Die leidigen Umlaute

Umlaute sind für Nicht-Deutsche schwierig. Heute morgen am Küchentisch verschluckte ich mich mal wieder an einem. Statt saugen rutschte mir nämlich säugen raus. Und da es gerade nicht ums Großziehen von Nachwuchs ging, sondern einfach nur um den wöchtenlichen Wohnungsputz, war dieser Laut ein wenig Fehl am Platz. Dabei weiß ich eigentlich ganz genau, wie es richtig heißt. [ … ]

Zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2014

Zu den lästigsten Phänomenen der deutschen Sprache gehören die Umlaute – zumindest, wenn man sie aus der ausländischen Perspektive betrachtet.

Heute morgen am Küchentisch verschluckte ich mich mal wieder an einem Umlaut. Statt saugen rutschte mir nämlich säugen raus. Und da es gerade nicht ums Großziehen von Nachwuchs ging, sondern einfach nur um den wöchentlichen Wohnungsputz, war dieser Laut ein wenig fehl am Platz.

Wärmflasche

Warmfläsche oder Wärmflasche?

So etwas passiert mir öfter. Mein Verstand weiß meist ganz genau, wo ein Umlaut hinkommt und wo nicht, aber beim spontanen Reden geht es gern mal daneben. Das führt dann zu Äußerungen wie Warmfläsche oder uberrümpeln. Besonders gefährlich sind Wörter, die es sowohl mit als auch ohne Umlaut gibt, wie das besagte saugen und säugen, oder auch tauschen/täuschen, futtern/füttern und drucken/drücken. Oder zückersuß statt zuckersüß.

Schnörkel auf Vokalen sind im Niederländischen nicht ungewohnt. Diese sogenannten diakritischen Zeichen kommen zum Beispiel als Akzentzeichen vor. Daneben geben sie – wie im Französischen – an, dass zwei aufeinanderfolgende Vokale getrennt gesprochen werden: Citroën, egoïstisch. Das Zeichen hierfür – das Trema – sieht übrigens genauso aus wie die Pünktchen des deutschen Umlauts.

Klang und Form

Dass ich mich manchmal vertue, hat meiner Meinung nach damit zu tun, dass ich als Niederländerin a und ä, o und ö und u und ü zwar als jeweils unterschiedliche Klänge wahrnehme, aber nicht wirklich als unterschiedliche Buchstaben. In meinem mentalen Lexikon sind ä, ö und ü einfach nur a, o und u mit Pünktchen obendrauf.

Im Deutschen haben Umlaute einen ganz anderen Stellenwert. Auch wenn ä, ö und ü nicht offiziell Bestandteil des deutschen Alphabets sind, so haben sie hier doch viel mehr den Charakter von eigenständigen Buchstaben.

Die Warmfläsche hat sich inzwischen so fest in mein Wortschatz verankert, dass ich sie wohl nie wieder loswerde. Wie ist das bei Euch? Kämpft Ihr auch mit den Umlauten? Ich bin gespannt!

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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du mehr als 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Hallo Alex, Interessant onderwerp. Veel Nederlanders plakken voor de zekerheid overal maar een Umlaut op. ‚Kaffee und Küchen‘ bijvoorbeeld.
    Groet, Melita

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    1. Wir essen Küchen in der Kuche … ;-)

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  2. Klingt sympathisch. :) Mir geht es manchmal ähnlich mit dem „ui“, das liegt für mein Gefühl noch am nächsten beim „au“. Und wenn in einem Wort beide Laute vorkommen, wie z. B. „huishouden“, verheddere ich mich gelegentlich.

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    1. Mir geht es manchmal ähnlich mit dem “ui”, das liegt für mein Gefühl noch am nächsten beim “au”.

      Könnte das nicht auch damit zu tun haben, dass niederländische Wörter mit ui häufig eine deutsche Entsprechung mit au haben? (huis/Haus, muis/Maus, uit/aus, bruin/braun, …)

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  3. Ik las laatst dat voor Engelssprekenden het verschil tussen ui en au moeilijk te horen is.
    Ik heb bij Umlauts hetzelfde gevoel als wat Alex beschrijft: dat ik a en ä enzovoort als eigenlijk dezelfde letter ervaar, al weet ik dat de uitspraak verschillend is; en je de klanken in het Nederlands met verschillende letters zou schrijven.

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    1. Dat klopt. Er zijn theorieën, dat de mens klanken die in de eigen taal niet voorkomen, „verleert“. De hersenen zoeken dan als het ware de klank op die daar het dichtst bij zit. Je moet de klanken dus eerst weer leren horen voordat je ze kunt uitspreken,

      In het geval van de Umlaute is het probleem zeker ook, dat die puntjes optisch weinig verschil maken, zoals ook de accenten in het Frans. Die waren voor mij ook allemaal een pot nat.

      In de beginnerscursus Noors hadden wij met de æ en de ø niet zo veel moeite, maar dat de å geen „a“ maar een donkere „o“ is, ging er niet zo makkelijk in.

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      1. Ja, over dergelijke theorieën heb ik ook gelezen; dat kinderen al als baby klanken gaan ‚uitsluiten‘ die ze niet om zich heen horen, en die later dus heel moeilijk kunnen herkennen of onderscheiden.

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  4. Es ist die Holle, ääh, Hölle!

    Ich wußte nach so 8 Jahre erst sicher dass sich bei uns im Schaltschrank oft ein Motorschütz befindet, (oder ist es doch ein Motorschutz? nein.) Ich habe mal Kollegen versuchen lassen zu erklären warum das so ist, weil eigentlich handelt es sich um einen Schutz gegen Überstrom. Keine Chance. (Vielleicht weil es vom Verb schützen stammt und nicht vom Substantiv Schutz? aber jetzt ist es doch ein Substantiv? Seufzer…)

    Warmfläsche habe ich auch oft gesagt.

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    1. Hoi Bob,

      In der Elektrotechnik bezeichnet das Schütz ein elektromagnetischer Schalter (een automatische veiligheidsschakelaar). Und der ist dann zum Schutz des Geräts oder der Anlage da …

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  5. Herkenbaar, juist met sa(e)ugen en ta(e)uschen. En het zijn niet alleen de Duitse Umlauts. In het Frans weet ik ook nooit: is het nou defendre of défendre, reveler of réveler? En helemaal erg was het bij mijn pogingen om Tsjechisch te leren. Alle klinkers kunnen in die taal kort of lang zijn, hetgeen wordt aangegeven met een accent aigu. Als je weet hoe het klinkt, zal het geen probleem zijn, maar aan het woordbeeld heb je weinig steun; dat vlekje is gewoon te weinig opvallend.

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  6. Scrooge, Trijntje, Bob, Gaston: Interessant, zu sehen, dass es Euch ähnlich geht!

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  7. Het is verschrikkelijk, die Umlaute/Umleute. Alsof de uitgangen nog niet genoeg waren! En die hebben tenminste nog systeem. Ik was echt geschokt toen ik een germanist naar de regels van de Umlaut vroeg en zijn antwoord was: er zijn geen regels! Ik ben nogal visueel ingesteld, en die kleine krengen zijn te klein om door mijn geestesoog waargenomen te worden.

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  8. Das sind wunderbare „Versprecher“ – pflege und kultiviere sie! Ich habe sehr herzlich gelacht, aber aus purer Freude! Wir sollten dringend wieder unsere Sprache reformieren. Denn so, wie Du sie sprichst, ist sie viel freundlicher :-)
    Liebe Grüße,
    Ralph

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  9. Vielleicht hilft es euch bei der Wärmflasche, wenn ihr daran denkt, daß damit etwas gewärmt und nicht „gefläscht“ wird ;-).

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  10. Unser US-Kollege hier in Hamburg lebt seit ca. 15 Jahren in Deutschland, spricht an fuer sich sehr gut Deutsch, kann aber trotz all dieser Zeit z.B. „wuerde“ von „wurde“ usw. immer noch nicht unterscheiden! Beim Schreiben solcher Woerter hapert’s auch, denn er kann den u-Umlaut weder hoeren noch aussprechen; beides klingt ihm dasselbe, bei der Aussprache klingt’s ihm gleich, also spricht er das ‚u‘ geumlautet und nicht geumlautet aus, als wenn sie ein Vokal waeren!

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  11. Haha, mein niederländischer Freund, kann sich einfach nicht merken, ob es Kind und Jugend oder Kind und Jügend heißt. (das ist eine deutsche Messe). Und auch der Küchen kommt mir bekannt vor. Das ist immer wieder lustig.

    Selbst hab ich auch manchmal beim schnellen sprechen Probleme mit ui und au. Huishoud ist dafür tatsächlich ein gutes Beispiel.

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    1. Vertauschst Du ui und au in dem Fall?

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      1. Ich denke eher dass ui einfach überall zu au wird, das macht meine Frau auch immer noch.

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  12. Dann ist da noch dieses uy, das in einigen niederländischen Namen vorkommt, wie zum Beispiel „van Voskuylen“, der Familienname der Kirmesmusikanten. Ein gesprochenes ü und noch ein y dahinter – keine Ahnung, wie man das aussprechen soll.

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    1. „uy“ wird wie ui ausgesprochen.

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    2. Bong Dzie Kiat 02-01-2012 at 11:49

      Een vergelijkbaar probleem, maar dan in de andere richting: In Westfalen zijn er bij de grens enkele plaatsnamen die onvervalst Nederlands aandoen. Kerken, Wachtendonk, Kempen. Hoe nu als er tweeklanken in voorkomen? Je bent geneigd die op zijn Nederlands uit te spreken, misschien doen de bewoners dat ik hun Saksische dialect ook wel.
      Ik weet inmiddels dat Duisburg geen ui maar een ü heeft. Maar wat van Straelen : aa of ä ? Wyler: ie of ü? Vluyn, Kevelaer, Rheurdt, Baersdonk, Coesfeld? En is de z van Weeze een zachte s of een ts ? Helaas ken ik geen uitspraakwoordenboek voor Duitse plaats- en eigennamen dat vergelijkbaar is met de Franse ‚Warnant‘.

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      1. Vaak betekent een extra „e“ in een plaatsnaam dat de voorafgaande klinker lang is. Dat is bijvoorbeeld het geval bij Kevelaer en Straelen. De „e“ functioneert als Dehnungszeichen.

        In Wyler wordt de klinker als „ie“ uitgesproken.

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  13. Bong Dzie Kiat 02-01-2012 at 11:16

    Mijn Duits is Oostenrijks angehaucht. Het Standaardoostenrijks heeft vaak wel een umlaut waar het Dudendeutsch hem mist, en andersom. En ik denk dat de Beieren vaak met de Oostenrijkers meegaan. Enkele voorbeelden [Ö/dD] : färbig/farbig (bont) – hupfen/hüpfen – Sulz/Sülze – nützen/nutzen. De tweede en derde persoon van veel sterke werkwoorden krijgt vaak geen umlaut: ‚du fangst gleich eine‘ – ‚der Bub schlaft schon‘ – ‚ du lasst mich nicht ausreden‘ – ‚wenn es lauft, dann lauft es‘.
    Het maakt mij telkens weer onzeker als ik in Duitsland ben.

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    1. Dat lijkt me vreselijk verwarrend. Als ik dat zo lees kan ik beter niet naar Oostenrijk gaan ;-)

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      1. Bong Dzie Kiat 02-01-2012 at 12:09

        Toch maar doen! Anders mis je de Rebhendl, de Blunzen, het Beiried, Liptauer, Platzkukuruz, Powidltaschen, Marillen, Ribisel en al die andere heerlijkheden :-)

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        1. Nou goed, ik houd het in mijn achterhoofd ;-)

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    2. Dat probleem heb ik, ook al heb ik mijn Duits niet in Oostenrijk geleerd, dus ook af en toe. Ik zou bij God niet weten of het nou officieel „Du läufst“ oder „Du laufst“ is. Kan het misschien zijn dat ze dat soort dingen ook in de Rheinland-Pfalz doen? Daar is de basis van mijn Duits namelijk gelegd (ik ben nog steeds trots op mijn Pfälzisch-Sachsisch-Bayerisches mengelmoesje).

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      1. Misschien moet ik hier nog eens een extra blogpost aan wijden ;-)
        Officieel is het „du läufst“. Misschien goed om te weten: alleen sterke werkwoorden krijgen een Umlaut.

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      2. Ik ben afkomstig uit Rijnland-Pals en ik kan je zeggen dat het klopt. In bepaalde gebieden kan je allebeide vormen gebruiken en het klinkt voor hen helemaal niet verkeerd. Ik werd echter goed opgeleid op school en spreek Hoogduits.
        Je hoort ook heel veel „du dürfst…“ in plaats van het juiste „du darfst“. Dat vind ik dan weer wel heel vreselijk klinkend ;-D

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  14. Danke Alex, jetzt werde ich das word Warmfläsche wohl auch nie wieder los…!

    Allerdings klingt auch mir das üüübelst bekannt in den Ohren. Ich verhaspel mich auch immer noch, und zwar sehr oft.

    Aber mein großtes Problem liegt bei Zehen und Zähne (oder schon wieder falsch geschrieben?). Die kann ich wirklich nicht aus einander halten…

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    1. Obwohl… Fläschchen kann man ja sagen. Warmfläsche ist dann wohl eine Kurzform von Warmes Fläschchen ;)

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    2. Zähne und Zehen haben ich auch schon mal vertauscht. Die sind tückisch …

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  15. Interessanter Artikel!
    Ist es dem Niederländer denn möglich „e“ und „ä“ zu unterscheiden? Zumal der gemeine Deutsche das noch nicht mal richtig aussprechen kann, hab ich das Gefühl…

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    1. Hi Christian, Niederländer können den Unterschied hören, nur die wenigsten werden jedoch, wenn sie selbst reden, zwischen e und ä unterscheiden. Auch in Deutschland wird ä oft wie e gesprochen.

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  16. Stimmt, Alex! Besonders in Norddeutschland, z.B. um Hamburg herum, machen wir oft keinen Unterschied zwischen „saegen“ und „segnen“ usw..
    Die Sueddeutschen gegenueber uebertreiben haeufig dieses „ae“ und sprechen z.B. „Gespraech“ aus, wie „BABYsitten“ und nicht wie das „e“ in „ekel“:-)

    Ist ja ganz komisch.

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  17. Also Gespräich wäre komisch. Ein Baby wird ja Bäiby und nicht Bäbi oder Bebi ausgeprochen.
    Das Ä in Käse wird hier unten (Kurpfalz bzw. Nordbaden) meist mit E wie in See ausgesprochen (ohne das E am Ende natürlich) Bei Gespräche kann ich zumindest für den nördlichsten Süden keine Einheitlichkeit feststellen. Vielleicht auch weil wir keine Gespräche führen sondern babble, schwätze oder redde ;).

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  18. […] Vacuüm, coördinatie, ruïne, poëzie … Wer niederländische Wörter wie diese sieht, könnte versucht sein zu denken, dass die Sprache ebenso wie das Deutsche über Umlaute verfügt. Das täuscht jedoch. Umlaute sind eine deutsche Besonderheit. […]

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  19. Hi Alex,

    ja das ist schon so eine kuriose Geschichte mit den Umlauten. Selbst ich als deutscher fragte mich lange Zeit wie verwirrend das wohl auf andere nicht deutsch sprechende Menschen wirken muss. Denn in meinem Nachnamen befindet sich auch ein Umlaut und ich stellte mir immer vor wie es wohl klingt, wenn man mich in anderen Regionen dieser Erde wohl mit meinem Nachnamen anspricht. Aber ich denke, dass ist auch das was die Dialekte ausmacht man bemerkt meistens am Klang der Stimme wer woher kommt und ich denke das ist doch gar nicht so schlimm als wenn wir alle ineinander verschmelzen. Naja, und den Menschen den es nicht passt, die sollen uns doch egal sein. An meinem Text allerdings sieht man auch wie sinnlos diese Umlaute sind ich benutzte jetzt keinen einzigen Umlaut, schön ähh… toll oder ;-)

    Gruß, Robert

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    1. Hi Robert,

      Deinen Nachnamen würde man in den Niederlanden in der Tat ganz anders aussprechen als in Deutschland. Aber die bunte Vielfalt, wie Du sie selbst schon schilderst, ist auch wirklich schön.

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  20. […] dass sie auch in den Niederlanden unter dieser Bezeichnung bekannt ist. Allerdings ersetzt man dort den lästigen Umlaut durch ein einfaches […]

    Antworten

  21. […] ihn beim Sprechen der Fremdsprache wohl kaum selbst machen.* Im Niederländischen gibt es nun mal keine Umlaute. “Ä” ist für Dich wie […]

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  22. „Heute morgen am Küchentisch verschluckte ich mich mal wieder an einem Umlaut. Statt saugen rutschte mir nämlich säugen raus“

    Bei dem Kommentar denk ich an Bedeutungsunterschiede von „saugen“, die mir in der Schule Fehler einbrachten ;)
    Bei saugen musste man früher – zumindest für die Vergangenheit (in meiner Schulzeit/90er-Jahre immer ein Fehler gewesen!) – auch noch in der Bedeutung (Flüssigkeit aufnehmen/mit einem techn. Gerät saugen) unterscheiden; heute nur noch teilweise, also „ich sog“ für die Flüssigkeit, ich „saugte“ fürs Staub saugen, etc., wobei für die erstere Bedeutung heut auch die regelmäßige Form möglich ist.

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