Warum bringt es in Deutschland Unglück, den Geburtstag vorzufeiern?

Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2017

Das kannst du nicht machen.

Das bringt Unglück.

Ich war wieder in ein Fettnäpfchen getreten.

Der Grund: Ich wollte meinen Geburtstag, der an einem Montag stattfand, bereits am Wochenende davor feiern. Einfach weil es mir als pragmatischer Niederländerin praktisch und bequem schien. Am Montag ist niemand in Feierlaune.

Vorfeiern macht man nicht

Meine deutschen Freunde wiesen mich jedoch darauf hin, dass man in Deutschland nicht vorfeiern darf. Nachfeiern: ja. Aber schon vor dem eigentlichen Ehrentag das Glas heben? Auf keinen Fall.

Umso interessanter finde ich, dass es im Deutschen ein Wort für etwas gibt, das man tunlichst lassen sollte. Vorfeiern lässt sich nicht direkt ins Niederländische übersetzen. Man muss es in meiner Muttersprache umschreiben, zum Beispiel so:

Ik ben maandag jarig, maar ik vier het al in het weekend ervoor.

Reinfeiern hingehen ist in Deutschland sehr beliebt. Das wundert mich, denn konsequenterweise würde sich dieser Brauch doch genauso verbieten. Schließlich fängt die Feier dann auch schon vor dem Geburtstag an.

Anyway.

Ich knickte ein und feierte am Wochenende danach. Da lag der Geburtstag schon gefühlte Ewigkeiten hinter mir.

Aberglauben und schlechter Stil

Warum vorfeiern in Deutschland Unglück bringt, konnte mir bisher niemand plausibel erklären. Offensichtlich fordert man damit das Schicksal heraus.

Weniger abergläubisch veranlagte Deutsche halten es schlicht für unhöflich und unpassend.

Wisst ihr mehr über die Hintergründe dieses Phänomens?


Verpasse keinen Artikel – Alle neuen Beiträge bequem per E-Mail erhalten.

Vielleicht auch interessant:

Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du mehr als 350 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Von einem „Verbot“ des vorher feierns weiß ich gar nichts, aber vorher gratulieren, das macht man nicht bzw. nimmt man vorher keine Glückwünsche an.

    Antworten

    1. @Antje, es ist zwar kein hartes Verbot, aber man wird definitiv schief angeguckt, wenn man vorfeiern in Betracht zieht. Mir ist in zwanzig Jahren in Deutschland noch niemand begegnet, der oder die dieses Vorhaben nicht irgendwie kommentiert hat. Das ist für mich das Auffällige an der ganzen Sache.

      Antworten

  2. Ook in Nederland ken ik dit; dat wil zeggen: in mijn familie werd het wel gezegd, dat het vroeger niet gepast werd geacht om je verjaardag al vooruit te vieren.
    Ik heb de indruk dat dat in mijn familie iets anders werd beargumenteerd: je weet niet zeker of je je verjaardag levend op deze aarde zult meemaken, dus vier je misschien iets dat niet waar zal worden
    Ik heb het argument zoals dat in mijn familie werd benoemd dus niet zozeer als bijgeloof ervaren, maar meer van: het is niet passend om iets te vieren wat misschien helemaal niet zal gebeuren.

    Overigens hield men zich in mijn familie al sinds mijn jeugd niet meer aan deze regel.

    Antworten

    1. In unserer (niederländisch-jüdischen) Tradition ist Vorfeiern auch ‚absolutely not done‘. Wahrscheinlich auf dem gleichen Grunden wie Trijntje schreibt.

      Antworten

    2. Precies!
      Darum darf man auch beim Reinfeiern keine Geschenke vor Mitternacht annehmen. Ich bin absolut nicht abergläubisch, aber meiner deutschen, logischen Seele leuchtet das absolut ein.

      Antworten

  3. Ich kenne nur das man nicht vorher gratulieren darf, das bringt Unglück. Meine Kollegen wissen inzwischen das sie mir „een fijne verjaardag“ wünschen dürfen aber „gefeliciteerd met je verjaardag“ darf nur am Geburtstag und danach.
    Wo dieser Aberglaube herkommt weiss ich leider nicht.

    Antworten

  4. Cerveza Negra 27-07-2017 at 12:27

    Das ist echt ne gute Frage! Ich würde tatsächlich auch nicht vorfeiern. Ich tippe mal darauf, dass es was mit der Geburt selbst zu tun hat. Man würde auch nicht auf die Gesundheit von Mutter und Kind anstoßen, die Geburt feiern, den neuen Erdenbürger begrüßen, wenn die Geburt noch im vollem Gange ist.
    Beim Reinfeiern hingegen trinkt man sich bis 0 Uhr „nur“ ran und um 12 gibts dann das große Gratulieren. Vorher gratuliert man auch nicht.

    Antworten

  5. Das Thema hatten wir vor vier Wochen auch.
    Meine Niederländische Oma wollte ihren 89sten Geburtstag vorfeiern, da sie an Ihrem eigentlichen Geburtstag in Urlaub fuhr. Wir aus Deutschland haben echt den Kopf geschüttelt, so nach dem Motto…. sowas macht man doch nicht…. Warum nicht, kann ich dir leider auch nicht sagen. Auf jeden Fall haben wir in Holland vorgefeiert… und ist was passiert?….ne natürlich nicht…. außer das wir einen schönen Tag hatten.

    Antworten

    1. Eine Neunundachtzigjährige wird schon wissen, was sie tut ;)

      Es freut mich, dass ihr eine schöne Feier hattet, Sandra!

      Antworten

  6. Auch nach mittlerweile 17 Jahren in den Niederlanden bring ich es selbst nicht übers Herz, meinen Geburtstag vor zu feiern und ich rate auch meinem niederländischen Freund konsequent hiervon hab. Dieser Aberglaube ist schon sehr tief verankert in Deutschland. Ich kann mir auch nur vorstellen, dass es mit dem Sprichwort „Den Tag nicht vor dem Abend loben“ zu tun hat – man soll sich bloss nie zu früh freuen, es könnte ja kurz vor Schluss immer noch etwas schief gehen.

    Beim Reinfeiern gilt übrigens, dass man dabei auf keinen Fall vor Mitternacht gratuliert. Wenn man schon früher nach Hause muss, dann geht man schlimmstenfalls ohne dem Gastgeber alles Gute gewünscht hat. Um zwölf Uhr gibt es dann eine lange Schlange von Gratulanten – die natürlich nur dem Geburtstagskind selbst und nicht den Verwandten gratulieren.

    Antworten

  7. Hab ich ja in 32 Jahren noch nie gehört, dass das Unglück bringen soll :D

    Antworten

  8. Stimmt, vorfeiern ist in Deutschland absolut unüblich und ich finde Trijntjes Begründung (es ist vermessen davon auszugehen, dass man den Geburtstag noch lebend erlebt) schlüssig. Auch wenn man „reinfeiert“ wird ja erst um Mitternacht gratuliert.

    Antworten

  9. @Trijntje, @Ernst: Früher (der Calvinismus lässt grüßen), und in bestimmten Religionsgemeinschaften, mag auch in den Niederlanden einiges gegen vorfeiern gesprochen haben. Aber grundsätzlich deckt sich meine Beobachtung mit der von @René.

    Antworten

  10. @Cervesa, @Ulf, @Martin: Die Glückwünsche kommen beim Reinfeiern erst um Mitternacht, aber die Feier an sich hat dann schon längst begonnen … Für mich ist das nicht konsequent.

    Antworten

    1. Das stimmt schon, Alex. Es ist dann halt ein bisschen wie Sylvester, wo man sich ja auch erst um Mitternacht ein frohes neues Jahr wünscht. Ein schöner Nebeneffekt beim Reinfeiern ist übrigens, dass da meistens gesungen wird. Es sind dann ja alle Gäste gleichzeitig da und ein Ständchen ist dann fast unausweichlich.

      Antworten

  11. Das „Reinfeiern“ beginnt normalerweise mit einer „normalen“ Fête, wird durch das übliche (und sterbenslangweilige) „Happy Börssdäi“ um Mitternacht kurz unterbrochen um dann schnell die Geschenke zu überreichen, damit man kurz darauf sich verabschiedet und nach Hause fährt. Der Aberglaube, dass der Gefeierte „tot umfällt“ (oder andere schreckliche Dinge passieren) wenn man ihm vor seinem eigentlichen Geburtstagsdatum gratuliert, ist m.E. angestaubt und antiquiert, hält sich aber wie Hundeka… am Schuh.

    Schlechter Stil ist aus meiner Sicht, wenn jemand seinen Geburtstag drei- vier- oder mehrmals für „ausgewählte Gäste“ der Kategorie A, B … usw. „nach“feiert.

    In einer Szene aus „Crocodile Dundee“ wurde Mick Dundee gefragt wann er geboren sei. Er sagte „Im Sommer.“ Das ist ein dehnbarer Begriff und lässt für das eigentliche präzise Datum viel Spielraum… :-D

    PS Und wenn ich morgen meinen 100. Geburtstag feiern möchte dann mache ich das deswegen, weil meine Gäste ihn sonst nicht erleben würden…

    Antworten

  12. Mir kam beim Lesen ein halbernster Witz in den Sinn: „Wie bringt ein Mensch Gott zum lächeln? Wenn der Mensch sagt: „Lieber Gott: also, ich habe da folgendes geplant…“. Eigentlich nichts anderes als eine etwas humorvollere Umschreibung von „Der Mensch denkt – Gott aber lenkt“.

    Deshalb würde ich das auch nicht unter „Aberglaube“ einordnen. Also nicht „das bringt Unglück“, und damit eben nicht vergleichbar der „Schwarzen Katze“, die einem über den Weg läuft oder „Freitag, dem dreizehnten“ – sondern würde es eindeutig als Zeichen der Demut interpretieren.

    Während des Studiums stieß ich in alten Briefen immer mal wieder auf die Schlußformel „SGWUWL“, übrigens sowohl bei katholischen wie auch bei protestantischen Briefschreibern. Das sagte mir nichts, und so habe ich mich dann erkundigt. Es bedeutet „So Gott will und wir leben“ und stammt aus Jakobus 4:15. Das ist haargenau derselbe Gedanke. Wie meine Vorrednerin „Trijntje“ schon sagte: „Man weiß ja gar nicht, ob man an seinem Geburtstag überhaupt noch auf Erden lebt“. Unsere Zeit steht ja nun mal in Gottes Händen und nicht in unseren. Und so sähe ich auch ein „Vorfeiern“ eher als unangebracht an. Aber nicht aus Aberglaube, also nicht weil es „Unglück bringt“, sondern weil es eher in die Richtung geht „Selbstüberhebung des Menschen gegenüber Gott“. Aus einem ähnlichen Empfinden heraus ist es ja auch unüblich, bereits vor der Geburt eines Kindes Babykleidung, Spielzeug etc. zu schenken. Ebenfalls nicht, weil es „Unglück bringt“, sondern weil der Mensch eben nicht „planen“ kann…

    Das „Reinfeiern“ in den Geburtstag hat hingegen eine etwas andere Qualität: denn die Glückwünsche werden dann ja auch erst nach Mitternacht ausgesprochen, also am Geburtstag. Und das „Nachfeiern“ des Geburtstages geschieht ja durchweg noch in einem unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang und nicht ein halbes Jahr später.

    Übrigens ist hier auch das verspätete Gratulieren noch zu erwähnen. Da ich schlampig bin, verschussele ich durchweg die meisten Geburtstage von Angehörigen und Freunden. Dann fällt es mir ein paar Tage später siedend heiß ein bei einem Blick auf den Kalender. Aber als katholischer Maasländer weiß ich: Kein Problem – „Mer sin ja noch in de OKTAV!“. Für den, dem das nichts sagt: viele kirchliche Feste haben eine achttägige Dauer – eben eine „Oktav“: z. B. Weihnachten, Ostern, Fronleichnam, aber auch viele Heiligenfeste. Daraus hat sich in der Volksfrömmigkeit abgeleitet, diese Oktav auch auf den Geburtstag zu übertragen, so daß Glückwünsche, die in den 8 Tagen nach dem Geburtstag ausgeprochen werden, keine „verspätete“ Gratulation sind: „Wij gratuliert in de Oktav, den es ok noch brav!“ (so eine Redensart am Niederrhein).

    Antworten

  13. Gerhild Rudolf 27-07-2017 at 14:18

    Dass in Deutschland nicht vor dem Geburtstag gratuliert und gefeiert wird, finde ich auch sonderbar. Bei uns in Siebenbürgen/Transsilvanien und auch im restlichen Rumänien spielt es keine Rolle, ein paar Tage vorher zu gratulieren oder am Wochenende vor dem Geburtstag eine Party zu machen. – Gute Wünsche sind immer willkommen.

    Antworten

    1. Deinen Schlusssatz finde ich super, Gerhild. So sehe ich das auch.

      Antworten

  14. Warum sollte ich zu etwas gratulieren, was noch gar nicht statt gefunden hat? Für mich ist vorfeiern auch ein ’no go‘ ;-) Es werden auch vorher (beim reinfeiern vor Mitternacht) noch keine Geschenke ausgepackt! Ich bin so groß geworden und bis heute hat mich ehrlich gesagt auch nicht interessiert, warum das so ist. Aber wenn du schonmal fragst: es bringt Unglück etwas zu feiern, was noch nicht statt gefunden hat und von dem man nicht weiß, ob es überhaupt stattfinden wird. Eine möglicherweise bestandene Prüfung wird ja auch nicht vorher beglückwünscht. Mir ist also sowohl die ‚abergläubische‘ als auch die ‚religiöse‘ Begründung durchaus einleuchtend.

    Antworten

    1. Warum sollte ich zu etwas gratulieren, was noch gar nicht statt gefunden hat?

      Vorfeiern bedeutet aber nicht zwangsläufig gratulieren, Alexandra. Man kann prima vorfeiern und dann am Tag selbst die Glückwünsche aussprechen.

      Antworten

  15. Sylvia Zander 27-07-2017 at 21:18

    Das würde mich auch interessieren! Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Vorfeiern erscheint mir in dem Fall ok, denn man gratuliert ja erst nach Mitternacht, vorher ist es einfach nur eine Party! Und mit der Geburtsstunde nimmt man es ja eh nicht so genau….

    Antworten

  16. von meiner Mutter kenn ich es wie folgt: das vorzeitige Gratulieren zum Geburtstag könnte dazu führen, dass das Geburtstagskind vorzeitig stirbt und das wünscht man ja nicht wirklich dem Geburtstagskind. Solange man also nicht gratuliert, kann man ja schon mal feiern, aber eben nicht gratulieren.

    Antworten

  17. Och, „Ihr“ Niederländer könntet Euch ja unser „vorfeiern“ ausleihen und es meinetwegen voorvieren – klingt wie vorführen – nennen. Wir klauten Euch ja auch das „lecker“.

    Ob vor-, rein- oder nachfeiern, das ist doch egal. Hauptsache ist, es wird an einen gedacht und man hört nicht nach Monaten: „Sag mal, hast du nicht bald Geburtstag?“

    „Ja, in einem dreiviertel Jahr.“

    ;o)))

    Antworten

    1. Die Frage ist ob bei einem „zusammenfeiern“ von 3 Leuten, einer „reinfeiert“, einer „nachfeiert“
      und einer „vorfeieren“ darf? ;)

      Antworten

  18. Frau Vorgarten 28-07-2017 at 17:40

    Diese komische „Regel“ hab ich nie verstanden.
    Warum sollte es Unglück bringen, jemandem Glück und alles Gute zu wünschen, wenn das Ereignis, dem der Wunsch gilt, noch nicht eingetroffen ist?
    Meine Güte, die Leute stellen sich mal an.
    Wahrscheinlich bin ich an der Stelle nicht deutsch genug.
    Zu viele ausländische Einflüsse in der Verwandtschaft.

    Da fällt mir ein, dass ich als i-Dotz mal meine Klassenlehrerin fragte, wie alt sie denn sei. „Das fragt man nicht“, so die unverständliche Antwort.
    Auch son komisches Ding.

    Antworten

  19. Dass weniger abergläubisch veranlagte Deutsche es schlicht für unhöflich und unpassend halten ist m.E. exakt das selbe Phänomen. Auch für die ist es mit einem Tabu verbunden, übernommen von Eltern und Umgebung.
    Übrigens, auf mich wirkt es auch komisch, genau um 0:00 Uhr das Glas zu heben: mein GeburtsTAG ist erst nach dem ich wieder aus dem Bett gekommen bin. Wo ich sowieso nicht um 0:00 geboren bin, sondern 14 Stunden später. Also, eigentlich erst nach der Mittagspause „ben ik jarig“. Jedenfalls, in Schaltjahren…..

    Antworten

  20. Komisch, dass vorfeiern in Deutschland unangemessen ist. Niemals gewusst.
    Schone viele Male habe ich mein Geburtstag ein oder mehrere Tage zuvor gefeiert und mir ist nichts passiert. Und dabei wurde ich auch gratuliet, mit dem Wunsch, dass ich den wirklichen Geburtstag noch erleben möchte.
    Mitlerweile bin ich 71. Und wenn jemand mir ein Monat voraus zum Geburtstag gratuliert (z.B. weil er in Urlaub geht) erfreut mir das ebenso.

    Antworten

  21. Lucy van Pelt 30-07-2017 at 08:33

    Von meinen niederländischen Schwiegereltern habe ich gelernt, den Eltern eines Geburtstagskindes zu gratulieren, und dann erst dem Geburtstagskind. Das hat mir so sehr eingeleuchtet, daß ich es seither so mache. Älterwerden ist ja kein Verdienst, aber ein gelungenes Kind zu haben, schon.
    Ich selbst feiere gern mit verschiedenen Freundeskreisen an verschiedenen Tagen, weil diese Kreise sehr verschiedene Interessen haben und ich mich dann auch mit den Einzelnen selbst besser amüsieren kann als in einer großen Gruppe, und ich will mich ja anläßlich meines Geburtstages wohlfühlen. Mit Rangordnung hat das nichts zu tun, Gerd Ziegler!
    Und tatsächlich fange ich gern schon vor dem eigentlichen Datum an. Das hat mir gelegentlich Kritik beschert, weil „man“ ja nicht vorfeiert, hat mir aber in 72 Jahren nicht geschadet.

    Antworten

  22. Danke euch allen für die rege Beteiligung!

    Wenn ich das richtig schlussfolgere, ist das Problem nicht so sehr das Vorfeiern an sich, sondern das Vorher-Gratulieren. Das hat mir vorher noch niemand so klar gesagt.

    Antworten

  23. Es ist zwar eigentlich schon alles gesagt, aber noch nicht von mir! ;-)

    Dass das „Vorfeiern“ Unglück bringt, wird zwar gern gesagt,
    aber wohl kaum wirklich geglaubt. Wer ist schon so abergläubisch!
    Richtig aber ist: Es ist in Deutschland einfach unüblich.
    Für mich als Deutschem ist das auch nicht verwunderlich.
    Wie kann ich etwas feiern, von dem ich noch gar nicht weiß,
    ob ich es überhaupt noch erlebe?
    Dass man seine Pläne und Voraussagen unter einen Vorbehalt stellen soll,
    weil niemand sein Schicksal kennt, findet sich in vielen Kulturen.
    Einen ausführlichen Überblick gibt z. B. Wikipedia unter dem Stichwort „Inschallah“:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Inschallah
    oder (etwas weniger umfassend) unter „Insjallah“:
    https://nl.wikipedia.org/wiki/Insjallah
    Das passende deutsche Sprichwort dazu:
    „Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist.“
    Oder auch „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“.
    Deshalb finde ich es eher bemerkenswert,
    dass Du (wie ja wohl auch viele andere Niederländer)
    offenbar überhaupt keine Probleme damit hast.

    Beim Reinfeiern knallen die Korken erst um 0 Uhr.
    Feiern kann man ja jederzeit alles Mögliche,
    aber eine Geburtstagsfeier wird es erst,
    wenn der neue Tag angefangen hat.
    Deswegen die bereits geplante eigene Feier zu verschieben,
    kommt mir allerdings auch übertrieben vor.
    Ich z. B. habe dieses Jahr für „zu früh“ zu einem „Event“ eingeladen
    und dann allen Gästen gesagt, dass ich dafür meinen Geburtstag nicht feiere.
    (Was sich dann allerdings auch als falsch herausstellte.
    So ist das eben mit Aussagen über die Zukunft.)

    Antworten

  24. Wat ben ik blij dat ik niet bijgelovig ben! Want bijgeloof brengt ongeluk. Ik weet het zeker!

    Antworten

  25. Das möchte ich auch gerne wissen, Alex ;)

    Ich muss gestehen, dass ich früher oft den Geburtstag meines Sohnes vorgefeiert habe (er hatte immer am letzten Schultag vor den großen Ferien Geburtstag und was war? Alle sind an diesem Tag in den Urlaub gefahren.)

    ich habe dann gesagt, dass K. zwar dann Geburtstag hat, doch abergläubig sind wir ja nicht … und das war auch kein Thema.

    Antworten

    1. Twee van mijn kleindochters zijn midden in de zomervakantie jarig. Ze vieren het met hun vriendjes ook vóór de zomervakantie.

      Antworten

  26. Hallo Alex,

    in meinem Familien- und Freundeskreis ist „vorgratulieren“ auch ein absolutes No-Go. Meine Mutter hat das perfektioniert, indem mein Geburtstag erst zu meiner „Geburtszeit“ (9:46 Uhr) beginnen durfte.

    Fand ich das früher absolut unsinnig, so hat sich daraus, seit ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne, eine wunderschöne Tradition entwickelt. Ich kann mich darauf verlassen, dass ich pünktlich um 9:46 einen Gratulationsanruf bekomme (und ich halte mir diese Zeit auch um jeden Preis frei).

    Gruß Stefan

    Antworten

    1. Schön, dass du daraus ein kleines Ritual gemacht hast!

      Antworten

  27. Detlef Mühler 10-08-2017 at 12:27

    Es soll Unglück bringen,..
    Wir, mit dem Sternzeichen Skorpion, glauben nicht an solch einen Aberglaube :-)

    Gruß
    Detlef

    Antworten

  28. Es gibt ja viele komische Aberglauben…
    Wenn du Geld angefasst hast, sollst du anderen nicht die Hand geben (als Hände schütteln)
    Zu Weihnachten darfst du keine Schuhe verschenken.
    Neue Schuhe stellt man nicht auf den Tisch (da bin ich mir nicht sicher)
    Zwischen den Jahren darf keine Wäsche auf der Leine hängen

    Es gibt auch lustige Bräuche und Wirrwarr um sie herum.
    Ein englischer Freund etwa bestellte einen Stutenkerl mit den Worten „und so einen typ mit dem saxophon“ wovon die Bäckerin wohl offenbar zunächst irritiert war.
    Mein Freund wiederum war schockiert als er herausfand, dass das Saxophon eine Pfeife ist, die Deutsche Ihre Kinder fröhlich paffen lassen.
    Der historische hintergrund liegt in Dschlands bunten Konfessionsgeschichten: Die Pfeife war ursprünglich ein Bischofsstab bei den Katholiken. Die Protestanten wollten den schönen Brauch behalten, jedoch abzüglich der Sakralen elemente, also drehten sie den Stab, ganz pragmatisch wie wir Nordeutschen eben sind, einfach um und der Bischofstab wurde eine tonpfeife. :)

    Antworten