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Schlaue Zebrastreifen, rücksichtslose Fahrer

Hatte ich insgeheim schon mit der Abschaffung von Zebrastreifen in den Niederlanden gerechnet, überraschte mich letztens eine Nachricht in der Tageszeitung de Volkskrant, in der von einem neuen System die Rede war: In Eindhoven läuft gerade ein Versuch mit drei High-Tech-Zebrastreifen.

Auf dem Testparcours – einer Busfahrspur – leuchten 500 im Straßenbelag eingebaute LEDs. Sie leuchten grün wenn kein Kraftverkehr in Sicht ist. Nähert sich ein Bus, färben sich die Leuchten gelb, um dann auf Rot zu wechseln während das Fahrzeug vorbeidonnert. Eine Art in der Straße eingebaute Ampel also.

Leider soll das Ganze noch nicht so funktionieren wie geplant. Manche LEDs sind defekt, und nicht immer wechseln die kleinen Leuchtquellen ihre Farbe auf Rot, wenn ein Bus angerast kommt. Die Entwickler betonen denn auch den noch experimentellen Charakter des Systems.

Aber auch wenn der LED-Zebrastreifen die Kinderkrankheiten überwindet: Das System scheitert an dem Faktor Mensch. Bei den Tests stellte sich heraus, dass viele Busfahrer trotz roter Ampel weiterfuhren und die grün leuchtenden Fußgängerlämpchen im Straßenbelag vollständig ignorierten.

Wundern tut das übrigens niemanden in den Niederlanden. Warum sollte es auf dem LED-waarschuwingszebrapad (LED-Warnzebrastreifen) anders zugehen als auf den herkömmlichen weißen Streifen, auf denen Fußgänger ihres Lebens ebenso wenig sicher sind?

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