ich muss zugeben, dass ich früher als ich noch in einem echten Studentenhaus gewohnt habe oft zu den geschälten Kartoffeln gegriffen habe. Wir waren zu fünft und haben viermal in der Woche zusammen gegessen (Mo-Do), aber es war oftmals erst sehr spät klar wer sich heute erbarmt und kocht, da wir unfähig waren einen Essensplan aufzustellen. Außerdem hatten wir keinen Platz um Kartoffeln oder ähnliches zu lagern was dazu führte das meine Mitbewohner wirklich extrem verschwenderisch kochten, also lieber die ganze Packung Reis und dann den Rest wegschmeißen. Das war für mich schon echt grenzwertig, aber leider konnte ich das nicht ändern. Dementsprechend waren die abgepackten Kartoffeln da echt das kleinere Übel. Jetzt wohne ich mit meinem Freund zusammen und benutze eigentlich nur noch das abgepackte Wokgemüse.

  18. Also ich finde so viel eingeschweißtes Gemüse echt übertrieben. Natürlich spart es Zeit und sieht meist auch sehr appetitlich aus, ich kaufe solche Produkte allerdings nicht. Mir geht es dabei nicht unbedingt nur um den Verpackungsmüll. Ich finde auch, dass die Sachen einfach nicht wirklich den gleichen frischen Geschmack haben. Wenn ich zum Beispiel Salat oder Obststücke in der Tüte koste, dann schmecken die irgendwie immer nach Konservierungsstoffen! Außerdem koche ich leidenschaftlich gern und das am liebsten mit frischen Zutaten!
    Tendieren den die Niederläder tatsächlich auch vermehrt zum Tütengemüsekauf?

    • So würde ich das nicht sagen. Gemüse aus der Tüte gehört in niederländischen Supermärkten schon seit mehreren Jahren zum Standardsortiment, was wohl bedeutet, dass es tatsächlich einen Bedarf erfüllt.

  19. […] ich Maultaschen bislang noch nie selbst gemacht habe. Man kann sie hierzulande ja bequemerweise pfannenfertig kaufen. Das ideale Gericht für Tage, an denen man wenig Zeit hat: in der Pfanne mit ein paar […]

  20. Bianca Bianca

    Ich LIEBE es. Einmal im Vierteljahr fahren wir die ca. 200 km in die Niederlande und verbringen den Tag dort (immer woanders) und nehmen für die Rückfahrt eine Kühlbox mit. Wir kaufen meistens bei Albert Heijn ein und geben immer 100-150 Euro aus. Meistens für Gemüse und Milchprodukte (naja – zugegebenermaßen ist auch die ein oder andere Süßigkeit dabei).

    Wir lieben Stamppot (boerenkool of andijvie) und Hutspot. Besonders Endivie und Grünkohl finde ich sehr aufwändig in der Zubereitung auf Grund des Putzens. Auch Feldsalat gibt es in den Niederlanden meistens ‚dreimal in Eiswasser gewaschen‘ wo hier für den gleichen Preis ‚vor dem Verzehr putzen und waschen‘ verlangt wird.

    Ich bin auch ein großer Fan des vegetarischen Angebotes (auch wenn ich gerne Fleisch esse – ich ersetze es gerne manchmal durch Fleischalternativen).

    Wir haben eine Kundenkarte und fahren immer, wenn es eine besonders tolle ‚korting‘ gibt.

    Und wir haben die Erfahrung gemacht, dass besonders das Tiefkühlobst das hiesige um ein Vielfaches in Geschmack und Vielfalt schlägt – und das zu einem bezahlbaren Preis!

    Was mir außerdem besonders gefällt (aber das mag möglicherweise etwas ah-spezifisches sein) sind die Mahlzeitverpackungen in denen man alles findet, was man für eine Mahlzeit benötigt. Beispielsweise ist hier eine Zucchini zusammen mit einer Aubergine, einer kleinen Gewürzportion, einer abgestimmten Reisportion und was auch immer. Dazu ein Rezept und man muss sich keine Gedanken machen, dass man diese oder jene ungewöhnliche Zutat für dieses eine Gericht gekauft hat, das man unbedingt ausprobieren wollte und der Rest der überdimensionierten Verpackung für die nächsten anderthalb Jahre unberührt in der Vorratskammer steht. :)

    Und ich liebe diese kleinen Tüten (roerbakmix, nasi bami groente, …). Wenn ich mittags nur eine Dreiviertelstunde habe um nach Hause zu fahren und uns eine Kleinigkeit zu kochen, dann ist es eine tolle Alternative zur Kantine, gesund und schnell gemacht. Am Vortag Reis oder Nudeln vorkochen, Gemüse dazu, alles in der Pfanne anbraten, vielleicht noch ein gequirltes Ei reinschlagen… Perfekt.

    Ich schnipple und koche sehr gerne. Aber meistens hat man die Vielfalt, die in einer kleinen Tüte steckt, nicht im Kühlschrank. Wenn ich je eine Paprika, eine Zucchini, eine Aubergine, eine Zwiebel, ein Stück Lauch, ein Stück Kohl und so weiter schneide, koche ich entweder Armeeportionen oder es bleiben frische, unzubereitete Reste, die schnellstens verwertet werden müssen. Und mit den kleinen Tüten werfen wir wenig weg. Das freut mich sehr, denn ich hasse es, Lebensmittel wegzuwerfen.

    • Die für eine oder zwei Personen gedachte Tüten mit Gemüsemischungen sind wirklich sehr praktisch, das finde ich auch!

  21. Jan Jan

    Finde ich jedes mal wieder ziemlich großartig, gerade, weil ich mich ja meist urlaubend in den Niederlanden aufhalte und man da nicht die ganze Küche dabei hat. Allerdings ärgerlich, dass man so viel Müll macht. Daher schneide ich am Ende des Tages doch lieber selbst und kaufe möglichst ohne Plastik auf dem Markt.

    • Auf den Markt gehe ich auch gerne.

  22. Ute Schuurman Ute Schuurman

    Sicherlich ist dieses vorgeschnittene Gemüse praktisch, wenn man nur kleine Mengen von unterschiedlichen Sorten benötigt. So benutzen wir, wenn wir in den Niederlanden sind, z.B. die Beutel mit Nasigroente oder de Mosselgroente. Sonst finde ich diese Beutel im Verhältnis zum Inhalt viel zu teuer. Auch vom Vitamingehalt bin ich nicht so überzeugt. Lieber verwenden wir dann Tiefkühlgemüse. Das geht auch schnell und kann Portionsweise entnommen werden.

    • Hallo Ute, in manchen Fällen ist Tiefkühlgemüse sicher eine gute Alternative.

  23. Hoi,

    ja, solch Tütengemüse wäre nett, wenn man es in kleinen Portionen bekäme. Ich bedaure beispielsweise, dass es Feldsalat meist nur 150-Gramm-Päcken und Kopfsalat oder Weißkohl nur im Ganzen gibt – ist viel zu viel für mich Persönchen. Gut, letzteres kann man blanchieren oder zu einem Eintopf verarbeiten, um es anschließend einzufrieren. Bei Salaten klappt das leider nicht.

    Interessant ist vielleicht noch: Vitamine mögen zwar kaputt gehen, aber bei eisenhaltigen Lebensmitteln (z. B. Feldsalat, Linsen) bleibt das Eisen erhalten, ganz egal, wie tot man es gekocht hat. ;o)

  24. Bianca Bianca

    Mir ist bisher noch gar nicht aufgefallen, dass es in NL soviel fertiges Gemüse in Plastik gibt :-D . Ich fahre so gerne nach NL, weil ich das frische Gemüse dort so toll finde :-D .

    • Das ist schön zu hören, Bianca. Kennst du auch das frische Snack-Gemüse, das man dort überall findet?

  25. Vera Vera

    Ich stehe dem Tütengemüse sowohl positiv als negativ gegenüber. Einerseits sind sie natürlich sehr praktisch, vor allem wenn es Mischungen sind wie ‚Thaise roerbakgroente‘, wo so viel verschiedene (teilweise exotische) Gemüse drin sind, die man einzeln gekauft in der Menge gar nicht braucht (oder findet). Und der Zeitfaktor spielt da auch eine große Rolle.
    Ich ‚roerbakke‘ sehr gerne, der Wok ist daher auch fast täglich in Benutzung.

    Andererseits sind die Tüten teuer, und der ganze Plastikmüll ist nicht gut für die Umwelt. Immerhin hat sich in Sachen Mülltrennung in den letzten Jahren einiges getan, und haben wir in Rotterdam seit einiger Zeit zentrale große Container für Plastikmüll. Vor dem eigenen Haus stehen drei Container im Vorgarten: Schwarz (Restmüll), Grün (Bio) und Blau (Papier).

    Was ich auch sehr praktisch finde: das erwtensoeppakket. Darin ist alles, was man für eine gute holländische Erbsensuppe braucht (bis auf das Fleisch), in den richtigen Mengenverhältnissen. Als ich letztens Erbsensuppe kochen wollte, konnte ich aber nirgends so ein Paket finden und musste alles lose kaufen. Man braucht unter anderem einen Viertel Sellerie (Knolle), aber man kann die Knollen natürlich nur als Ganzes kaufen. Im Erbsensuppenpakket ist ein Viertel. Jetzt musste ich also einen ganzen Sellerie kaufen, und hab da diesen Rest… dreiviertel Knolle Sellerie. Auch blöd.

    Neuerdings auch zu bekommen: das Ratatouille-Paket, das Couscous-Paket, das Curry Madras-Paket, das Tomatensuppen-Paket etc. Mit Anleitung und allem, was man so braucht. Ich kann mir vorstellen, dass das so manchen Gemüsemuffel doch dazu anregt, mal etwas (anderes) mit Gemüse zu kochen.

  26. […] viele Niederländer eher auf bequem. Das bedeutet oft gekauft statt selbstgemacht und vieles ist vorgefertigt im Laden […]

  27. Irina Irina

    Ik steek een of twee keer per week de grens over om deze plastic groenten te kopen. Ik hou ervan. Mijn favoriet zijn de snijbonen.

    • alex alex

      Oh ja, voorgesneden snijbonen vind ik ook super handig, Irina.

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