Niederländisches Fernsehen

Zuletzt aktualisiert am 12. Januar 2018

Wie sieht die niederländische Fernsehlandschaft aus und wie ist sie entstanden? Was sind die beliebtesten Programme im Nachbarland und wie kommt man hierzulande – auf legale Weise und ohne viel Aufwand – an niederländisches Fernsehen? Buurtaal-Leser Erik Pfeiffer beschreibt es in diesem Gastartikel.

Üppiger Fernsehkonsum

Über die Qualität einzelner Fernsehprogramme kann man immer streiten, nicht bestreiten lässt sich allerdings, dass für viele Menschen Fernsehen fester Bestandteil des Alltags ist. Das ist in Deutschland so und in den Niederlanden nicht anders. Denn immerhin sieht auch der durchschnittliche Niederländer täglich über drei Stunden fern. Und da nicht zuletzt die Sehgewohnheiten einen guten Hinweis darauf geben können, was ein Volk so umtreibt, kann ein Blick auf die gar nicht mal so flache niederländische Fernsehlandschaft durchaus nicht schaden. Getreu dem Motto: Sag mir was du guckst und ich sag dir wer du bist.

Senderlandschaft

Beim ersten Blick in ein niederländisches TV-Programm (tv-gids) fällt auf, dass die Senderzahl für ein Land mit 17 Millionen Einwohnern doch erstaunlich groß ist. Man fährt wie Deutschland zweigleisig. So gibt es seit Ende der 1980er Jahre eine inzwischen große Palette an Privatsendern, die auch viele US-amerikanische Serien und Talkshows im Programm haben – mit niederländischen Untertiteln.

Vorherrschend sind die vier Sender der RTL-Gruppe, die einen Marktanteil (marktaandeel) von etwa 25% erreichen. Die vier Kanäle von SBS kommen auf 14% und alle verbleibenden niederländischen Privat- und Regionalsender sowie ausländische Kanäle teilen 29% des Marktes unter sich auf.

Die übrigen 32% entfallen schließlich auf die drei Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (Nederlandse Publieke Omroep, NPO): Nederland 1, 2 und 3. Es ist so gut wie unmöglich einen tv-gids zu finden, der nicht mit diesen dreien beginnt. Die hier ausgestrahlten Programme werden in der Hauptsache von zwölf Rundfunkanstalten produziert, die ihrerseits aber keine eigenen Sender haben. Die ältesten fünf (NCRV, KRO, VARA, VPRO, AVRO) wurden bereits in den 1920er Jahren als Radiorundfunkanstalten gegründet. Die Abkürzungen sind im Hinblick auf die produzierten Programme inzwischen zumeist ohne Bedeutung und verweisen lediglich auf die ursprünglichen religiösen und politischen Zielsetzungen dieser Anstalten.

Die Anfänge

Nederland 1 ist der älteste und immer noch quotenstärkste Sender des Landes. Der regelmäßige Sendebetrieb startete bereits am 2. Oktober 1951 um 20:15, also mehr als ein Jahr vor der Premiere des täglichen deutschen Fernsehens. Mit der wachsenden Anzahl an Empfangsgeräten liefen die Fernsehnachrichten den traditionellen Kinonachrichten (bioscoopjournaal) zunehmend den Rang ab. Die Abendnachrichten von Nederland 1, das NOS Journaal, genießen in den Niederlanden einen Status, der etwa mit dem der hiesigen Tagesschau vergleichbar ist. Allerdings feierte das niederländische Pendant, das damals noch unter dem Titel NTS Journaal firmierte, erst am 5. Januar 1956 Premiere. Studiosprecher gab es zwar noch nicht, aber immerhin einen wackeren Wettermann, der redlich bemüht war, aus seinem weerbericht mit bescheidenen Mitteln noch das Beste zu machen.

Der offizielle Start des niederländischen Fernsehens am 2. Oktober 1951

Der offizielle Start des niederländischen Fernsehens am 2. Oktober 1951, Quelle: Nationaal Archief, Foto: J.D. Noske / Anefo

Einschaltquoten werden wie in Deutschland auf Grundlage des Fernsehverhaltens eines Panels ermittelt. Diese mehr oder weniger für den Rest des Fernsehpublikums repräsentativ gemeinte Stichprobe besteht aus lediglich 2700 Personen in 1235 Haushalten, wodurch die hochgerechneten Einschaltquoten (kijkcijfers) gar nicht so exakt sein können, wie es die bis auf drei Nachkommastellen angegebenen Millionenzahlen glauben machen wollen. Aber diese Bedenken seien mal hinten angestellt.

Brot und Spiele

Außergewöhnlich hohe Quoten holten im Februar erwartungsgemäß die olympischen Eisschnelllaufwettbewerbe (bis zu 4,5 Millionen), und im letzten Jahr het Eurovisie Songfestival (der Eurovision Song Contest) sowie die Krönungszeremonie für Willem-Alexander (je 4,9 Mio). Schlappe 8,5 Millionen, bei 90% Marktanteil, wurden für das WM-Finale 2010 der Niederlande gegen Spanien gemessen.

Die beliebtesten regelmäßigen Programme sind mit ca. 3 Millionen Zuschauern Studio Sport Eredivisie (NED 1, samstags, 19 Uhr) und das anschließende NOS Journaal (20 Uhr), also das Äquivalent zum Sportschau/Tagesschau-Tandem am deutschen samstäglichen Vorabend.

Die Sendung mit dem Maulwurf

Beachtliche Quoten erreichte auch die 14. Staffel von Wie is de mol? (NED 1) (über 3 Millionen für das Staffelfinale). Hier werden zehn niederländische Prominente (BN’ers – bekende Nederlanders) ans andere Ende der Welt verfrachtet, um dort gemeinsam verschiedene Aufgaben zu meistern, wobei unter ihnen ein Maulwurf (der titelgebende mol) agiert, der die Bemühungen der Gruppe heimlich sabotiert. Jede Woche fliegt derjenige Kandidat, der in einem Test die wenigsten Fragen zur Identität des Maulwurfs richtig beantworten kann.

Überhaupt sind Unterhaltungssendungen, wie etwa Boer zoekt vrouw (NED 1) und The voice of Holland (RTL 4) etc., recht beliebt. Ein Dauerbrenner ist Goede Tijden, Slechte Tijden (RTL 4), das zwar schon zwei Jahre länger läuft als der deutsche Ableger, seinerseits aber wiederum die Adaption einer schon längst eingestellten australischen Seifenoper ist. Daneben laufen zahlreiche Talkshows (praatprogramma’s) mit unterschiedlichen Schwerpunkten (De Wereld Draait Door (NED 1), Pauw & Witteman (NED 1), Voetbal International (RTL 7) etc.).

Regelmäßig bitten auch die niederländischen Ermittlungsbehörden die Fernsehzuschauer um ihre Mithilfe. Das Konzept von Opsporing verzocht (NED 1) wurde übrigens tatsächlich aus Deutschland importiert, wo heute noch die weltweit älteste Fahndungssendung (Aktenzeichen XY…ungelöst) läuft.

Ein Geheimtipp ist die derzeit ausgestrahlte Dokureihe Nederland van Alleman (NED 1). Der Film Alleman unternahm 1963 den Versuch, möglichst genau zu beschreiben, was das Leben des durchschnittlichen Niederländers zu dieser Zeit ausmachte. Ein halbes Jahrhundert später wird nun in nach Lebensbereichen gegliederten Episoden untersucht, was von damals geblieben ist und was heute anders ist.

Niederländisches Fernsehen in Deutschland

Dass uns die Niederlande im Laufe der Jahrzehnte einige Moderatoren (Lou van Burg, Linda de Mol und der zumindest hierzulande legendäre Rudi Carrell) und unterhaltsame (Domino Day) sowie teils auch kontroverse (Big Brother) Programmkonzepte gestiftet haben, ist zwar schön und gut. Wer aber darauf aus ist, das eigene Niederländisch zu verbessern, dem kann das natürlich nicht genügen.

Allerdings lassen sich niederländische Fernsehsender üblicherweise in Deutschland nicht unverschlüsselt empfangen. Es gibt aber ein paar gute Alternativen:

  • In Zusammenarbeit mit dem flämischen Rundfunk (VRT) betreibt der NPO den Sender BVN (het Beste van Vlaanderen en Nederland), eigentlich gedacht für Niederländer und Flamen im Ausland. In Deutschland kann man ihn zumindest über Satellit unverschlüsselt empfangen. Das aktuelle Programm kann im Internet eingesehen werden.
  • Der NPO betreibt auch das sehr umfangreiche Archiv uitzendinggemist.nl. Dort können Sendungen aufgerufen werden, die vor wenigen Minuten erst zu Ende gegangen sind oder sogar Monate und Jahre zurückliegen (z.B. den Auftritt Hape Kerkelings in der Sendung Het Elfde Uur). Meistens funktioniert es und manchmal scheitert es am eigenen nichtniederländischen Standort.
  • Das gleiche gilt für die Dienste gemist.nl und gemistgemist.nl. Beide Seiten verlinken jeweils auf die einzelnen Sendungen in den offiziellen Mediatheken der Sender. Hier sind Privatsender eingeschlossen. Die zweitgenannte Seite finde ich sehr angenehm zu navigieren. Man kommt dort sogar leicht auf Schwesterdienste für eine Reihe anderer Länder.
  • Unter Vorbehalt: Gelegentlich kann ich Nederland 1 und and andere Sender sogar online live sehen. Manchmal fehlen aber auch hier standortbedingt die Rechte für eine bestimmte Sendung. Allerdings: Häufig können dieselben Sendungen etwas später über die eben genannten Archive abgerufen werden.

Wer Interesse an zum Teil 90 Jahre zurückliegenden dokumentarischen Berichten hat, dem sei noch der youtube-Kanal des Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid empfohlen. Dort findet man, passend zu einem vor kurzem erschienenen Eintrag in diesem Blog, auch einen Bericht über die ersten Einwohner von Almere aus dem Jahr 1976.

Deutsches Fernsehen in den Niederlanden

Wie ist das mit dem Empfang deutscher Sender in den Niederlanden? Zumindest einige kann man problemlos sehen. Die Fernsehzeitschriften reservieren eigene Spalten für ARD, ZDF, RTL und Konsorten. Und in niederländischen Fußballforen tauscht man sich auch mal über das aktuelle Spiel auf ARD (auch „Duitsland 1“ genannt) und ZDF („Duitsland 2“) aus oder eben über die schönsten Begriffe deutscher Fußballkommentatoren.

Vielleicht können ja die niederländischen Leser des blogs etwas dazu sagen, wie sie selbst deutsches Fernsehen erleben und ob sie sich die ein oder andere deutsche Sendung vielleicht sogar gerne ansehen. Gibt es bei der grundsätzlichen Ähnlichkeit beider Fernsehlandschaften überhaupt sehenswerte deutsche Programme, für die man sich Ableger im niederländischen Fernsehen wünschen würde?

Nachtrag Alex

Eventuell noch interessant zu erwähnen ist die Tatsache, dass recht viele in den Niederlanden entwickelte Shows und Serien erfolgreich ins Ausland verkauft wurden. Das gilt nicht nur für die in diesem Post erwähnten Publikumslieblinge Big Brother und The Voice of Holland, das in Deutschland als The Voice of Germany für hohe Einschaltquoten sorgt, sondern auch für diverse Serien und Quiz.

Ein hilfreiches Tool, wenn man übers Internet niederländisches Fernsehen schauen möchte, ist eine VPN-Software.

In den Niederlanden wurde übrigens die Rundfunkgebührhet kijk- en luistergeld/de omroepbijdrage – im Jahr 2000 abgeschafft.


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Geschrieben von Gastautor

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  1. Sehr schöner Beitrag, aber ich habe selbst kein Empfangsgerät und kann daher nicht mitreden.

    Eins hat mich trotzdem überrascht: Dass letztes Jahr die Krönungszeremonie die höchsten Einschaltquoten erreicht hat, finde ich ja überaus nachvollziehbar; dass aber das Eurovisie Songfestival gleichauf lag, ist für mich ganz und gar unverständlich. Die wenigen Male in den letzten Jahrzehnten , wo ich etwas davon mitgekriegt habe (weil ich zu Besuch war), empfand ich das als Beleidigung für Auge, Ohr und Verstand.

    Rundfunkgebühren gehören wegen Behinderung der demokratischen Partizipation in der ganzen EU abgeschafft.

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  2. Leider bekommt man hier ja wenig niederländische Sendungen mit. Daher muss ich bei niederländischem Fernsehen immer sofort an New Kids und Flodders denken. Wobei es letztere auch in Originalsprache auf YouTube gibt. Auch nicht verkehrt, um ein bisschen zu lernen ;)

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  3. Also wenn ich niederländisches Fernsehen sehen will gucke ich bvn. Einen anderen Sender wird man im Fernsehen wohl nicht empfangen können wenn man nicht gerade an der Grenze wohnt.

    Aber vielleicht liege ich auch falsch.

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    1. Nein, das stimmt (leider …).

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      1. Niederländisches Fernsehen über Schüssel geht nur mit ein Abo von Canaal-Digitaal ;( dafür braucht mann Freunde oder Verwandte die in Holland wohnen und ein dabei behilflich sind…) Alternativen gibt es natürlich auch zum beispiel http://tvblik.nl/ ausser die Ausländische Serien und Filme gibt es da fast alles ;)

        Fijn weekend allemaal

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  4. Roswitha Dickens 27-03-2014 at 17:51

    interessanter Artikel!
    interessant wäre es auch auf Unterschiede bzw. Übereinstimmungen was z.B. Inhalte, Moderation usw. betrifft einzugehen.
    Mein persönlicher Eindruck ist, dass das deutsche Fernsehen im Vergleich zu dem Niederländischen braver, gepflegter, formeller ist. Ich schaue immer noch bestimmte niederländische Fernsehsendungen auf uitzendinggemist.nl, weil ich bis jetzt keinen guten Ersatz im deutschen Fernsehen gefunden habe. Gibt es z.B. so was ähnliches wie BNN in Deutschland? DWDD?
    Was es im deutschen Fernsehen schon gibt, sind gute Krimis (Klischee, aber wahr!), die es so in den Niederlanden (Ausnahme: Flikken Maastricht) nicht wirklich gibt.

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    1. DWDD gucke ich auch gerne und eine vergleichbare Sendung kenne ich im dt. Fernsehen nicht, zumindest nicht auf einem der großen Sender. Überhaupt laufen auf NED 1 auch Sendungen, die in der ARD undenkbar wären (neben DWDD auch Wie is de mol?).

      Mir ist auch aufgefallen, dass man in den niederländischen Talkshows meistens in relativ kleinen Studios zwanglos an einem (runden) Tisch sitzt, nur wenige Meter vom Publikum entfernt – der totale Gegenentwurf zum Talk von Günther Jauch. Das war bei Christiansen und Will auch schon so. Bei Maybrit Illner sitzt man ja inzwischen am Tisch.

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  5. Bei mir auf dem Kabel gibt’s nur NOS 2. Hier läuft auch meine Lieblingssendung, ‚vroege vogels‘, eine Natursendung mit Menno Bentfeld und Janine Abring. Tip für alle anderen: Die Sendung ist auch auf uitzendinggemist.nl verfügbar. Sie läuft immer im Frühjahr und im Herbst einige Monate, Sommer und Winter ist Pause. Das ganze Jahr ist sie im Hörfunk bzw. als iTunes-Podcast verfügbar, aber dann muß man sich immer auch noch die Nachrichten und jede Menge Lala anhören. Nicht so mein Ding, man sieht ja auch nix.

    Nun habe ich mir für mein Macbook soeben einen kleinen Satellitenempfänger zugelegt. Eine Schüssel dafür habe ich noch nicht. Deshalb würde mich mal interessieren, welche niederländischen und flämischen Sender ohne Codekarte empfangbar sind. (RTL?, RTV Rijnmond? Belgie Een?, Canvas?) Kannst Du mir da mal einige frei verfügbare Sender nennen, Alex?

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    1. Patricia, ich kenne mich mit dem Thema nicht wirklich aus, aber sofern ich weiß, bekommt man über Satellitenempfang nur verschlüsselte niederländische Sender.

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      1. Früher, als ich noch jung war, in den 90er-Jahren :-D, da konnte man über ASTRA RTL4 empfangen, ich erinnere mich an Goede tijden, slechte tijden und Prijzen Slag. Ik heb er ook veel geleerd! ;-)

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      2. Hoi Patricia ohne Abo von Canaal Digitaal bekommst du über Astra nur BVN unverschlüsselt,für die regionale Sender und HD Sender brauchst Du ein Doppel LNB weil die über 2 Transponder verteilt sind 19,2 Astra + 23,5 Astra
        aber die gibt es alle auch nur mit eine Canaal Digitaal Smartcard ;)
        groetjes

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    2. Kleines Update: Inzwischen ist die Schüssel installiert, die Sender sind eingestellt. Es sind weit über tausend Sender verfügbar, davon NULL niederländische und belgische – von einigen wenigen niederländischen Hörfunksendern mal abgesehen. Nicht einmal die Verschlüsselten zeigen sich, und auch der frei empfangbare BVN, den ich mir sehnlichst erhofft hatte, ist nirgends zu finden. Ansonsten gibt’s alle möglichen Nationalitäten. Französisch, Russisch, Polnisch, noem maar op. Also, die Schüssel bringt’s nicht …. Oh Mann, was bin ich frustriert!

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      1. Hallo Patricia für Niederländisches Fernsehen über Schüssel brauchst du
        ein Abo bei Canaal Digitaal ,BVN solltest du so empfangen können am besten mal Sendersuchlauf neu Starten ;) Fijne Kerstdagen ;)
        Groetjes

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        1. Hallo Eveline,
          Inzwischen hat sich der BVN in meiner Anlage gefunden. Beim letzten Suchlauf war er dabei. Jetzt hab ich NPO 2 auf Kabel und BVN über die Schüssel, das reicht dann auch. Dann ist da ja auch noch „uitzending gemist“ (npo.nl) über Internet, wenn man vonden anderen Kanälen was sucht. Reklamesender wie RTL schaue ich grundsätzlich nicht, egal ob deutsch oder niederländisch.

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  6. Schöner Beitrag, Alex! Übrigens dachte ich immer, es gab für The Voice of Holland schon ein Vorgängerprogramm avant la lettre in der deutschen Sprache: Stimme der DDR ;-)

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    1. Schade. Man empfängt also leider nur bvn. Aber so ist das halt. ORF1 und ORF2 aus Österreich würde ich auch so gerne empfangen. :-(

      Beim ORF kommen immer so viele tolle Serien und Filme ohne Werbung. Aber dass soll wohl auch der Grund sein warum man ihn bei uns nicht empfängt. :-(

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      1. Eigenproduktionen des ORF kann man sich meistens in der mediathek (http://supermediathek.at/ oder direkt bei http://tvthek.orf.at/) anschauen.

        Für ausländische Serien und Filme gilt das eben leider nicht, weil der ORF hierfür die Rechte nur für den kleinen österreichischen Markt gekauft hat und dafür entsprechend wenig bezahlt. Der ORF würde ziemliche Probleme mit den Verleihern bekommen, wenn er diese Produktionen einfach (noch dazu mit kleinen Werbeschnipseln versehen) unbeschränkt weltweit streamen würde, auch wenn die Österreicher selbst das gerne tun würde ;-)

        Das ist in den Niederlanden aus dem Grunde auch so: Goede tijden, slechte tijden ja, CSI etc. nein.

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        1. @ Erik, oder der ORF hat es eine Woche in der tvthek, was auch viele Dritte Sendern wie der MDR haben.

          Hier im Norden von die Niederlände kann man die ARD, ZDF und NDR anschauen via der Kabel. Im Süden von die Niederlände statt NDR die MDR.

          Die WDR ist die Ausländische Radiosender die am meisten zugehört wird in die Niederlände.

          Ich habe gesternabend die „Echo“ verleihung angeschaut bei der ARD und heute oder morgen will ich „Let’s Dance“ von RTL anschauen wenn es anzuschauen ist im „Sendung verpasst“ wie die letzte Jahren auch.

          Ich arbeite im entertainment bereich und schau von daher regelmaßig ORF, SRF, ARD, ZDF, MDR, NDR, Südwestfunk, WDR unsw. aber wenn mal nichts schönes im NL TV ist dann schau ich mir auch gerne einen Deutsche Krimi oder Doku an im Deutschen TV.

          In jeden fall vielen dank für diese Gastbeitrage. Sehr übersichtlich geschrieben und mt ganz viel Informationen.

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    2. „Stimme der DDR“ war ein DDR-Radiosender, den es schon längst nicht mehr gibt. Und ich glaube auch nicht, daß der jemals irgendetwas mit einem niederländischen Sender zu tun gehabt hat ;-).

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    3. @ Gerard, de eerste talentenjacht op de Nederlandse tv was „De nieuwe oogst“.
      http://www.geschiedenis24.nl/andere-tijden/afleveringen/2011-2012/Talentenjacht.html

      Dit programma is niet doorverkocht aan Duitsland en weet zo niet welke talentenjachten er in Duitsland op tv waren voor de „Voice of Germany“ maar dat ze er waren weet ik wel.
      Er zijn veel Nederlandse formats aan Duitsland verkocht en dat begon o.a. al met „Eén van de acht“ van Mies Bouwman, wat Rudi Carrell als „Am Laufenden Band“ op de Duitse tv bracht maar omgekeerd gebeurde en gebeurt ook want „Wetten das..“ is van Frank Elstner en werd in NL door Jos Brink op tv gebracht met „Wedden, dat?“

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  7. moin moin, danke für die links, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin, hier in deutschland geht man ja auch auf RTL now oder so wenn man was verpasst hat…..ich werde die links heute abend gleich ausprobieren, hier auf der arbeit gehen die leider nicht :-) …..dann muss ich heute wohl doch ein wenig arbeiten :-(

    LG
    Rob

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  8. De laatste jaren overnacht ik op mijn fietsvakanties regelmatig in Duitse hotelletjes met kabel of satteliet-TV’s. Op de kabel hooguit 1 Nederlandse zender te zien. Bij de satteliet is het vaak beter, maar dan wel erg zoeken rond kanaal 965, ver buiten de voorkeurinstellingen.

    Omgekeerd is de keuze van Duitse zenders in Nederland ook minimaal, ARD, ZDF en WDR of NDR en van elk hooguit 1. N24 of Phoenix vind je niet op de Nederlandse kabel, MDE, HR, RB of BR e.d. evenmin. Een andere favoriet is Keuringsdienst van Waarde. Ook een soort documentaire over consumptie met de vragen waar komt het vandaan en wat zit er in. Dat team maakt ook De Slag om Brussel waarbij goed aangeven wordt wat de EU wel of niet doet. Veel Nederlanders hebben daar geen notie van en veel nationale politici maken daar misbruik van.

    Ik heb ook veel in de USA, Canada, GBR en Frankrijk TV gekeken en dan is het een genot om weer terug in Nederland te zijn. Veel programma’s die je hierboven noemt boeien me niet. Een zeer goed en langlopend jeugdprogramma is het Klokhuis. Nimmer iets buiten NL gezien dat daar op leek. Goede onderwerpen duidelijk in beeld gebracht op een serieuze en leuke (schetsjes) manier.

    Andere Tijden (waar in de reacties al een link naar staat) is ook uitstekend. Heel goed om op gepastte afstand terug te kijken naar een voorval.

    Overigens kijk ik zelf vaak naar de mediateek van de ZDF omdat die schitterende documentaires maakt. Helaas loop ik dan ook vaak vast op mijn IP-nummer die zorgt dat ik het van buiten Duitsland niet nag bekijken. Vroeger was dat met een antenne geen enkel probleem, maar op het Internet doet men een stuk moeilijker.

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    1. Interessante Ergänzung. Het klokhuis habe ich auch schon mal auf BVN gesehen. Andere tijden läuft da auch. Man kann natürlich in einem Blogbeitrag nicht auf jede erwähnenswerte Sendung eingehen. Daher habe ich mich auf die (gem. Zuschauerzahl) beliebtesten beschränkt.

      Aber für weitergehende Empfehlungen sind ja die Kommentare überhaupt sehr gut geeignet, zumal die meisten Leser eines Beitrags wahrscheinlich auch die Kommentare durchstöbern.

      Ich habe auch noch einen Tipp, der wirklich perfekt zum Blog an sich passt: Auf Nederland 3 lief im Januar und Februar die Dokureihe „De Duitsers“. Alle 6 Folgen (je ca. 35 min) kann man sich hier (http://gemistgemist.nl/de-duitsers/) nochmal anschauen.

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      1. Danke, Erik, für den Link. Diese Sendungen hatte ich wirklich verpaßt!

        Antworten

  9. Ein besonderes Kapitel der niederländischen Fernsehgeschichte verdient noch Erwähnung. Die Niederlande sind nicht nur für ihre lebendige Piratenradioszene bekannt, es gab dort auch Piratenfernsehen! In den 90er Jahren war aber die Zeit des Piratenfersehens bereits vorbei, denn bis dahin sendete man bevorzugt auf den Frequenzen der deutschen Sender, nachdem diese Sendeschluss hatten. Mitte der 80er war vor allem den Videothekenbetreibern die TV-Piraterie ein Dorn im Auge.

    Hier gibt es übrigens ein Interview mit dem ehemaligen Fernsehpiraten Edwin Beijer aus Hengelo:

    http://www.tv-kult.com/interviews/47-edwin-beijer.html

    Auch in diesem Artikel über Fernsehpiraten im Allgemeinen wird die frühere TV-Piratenszene in den Niederlanden erwähnt, darunter auch der legendäre Sender „TV Noordzee“:

    http://www.tv-kult.com/kolumnen/49-so-erfrischend-illegal-tv-piraten.html

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    1. Vielen Dank für diese Ergänzung, Johannes!

      Antworten

      1. Und noch eine Ergänzung zum Thema Piratenfernsehen. Hier sieht man einen Bericht über den oben schon erwähnten ehemaligen TV-Piraten Edwin Beijer, der in Hengelo „Kanaal Nul“ betrieben hat.

        https://www.youtube.com/watch?v=ZQ4TMQOg31M

        Antworten

  10. „digitenne“ statt „Schüssel“

    Fernsehempfang per Satellitenschüssel ist nicht so populär in NL. Dort heißt das Schlüsselwort „digitenne“, u.a. weil es ein gutes Angebot und flächendeckendes Netz von DVB-T gibt. Hier ist die offizielle Liste:
    http://radio-tv-nederland.nl/dvbt/digitenne-kpntv.html

    Es gibt aber eine Reihe von Anbietern:
    http://www.breedbandwinkel.nl/digitenne

    Da aber die Funkreichweite von DVB-T gering ist, kann man davon in Deutschland nur an der Grenze und auch nur die dort zuständigen lokalen Stationen empfangen. Zugleich ist sehr Vieles verschlüsselt, also nur mit einer Schlüsselkarte zu sehen, die es aber für angemeldete und also Gebühren zahlende Kunden „kostenlos“ gibt.

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    1. Vorausgesetzt, diese zahlenden Kunden haben ihren Wohnsitz in Nederland.
      Sonst bekommst du meines Wissens keine Anmeldung.

      Hab’s hier in Deutschland, 35 km von der Grenze entfernt, versucht, aber keinen NL-Sender reinbekommen. Und auch qualitativ ist das Klötzchenfernsehen ja nicht so der Brüller.

      Antworten

      1. Na ja, Patricia, bei 35km außerhalb des beabsichtigten Sendegebietes wird es knapp. Denn leider ist DVB-T zwar digital aber eben Rundfunk, so wie UKW-Radio. Kommen denn holländische Sender im UKW-Autoradio gut an? Dann könntest du auch die freien TV-Kanäle der Liste reinkriegen.

        Evtl. weiß ein Fernseh-Elektriker vor Ort, was da überhaupt noch geht (ob die Senderstärke noch ausreicht und Typ und Ausrichtung deiner Antenne passen). Kauf keinen „Empfangsverstärker“ ohne Rückgabezusage!

        Antworten

        1. In dem Hasenstall, in dem ich wohne, haben die Deppen hier sich an diese Schiet-Unitymedia verkauft und die Dachantenne schon vor Jahren abgerissen, da wurde ich gar nicht gefragt. Außerdem hat mein Digitenne-Empfänger das Zeitliche gesegnet. Nun gehe ich auf die Sat-Schüssel, so daß ich NOS 2 über Kabel und zumindest BVN über Satellit bekomme. Das muß dann halt reichen. Ansonsten hole ich mir alles über uitzendinggemist.nl.

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  11. Die Reportage über die ersten Einwohner von Almere fand ich recht interessant. Doch anscheinend war man damals ein bisschen zu optimistisch, wenn man bereits für das Jahr 2000 eine Viertelmillion Einwohner erwartet hatte. Heute hat Almere ca. 200000 Einwohner, wächst aber noch stetig weiter. Neue Stadtteile sind im Bau befindlich, sodass man vielleicht im Laufe der kommenden Jahre doch noch die 250000 Einwohner bekommt.

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  12. Es gibt eine neue VoD-Plattform: https://www.nlziet.nl/
    Eine Kooperation von NPO, RTL und SBS.
    Wieso man allerdings 7,95 EUR pro Monat ausgeben sollte für den Zugriff auf die Mediatheken der beteiligten Anbieter, die frei zugänglich sind, erschließt sich mir noch nicht ganz.

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    1. Aha, danke für den Link! Das Angebot von nlziet soll „länger verfügbar, in besserer Qualität und mit weniger Werbung“ sein als die Inhalte bei uitzendinggemist. Ich sehe das allerdings, wie Du, eher kritisch.

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      1. Aha, danke für die Info!

        Antworten

  13. Noch ein interessanter Fakt zu den Anfängen des niederländischen Fernsehens. Da dieses in der Nachkriegszeit schon früher in den Regelbetrieb ging als das deutsche Fernsehen, wurde auch in der ersten Fernsehvorführung Westdeutschlands der Nachkriegszeit Anfang 1952 das niederländische Fernsehen empfangen. Genauer gesagt am Longinusturm bei Nottuln im Münsterland, wo der Rundfunktechniker Reinhold Holtstiege Antennen installierte, um das Fernsehen vom ca. 170 km entfernten Sender Lopik bei Utrecht empfangen und vorführen zu können. Mehr dazu hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=DUKBUja-OB4

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  14. Es gibt eine Möglichkeit um niederländisches Fernsehen in Deutschland zu sehen. Mit der Digitenne von KPN. Man muß eim Abo für ca. 15€ im Monat abschließen und über eine DVBT Antenne noch einigermaßen Empfang der niederländischen Sender haben. Funktioniert bei uns ganz gut! :-)

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    1. Danke für den Tipp Anna! Wenn ich das richtig verstehe, muss man schon ziemlich grenznah wohnen, damit das funktioniert? Braucht man eine für das KPN-Abo eine Adresse/Bankverbindung in den Niederlanden?

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  15. Schwarzer Bildschirm

    Kleines Update zum Thema. Es wird immer schwieriger, überhaupt noch niederländisches Material zu sehen. Online wird immer mehr blockiert (aufgrund irgendwelcher digitaler Rechte-Managements, die auf meinem älteren System Mac OS X 10.8 nicht funktionieren), da funktionieren nicht mal mehr Screenshot-Aufzeichnungen. Und alle Streams werden in winzigkleine Fitzelchen zerhackt. Es werden immer mehr Hindernisse aufgebaut, so daß man sich irgendwann fragt, ob man NL-TV überhaupt noch haben muß.

    Auch der BVN ist vom Satelliten Astra entfernt worden. In Untertiteln wurde die letzten Wochen darauf verwiesen, daß BVN nun auf dem mit Astra positionsmäßig deckungsgleichen Hotbird sitzt. Ein Suchlauf mit Hotbird brachte zwar neun andere Sender, aber BVN war nicht dabei. Hat jemand eine Ahnung, was ich da falsch gemacht hbe?

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  16. […] Niederländisches Fernsehen – buurtaal – Alexandra Kleijn […]

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