Liebe Leserinnen und Leser,

Für viele ein Reizthema: Es gibt im Deutschen viele Bezeichnungen für gemischtgeschlechtliche Personengruppen, aber alle haben sie ihre Nachteile. Nimmt man das Binnen-I, den Schrägstrich oder doch lieber das generische Maskulinum? Im Niederländischen ist es einfacher. [ … ]

Zuletzt aktualisiert am 4. Januar 2013

in diesem Blogpost möchte ich Eure Aufmerksamkeit auf ein sprachlich-gesellschaftliches Phänomen lenken, das in Deutschland immer aufs Neue die Gemüter erhitzt.

Besucher und Besucherinnen einer Messe steigen aus der Bahn

Messebesucher und -Besucherinnen steigen aus der Straßenbahn

Geschlechtergerechte Sprache?

Wenn man sich auf Personengruppen bezieht (oder diese anspricht), die sowohl aus Männern als auch aus Frauen bestehen, hat man im Deutschen die Qual der Wahl. Bezeichnet man sie zum Beispiel als Teilnehmer und Teilnehmerinnen, als Teilnehmer/innen, als TeilnehmerInnen oder verwendet man einfach durchgängig die männliche Form, bei der die weiblichen Beteiligten sich „mitgemeint“ fühlen sollen? All diese Formen sind möglich, alle haben sie jedoch ihre Tücken.

Die erste Variante berücksichtigt Frauen und Männer gleichermaßen. Nur ließe sich gegen sie einwenden, dass sie umständlich sei. Möglichkeiten zwei und drei mit Schrägstrich oder Binnen-I kommen – da man sie nicht aussprechen kann – nur für schriftliche Verwendung in Frage. Einen eleganten Ausweg aus dem Dilemma bieten geschlechtsneutrale Formen, wie die Teilnehmenden. Aber die stehen nun mal nicht in allen Fällen zur Verfügung.

Am bequemsten dürfte für viele Menschen die Lösung sein, in der das Maskulinum alle biologischen Geschlechter vertritt – im Beispiel also die Teilnehmer. Autorinnen und Autoren solcher Texte sind sich oft der Tatsache bewusst, dass dieses Vorgehen nicht bei allen Leserinnen und Lesern auf Gegenliebe stößt. Deshalb findet sich in Texten, die auf diese Strategie setzen, häufig ein erklärender Hinweis.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text nur die männliche Form verwendet. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch die männliche Form.

Mitgemeint oder ausgebootet?

Gern wird in diesem Zusammenhang auf ein generisches Maskulinum verwiesen. Bei dieser grammatikalisch männlichen Form werden Männer und Frauen (und auch Menschen, die sich keinem der beiden „offiziellen“ Geschlechter zuordnen) auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. Diverse Studien aus der Psycholinguistik deuten jedoch darauf hin, dass dieser Ansatz nur vermeintlich geschlechtsneutral ist.

Besucher einer CeBIT-Veranstaltung

Diese Veranstaltung zieht offenbar mehr Besucher als Besucherinnen an.

Auch ich muss mich beim Bloggen mit diesem Thema auseinandersetzen. Oft entscheide ich mich für die maskuline Form, weil mir die Alternativen stilistisch nicht geheuer sind. Das mag zu einem großen Teil daran liegen, dass ich doch – auch wenn ich Deutsch schreibe – sehr in meinem niederländischen Denken verankert bin. Im Niederländischen ist die Verwendung von männlichen Personenbezeichnungen für gemischte Gruppen wesentlich geläufiger als in Deutschland. Eine solche Gesellschaft kann man zum Beispiel (informell) durchaus mit jongens ansprechen.

In meiner früheren Heimat sehe ich sogar einen Trend, bestehende weibliche Formen zugunsten „generischer“ männlicher Formen aufzugeben. Auch wenn es eindeutig nur um Frauen geht. Und sogar dann, wenn es nur eine einzelne Frau betrifft.

Ich selbst galt zum Beispiel während meines Studiums noch als studente und wollte später mal als vertaalster oder redactrice arbeiten (blogsters waren noch nicht auf der Bildfläche erschienen). Heutzutage werden auch Frauen oft student, vertaler und redacteur genannt. Die weiblichen Bezeichnungen scheinen immer mehr abhanden zu kommen.

Was es nun genau für Möglichkeiten bei den weiblichen Berufsbezeichnungen im Niederländischen gibt, erkläre ich in einem der nächsten Posts.


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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du fast 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Wird das Problem sich nicht von selbst lösen? Wenn Politiker nur oft genug ‘liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger’ sagen, müssen mehr Menschen kotzen und sie werden sich nach einer weniger verlogenen Ausdrucksweise sehnen.

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  2. Ook in Nederlandse teksten wordt met enige regelmaat deze tekstgebruikt: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Text nur die männliche Form verwendet. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch die männliche Form , in het Nederlands dan natuurlijk; dus ook Nederlandse auteurs hebben de behoefte om zo vrouwelijke lezeressen tegemoet te komen.

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  3. Hallo Alex, danke für diesen Post, und auch den Link zum aufschlussreichen Artikel von Herrn Stefanowitsch. Der Stand der Forschung leuchtet mir ein, und dennoch bin ich im Gebrauch der verschiedenen Varianten durchaus opportunistisch bis pragmatisch. Das heißt, ich entscheide beim Gebrauch manchmal nach Lust und Laune, manchmal danach, welche Haltung ich bei meinen Lesern / Zuhörern vermute, bei Auftragsarbeiten für ein Unternehmen grundsätzlich die Doppelvariante… Für mich persönlich existiert dieses Generikum – ich freue mich über Sekretäre, Krankenpfleger, Schlosserinnen, Busfahrerinnen, wie ich mich generell über alle freue, die einem Stereotyp etwas ganz natürlich entgegensetzen. Und ich ärgere mich über dieses unsägliche Binnen-I, das ich auch selbst manchmal verwende oder glaube verwenden zu müssen. Eine schöne, wenngleich irritierende Variante habe ich noch in manchen Texten gefunden, wo abwechselnd die männliche oder weibliche Form genutzt wird. Es stört die Lesbarkeit weniger, den Geist umso mehr. Und diese Störung empfinde ich als nutzbringend: es zwingt dazu, sich zu fragen, ob eine Frau oder ein Mann gemeint ist, bis dann klar wird, dass es beide sein könnten und dass es im Grunde an der Stelle nicht so wichtig ist. Hier hält weniger die Form als der Inhalt auf…

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  4. Leuk, dat je over dit onderwerp eens iets schrijft. Toen ik voor het eerst naar Nederland kwam, wou ik het natuurlijk altijd helemaal goed doen en heb dus over hoogleraressen, ambtenaressen, schrijfsters e.z.v. geschreven – zoals ik het in het Duits gewend ben. Dat was wel even wennen, dat ik daarvoor zelfs taalfouten kreeg in mijn taalcursus! Ondertussen ben ik begonnen, in het Nederlands daadwerkelijk meestal het masculinum te gebruiken, omdat blijkbaar (bijna?) iedereen het vanzelfsprekend vindt om het zo te doen. Het is volgens mij hier ook makkelijker, omdat het genus in het Nederlands niet zo belangrijk is als in het Duits – bij „die“ weet je bv. ook niet, of er een man of een vrouw mee bedoeld is. Dit soort woorden zijn er in het Duits volgens mij eigenlijk niet – en daarom vind ik het generisch masculinum in het Duits ook problematischer. Wat Anke beschreef lijkt me een hele goede oplossing te zijn – niet te dogmatisch, maar gewoon creatief. En (ten minste) twee varianten ben je nog vergeten: het onderstrepingsteken en het sterretje, dus Leser_innen of Autor*innen. Maar die worden ook vooral door mensen gebruikt, die een belangstelling voor gender studies of queer theory hebben.

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  5. Bei Krankenschwestern, also in einem Beruf, wo hauptsächlich Frauen arbeiten und auch in der Leitung tätig sind, finde ich, daß die Berufsbezeichnung „Krankenschwester“ eigentlich auch die Krankenpfleger einschließen sollte. Statt dessen heißt es heute „Krankenpfleger“ und „Krankenpflegerin“.

    Auch gibt es manche Tiere, die in ihrer Gesamtheit nach dem weiblichen Geschlecht bekannt sind. Z.B. Katzen. Warum in der Lektüre dann von „Kätzinnen“ die Rede ist, entzieht sich meinem Verständnis. Katze und Kater – Sammelbezeichnung Katze – das könnte doch genügen?

    Auch in meiner Jugend wurden gemischte Gruppen manchmal „hallo Jungs“ angesprochen, und ich erinnere mich gut daran, daß ich mich dabei dann auch noch geschmeichelt gefühlt habe. Bei „hallo Mädels“ haben sich die Jungs diskriminiert gefühlt.

    Es bleibt dabei: der Mensch als solcher ist ein 70-kg-Mann. Das hört man auch in jedem Anatomieunterricht. Ausnahme: die Frau. Die kommt in gynäkologischen Fächern vor.
    Die PolitikerInnen sollen ruhig weiter von den „Bürgerinnen und Bürgern“ reden, mir macht das keine Übelkeit.
    Es grüßt eine Achtundsechzigerin.

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    1. In Nederland heeft men het over verpleegkundigen, en ziekenverzorgenden. Dat zijn bewust sekseneutrale woorden. Net als bewindspersoon, persvoorlichter, enzovoort.
      In Nederland is er dan nog een betekenisverschil tussen secretaris en secretaresse. Een vrouwelijke staatssecretaris is dan ook een staatssecretaris. Of er mannelijke secretaresses bestaan betwijfel ik.

      In Nederlandse teksten is het meestal niet lastig om sekseneutrale woorden te vinden voor groepen mensen. Waar het lastig wordt is als je gaat schrijven over: hij of zij, dus het gebruik van het persoonlijk voornaamwoord.
      Het is denk ik om die reden dat ook in Nederlandse teksten vaak in een vooraf staat dat als er ‚hij‘ staat, dat daarmee ook de vrouw wordt bedoeld.

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      1. Jawel, mannelijke secretaresses bestaan ook; ik ken er een. En hij vindt het helemaal niet erg als hij zo genoemd wordt.

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      2. Tegenwoordig wordt het dan gelukkig ook vrijwel alleen nog maar als ‚Office Manager‘ aangeduid, wat een veel neutralere en ook beduidend betere omschrijving is van het beroep. Het begrip ’secretaresse‘ heeft voor mij nog steeds een beetje een negatieve bijsmaak, omdat het zo verwijst naar tijden waarin het onderdanige jonge meisje de afspraken en het leven van haar grote mannelijke baas/mastodont organiseert. Een beetje zoals in de serie Mad Men, zeg maar.

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        1. Der „office manager“ kommt in dem Fortsetzungspost dran, den ich hier bald veröffentlichen werde :-)

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  6. Ik woon nu al meer dan dertig jaar in Duitsland en ben dus ook heus wel een beetje „verduitst“. Toen ik dan ook voor het eerst over „de burgemeester van …“ hoorde spreken, terwijl het een vrouwelijke persoon bleek te zijn, was ik toch echt wel een beetje verbaasd. Zo iemand wordt dan ook nog met „Mevrouw de burgemeester“ aangesproken. Na ja. Andersom is in het Duits een mannelijke Kindergärtnerin dan een Kindergärtner ??

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    1. Hi Petra, ja, den Kindergärtner gibt es.

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  7. Vielen Dank für Eure Kommentare! Wie aus einigen davon hervorgeht, ist die Situation im Niederländischen zwar einfacher, aber auch dort gibt es (ungeschriebene) Regeln zu beachten.

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  8. Alhoewel ik de argumenten voor die inclusieve taal wel begrijp komt het excessief toepassen ervan op mij toch meestal over als doorgeslagen politieke correctheid. Zoiets van „als we maar vaak genoeg een vrouwelijke vorm van iets erbij noemen verdwijnt dat glazen plafond misschien wel vanzelf – ergo hoeven we er niet actief iets aan te doen“. Mij geeft dat gewoon een nare bijsmaak omdat ik een instinctieve afkeur van hypocriet gezever heb.

    Volgens mij is het doel voor de maatschappij dat het helemaal niet uit moet maken of iemand een vrouw of man is. Wat dat betreft kun je die inclusieve taal zelfs als tegenwerkend beschouwen: waarom moet er steeds de nadruk op gelegd worden dat een gezelschap uit mannen en vrouwen bestaat? Waarom kan het niet gewoon uit mensen bestaan? Het doet er gewoon niet toe of iemand een man of vrouw is. Liever houden we dus gewoon op met dat politiek correcte gezever en doen écht iets aan de gelijkstelling van de geslachten.

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  9. Im Protogermanischen bezeichnet manon alle Personen, also Männer und Frauen gleichermaßen. Dies spiegelt sich im Deutschen bis heute im Substantiv Mensch und im Pronomen man wider. Sehr gut sichtbar wird es auch im Englischen, wo Frauen als wo-man bezeichnet werden, was wörtlich übersetzt Weibs-Mensch oder, noch ursprünglicher, Leben-gebärender-Mensch heisst. Insofern finde ich das generische Maskulinum als schöner, da es in meinen Augen das Ursprüngliche, das Gemeinsame, das Menschliche, das Übergeschlechtliche zwischen den Menschen betont. Eine Trennung, wie sie etwa in „Leserinnen und Leser“ stattfindet, finde ich unnatürlich. Es erweckt in mir die Frage „Wozu müssen die Weiblichen und die Männlichen extra benannt werden? Sind sie so verschieden, dass sie einer extra Erwähnung bedürfen? Und was ist mit den Kindern, den Alten, den Zwittern und den Asexuellen- müsste man denen dann nicht fairerweise auch eine extra Erwähnung zugestehen?“. Die zusätzliche Erwähnung der Weiblichen diskrminiert sie in meinen Augen mehr als ihre Nichterwähnung, weil es eben impliziert, dass sie einzig wegen ihres Geschlechts einer besonderen Erwähnung bedürfen.

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  10. Soviel ich weiß, wird es auch in Dänemark so gehandhabt, daß bei Berufsbezeichnungen immer das Maskulinum verwendet wird. Fragt man Däninnen, ob sie das okay finden, erhält man die Antwort, daß sie gleichwertige Arbeit leisten und dann auch in gleicher Weise bezeichnet werden wollen.
    Eigentlich sehr einleuchtend, nicht wahr?

    Das eigentliche Problem ist immer noch die Abwertung weiblicher Wesen in unserer Gesellschaft. Aber die Mädels und das von ihnen widerspruchslos akzeptierte idiotische Rollenbild des Weibchens sind ja auch mit daran Schuld, daß Frauen von Männern letztlich nie wirklich für voll genommen werden. Männer sind beruflich auch effizienter, da sie sich mental besser fokussieren können. Frauen verplempern ihre Energie damit, übermäßig viel Aufwand in ihr Erscheinungsbild zu investieren. Was alles noch schwieriger macht, ist die Eigenart des Sexualaktes. Wie sollen Männer ein Wesen für voll nehmen, das die absolute Unterwerfungsgeste ausführt, indem es sich auf den Rücken legt?

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    1. Also, in meine Generation gibt es eigentlich niemanden für den das weibliche Geschlecht nicht gleich sein könnte. Für meine Generation zumindest ist es einfach selbstverständlich das Männer und Frauen gleich sind. Es ist doch sowas von egal wie man es nennt – dass ich weniger Energie damit verschwende politik korrekt absatz nach absatz mit inklusive Sprache voll zu kleistern, sondern einfach ein Wort anwende und einfach damit alle zu meinen, egal ob Frau oder Mann, das ist doch wohl die bessere Wahl. Gerade wenn es nach Leistung gehe wäre es schön nicht immer dieses *** Geschlecht mit einbeziehen zu müssen. Gerade weil Männer und Frauen dasselbe leisten (im groben, denn im durchschnitt hat jeder seine Stärken und Schwächen) soll es egal sein ob wir jetzt von einer Frau oder von einem Mann reden.
      Was das angeht ist übrigens die niederländische Gewohnheit z.B. Professoren oder Doktoren oder so nur mit Initialen zu schreiben auch sehr hilfreich. Im Ausland wird das oft anders gemacht. Wie gesagt, wenn es um der Leistung geht ist es egal ob es Mann oder Frau ist. Dann heißt das eben „Professor“ statt „Professor“ und „Professorin“; gibt es denn einen Unterschied zwischen einen Professor und einer Professorin, dass wir sie anders bezeichnen müssen? Ich dachte wohl nicht.

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      1. Ich finde die unverkrampfte Form des masculinum generale auch einfacher zu handhaben. Ob ich mich jetzt als Mediengestalterin oder Mediengestalter bezeichne, ist mir relativ wurscht. Diese Formen wie „MediengestalterInnen“ oder „Mediengestalter/innen“ sind auch beim Lesen lästig und ständige visuelle Stolpersteine.

        Was meinst du mit Initialen? Dies sind Schmucklettern am Anfang eines Absatzes. Du meinst wahrscheinlich Versalien, Großbuchstaben.

        Noch eine Anmerkung zur Gleichstellung: Ich weiß nicht, wie es in NL ist, aber hier in Germanien erhalten Frauen im Vergleich zu Männern für die exakt gleiche Arbeit ca. 25 % weniger Arbeitslohn. Nur weil er einen Kronleuchter zwischen den Beinen hat, bekommt er mehr Lohn. Ist doch gaga, oder??? Soviel zur Geichstellung.

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        1. Das mit der ungleichen Belohnung ist unendlich viel wichtiger als die ganzen Benennungen.

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        2. Laut meinem Wörterbuch ist „die Initiale“ die Anfachsbuchstabe einer Name: wie z.B. „Herr/Frau K.L.M. Flugzeug“; dabei sind K.L.M. dann die Initialen. Im Englischen heißt es auch Initials.

          Und ja, auch in NL kriegen die Frauen durchschnittlich weniger bezahlt. Und leider muss ich zugeben das ich in der Materie nicht so ganz drin bin, aber der Grund dafür ist glaube ich doch meistens die Verhaltensweise beim Verhandeln. Es ist immer gefährlich zu Pauschalisieren natürlich, aber ich glaube es ist doch belegt, dass Frauen oft weniger gut in der Lage sind hart zu verhandeln, und der (männlicher) Chef damit dann mehr für sich (und dem Betrieb) rausholen kann. Ein sehr gutes Beispiel habe ich erlebt mit der Nachfolgerin meiner Frau bei ihren alten Job. Sie hat mit dem Mädel geredet, und ihr genau gesagt wie es ablaufen würde usw., und sie hat sich trotzdem über dem Tisch ziehen lassen. Ich glaube dort gibt es noch einen Welt zu gewinnen.
          Auch bei der gleichsetzung der Pro/Contra eines Geschlechts ist vielleicht noch nicht wie es sein soll. Denn ein Mann kann nicht schwanger werden. Gibt es sowas wie Vaterschutz? Vielleicht wäre es gut nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater verplfichtet in ‚Mutterschutz‘ zu schicken. Ja, es gibt Elternzeit. Aber bald auch ‚Betreungsgeld‘. Danke dafür, CSU – zurück zum Mittelalter nenne ich das. Es werden wieder die Frauen sein, die der Preis dafür bezahlen.

          Also, langes kurz: ich glaube das es verständlich ist, warum Frauen im durchschnitt weniger verdienen. Ich glaube aber auch, dass das natürlich nicht gerecht ist: die Unterschiede sind zu groß. Da gibt es noch einen Welt zu gewinnen, und das sowohl bei der Regierung (Voraussetzungen für gleiche Behandlung) und bei den Frauen selbst (Verhandlungsgeschick). Ansonten sind und bleiben Männer und Frauen einfach unterschiedlich, und das wird halt auch Auswirkungen haben. Es gilt diese Auswirkungen so gerecht wie möglich aus zu gleichen.

          Zu dem kann man übrigens auch sagen dass diese ganzen Elternzeit regelungen ganz schön Effekt leisten. Als junge verheiratete Frau ohne Kinder ende zwanzig ist es schrecklich schwierig einen neuen Job zu bekommen, denn jeder Arbeitgeber rechnet damit dass du bald schwanger wirst. Weil das der Betriebsablauf schadet und Geld kostet, wollen sie dich nicht haben. Gleichen wir das aus dadurch dass Männer genauso ‚unattraktiv‘ werden, wird eine ganze Generation benachteiligt. Dann finden beiden kein Job mehr.

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    2. Auch wer das „idiotische Rollenbild des Weibchens“ nicht akzeptiert und erst recht nicht lebt, wer darüberhinaus „die absolute Unterwerfungsgeste“ nicht als conditio sine qua non betrachtet, wird abgewertet, schlechter bezahlt für gleiche Arbeit – und wird sprachlich unterschlagen. Sprache kennzeichnet auch Bewußtsein! Jede Herrschaft nutzt sowas.
      Meine Güte – wofür haben wir denn eigentlich gekämpft, wir
      Alt-Achtundsechziger?

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      1. Lucy, wenn die Emanzipationsbewegung nichts weiter erbracht hat als dieses sprachliche Herumgeeier mit Formen wie “MediengestalterInnen” oder “Mediengestalter/innen”, dann ist das doch ein Armutszeugnis, wenn ich das für mein Selbstbewußtsein nötig habe. Hey, toll, frau wird im Text erwähnt, ist aber immer noch Mensch zweiter Klasse. Wie sagte doch einst John Lennon: (Zitat) „Woman is nigger of the world“.

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        1. Patricia, mit dieser ausgesprochen negativen Haltung wirst Du der Emanzipationsbewegung nicht gerecht. Sie hat in den vorangegangenen Jahrzehnten sehr viel in den Köpfen der Menschen angeregt und auch praktisch enorm viel erreicht. Der Weg ist aber lang und auch noch nicht zu Ende. Sprache ist ein kleiner Teil des großen Ganzen. Sprachlicher Ausdruck gehört zur eigenen Identität, wie Lucy auch schon erwähnte. Dass für Dich das generische Maskulinum die richtige Lösung ist, heißt noch nicht, dass das für andere Frauen auch gilt.

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          1. Sicher, wir sind schon wesentlich weiter als beispielsweise in den fünfziger Jahren, als eine Frau alleine im Restaurant gar nicht bedient wurde. Natürlich hat die Frauenbewegung eine Menge gebracht, aber es gibt noch immer eine Menge zu tun. Und da bringt es – wie in der Medizin – nichts, an Symptomen herumzubasteln, man muß an die Ursachen herangehen. Wo ist der Knacks in der Psyche – sowohl bei den Männern als auch bei den Weibsen?

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          2. Wie stehst du zu der Meinung, dass dieses ‚Problem‘ sich mit 20-30 Jahren großteils ‚gelöst‘ haben wird?
            Ich würde sagen dass die ‚Machthaber‘ immer noch Menschen sind, die in alte Verhältnisse großgeworden sind. Noch vor 30-40 Jahren gab es getrennte Schulen für Mädchen und Jungs, und haben Mädchen eben alpha-fächer (Sprachen, Handarbeit, Schreiben/Lesen, usw.) und Jungs beta (Technik) und gamma (Ökonomie, BWL) gemacht. Es ist halt diese Haltung, diese Soziale umgang miteinander die sich geändert hat.
            Die Jugend und Jungerwachsenen die jetzt so langsam an der Tür klopfen sind in ganz anderenn Verhältnissen großgeworden, und sehen es wahrscheinlich einfach als selbstverständlich das Frau und Mann gleich bewertet (sowohl wortlich als auch bildlich) werden.
            Ich bin zwar keine Frau, aber mich persönlich stört es einfach dass ich ständig auf Unterschiede gewiesen werde die es nicht gibt. Für mich ist gerade diese inklusive Sprache ein Zeichen, dass es sowohl auf Seite der Emanzipationsbewegung als auch auf der ‚andere Seite‘ (gibt es die denn?) immer noch ein ‚Unterschiedsdenken‘ gibt. Ich glaube genau dieses Unterschied-machen wirkt dagegen dass Männer und Frauen ‚im Geist‘ gleichgestellt werden. Denn sorry aber für mich als Mann ist es selbstverständlich dass es auch Frauen gibt die Pilot sind oder Professor oder Doktor oder oder oder. Es ist ein zwaktebod (sorry, ich glaube es gibt auf Deutsch keine gute Übersetzung für diesen Begriff) zu meinen dass benachdrücken zu müssen.

            Das Problem das ich sehe ist also, dass gerade die Emanzipationsbewegung oft die tatsächliche Emanzipation im Wege steht, dadurch dass sie künstlich Unterschiede produziert und benachdrückt wo es die nicht (mehr) geben sollte.

            Ich hoffe ich habe einigermaßen rüberbringen können, was ich meine. Ich will auch niemand beleidigen. *happy face*

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            1. Du drückst es sehr gut aus! Ich bin absolut einig mit dir. Diese ganze Herumkrampferei und das aus-allem eine-Religion-machen, das ist eben wieder sehr deutsch. Diese Verbissenheit und dieser Mangel an Lässigkeit.

              Aber ja, es wird dauern. Denn unsere Einstellungen, Rollenstereotypen und Vorurteile sind ja so ein bißchen auch Erbkrankheiten, die unreflektiert von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Dagegen helfen am besten positive Beispiele von Leuten, die diese Aufgaben sehr gut bewältigen. Tolle Pilotinnen, hingebungsvolle Kindergärtner, Meisterinnen im Einparken und begnadete männliche Zuhören-Könner.

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  11. Nun, ich werd’s wohl nicht mehr erleben …

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  12. Hier ein sehr gutes Beispiel: http://kampfradler.blogsport.de/
    Offensichtlich gibt es hier auch einfach keine klare regeln. Es hat bei mir eine weile gedauert bis ich verstanden habe was mit „*_innen“ gemeint ist.
    Persönlich finde ich die Lösung mit Klammern am logischten: wie „Kampffahrer(innen)“ im genannten Beispiel.

    Überigens zu dem Thema auch einen interessanten Beitrag in der Zeit (sie sprechen mir echt aus der Seele…): http://www.zeit.de/auto/2012-12/kampfradler-verkehrspolitik-ramsauer

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  13. Als tourist heb ik hier gelukkig weinig last van, behalve dat ik me nu wel afvraag hoe ik de mannen van Schwerinnen moet noemen. :-)

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  14. Manches bleibt immerhin sowohl historisch als auch aktuell „geschlechtsneutral“, z.B. „der Gast“. Mich hat’s nie gestoert, dass ein weiblicher Gast keine „Gaestin“ sein sollte. Dass es z.B. bei der Luftshansa doch schon weniger „Flugbegleiter“ als „FlugbegleiterINNEN“ gewesen seien, haelt aber mit den Wenden in der Berufswelt sprachlich nicht mehr auf dem Laufenden, denn es gibt nach meiner Erfahrung heutzutage, zumindest bei deutschen Fluggesellschaften, noch mehr ‚maennliche Stewardessen‘ als weibliche:-)

    Vor Kurzem war ich auf Dienstreise in der UK und zwar bei BR hing ein Schildchen: FOR SERVICE, PLEASE RING STEWARD!, was ich eben getan hatte. Es kam naemlich kein „Steward“, sondern eine recht huebsche junge Dame zu mir und nahm meine Bestellung zum Mittagessen auf. Geaendert hat sich diese Bezeichnung anscheinend nicht, auch gestoert hat es wohl nienamden!
    Soweit ich’s weiss, liegt keine Klageschrift vor dem obersten Richter, „…sowas gefaehrde die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz..“ usw..

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  15. […] Wenn sich in den Niederlanden eine Frau burgemeester oder directeur nennt, denkt sich kaum jemand was dabei. Wenn es für einen Beruf eine männliche und eine weibliche Bezeichnung gibt, können es sich Frauen im Niederländischen aussuchen, welche Form sie bevorzugen. In Deutschland ist die Lage etwas komplizierter. […]

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  16. hiermit möchte ich Ihnen bedanken ,dass ich zufällig diese Weibseit gefunden habe um niederländisch zu lernen.
    Ich möchte gern niederländisch lernen und es wäre schön wenn ich mit den Buchstaben /kurzen Sätzen anfangen kann,weil ich Anfänger bin .

    Vielen Dank

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    1. Dann ist ein Kurs Niederländisch für Anfänger sicher das Richtige für dich, moraad.

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    2. Hoi Moraad, buurtaal ist kein systematischer Niederländisch-Kurs. Auf dieser Seite findest Du aber ein paar Anregungen:

      https://www.buurtaal.de/blog/online-niederlaendisch-lernen

      Ansonsten schließe ich mich Charlie an. Ein Anfängerkurs zum Beispiel an der Volkshochschule bildet eine gute Grundlage.

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