Dreifach hält besser

Zuletzt aktualisiert am 28. September 2017

Immer wenn man niederländischer Blick über Wörter wie Brennnessel, Essstörung oder Erdnusssoße schweift, stutze ich. Drei Mal der gleiche Konsonant hintereinander sieht für mich irgendwie komisch aus.

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Drei gleiche Konsonanten hintereinander sind im Deutschen keine Seltenheit. Man begegnet ihnen in zusammengesetzten Wörtern (meist Substantiven), bei denen der erste Teil mit einem Doppelkonsonanten endet und der zweite mit genau diesem Buchstaben anfängt. Schifffahrt, Geschirrreiniger, Fußballliebhaber und Nussschokolade sind einige der bekannteren Vertreter dieser Gattung. Unter dem Titel Schnelllebige Schifffahrt nimmt Blogger- und Übersetzer-Kollegin Dagmar Jenner diese Spezies näher unter die Lupe.

Bindestrich zur Rettung

Auch im Niederländischen schreibt man Komposita normalerweise zusammen. Da niederländische Wörter jedoch nie auf einen Doppelkonsonanten enden, kommen drei gleiche Konsonanten hintereinander in dieser Sprache nicht vor. Zwar gibt es Fremdwörter wie jazz, grill, stress oder business, die Bestandteil des Alltagswortschatzes geworden sind; in solchen Zusammensetzungen werden sie jedoch mit Hilfe eines Bindestrichs an ihren Partner gekoppelt.

So wird ein niederländischer jazz-zanger in einer stress-situatie eventuell seine business-strategie überdenken müssen. Sein deutscher Kollege darf es sich aussuchen: Neben Stresssituation und Businessstrategie sind auch Stress-Situation und Business-Strategie möglich.

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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du mehr als 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Gerd Ziegler 24-05-2012 at 14:18

    Bis zur Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996 waren drei Konsonanten nur erlaubt, wenn im zweite Wort ein weiterer Konsonant folgte, z.B. in Sauerstoffflasche. Das Fenster aus Kunststoff wurde dagegen lediglich mit zwei f geschrieben.

    Nur der „Pfeiffer“ schrieb sich schon immer mit drei f. „Eins vor dem ei, zwei hinter dem ei…“ (aus: „Die Feuerzangenbowle“, W. Spoerl, 1933)

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    1. So gesehen ist die Schreibweise solcher Wörter jetzt wenigstens konsequent.

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      1. Gerd Ziegler 24-05-2012 at 18:12

        Dat klopt.

        Dennoch kommt man bei Wörter wie Papppartikel ins Stutzen. Da kann man sich leicht mit den p verzählen. Pappartikel bestehen nämlich aus sehr sehr vielen Papppartikel.
        Mir ist der niederländische Trennungsstrich sympathischer.

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      2. Mag es konsequent sein, komisch sieht es trotzdem aus, da gebe ich dir völlig recht. Wenn ich solche Wörter wie „Seeelefant“ (See-Elefant) lese, dann möchte ich denen, die sich diesen Blödsinn ausgedacht haben, den Duden um die Ohren hauen. Ich habe mich zwar so halbwegs an diese neue Rechtschreibung gewöhnt, aber ich hasse sie, und ich benutze sie nicht. Als sie damals eingeführt wurde, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, mir keine Bücher mehr zu kaufen. Aber das konnte ich denn doch nicht einhalten, denn ich bin nun mal eine Leseratte und brauche immer mal wieder ein neues Buch. Nichts zu lesen zu haben, ist für mich ungefähr dasselbe, wie nichts zu essen zu haben ;-).

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        1. Das mit den Rechtschreibreformen ist so ’ne Sache. Für die, die umlernen müssen, sind sie meistens ziemlich gewöhnungsbedürftig.

          Findet Ihr, dass die deutsche Rechtschreibung durch die letzten Änderungen insgesamt logischer geworden ist?

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          1. Jein; einiges schon, wie z.B. Doppel-s: Fass statt Faß ist logischer, weil die Konsonantenverdopplung ja sonst auch angewendet wird, um einen kurzen Vokal zu kennzeichnen. Aber glaub mir, auch viele Deutsche finden die Dreifachkonsonanten komisch. Da ich beruflich nicht mehr aktiv bin, nehme ich mir das Recht heraus, mit Bindestrich zu schreiben. Das fördert die Leserlichkeit.
            Was die Groß- und Kleinschreibung angeht: ein einziges Chaos, große Unsicherheit. … Ich finde, ‚Recht’schreibung ist sowieso nur eine gesellschaftliche Übereinkunft und solange man nicht unleserlich *schreipt isseß doch okeee, oda*? ;-) Nein, so natürlich nicht.

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            1. Lucy van Pelt 28-05-2012 at 11:50

              Eine gesellschaftliche Übereinkunft – ja was soll es denn sonst sein? Ein Naturgesetz?
              Aber es ist eben eine Übereinkunft, und was dabei herauskommt, wenn eine ganze Gesellschaftsschicht davon abspringt, das kann man unschwer an vielen SMS oder auch E-Mails erkennen, die sich an gar nichts mehr halten. Wie an dem oben abgewählten Satz.
              Ich finde es auch gewöhnungsbedürftig, einen Brief zu lesen, den Leute schreiben, die die Großschreibung für sich persönlich abgewählt haben. Die Idee von Emigrant, daß sich alles ändert, also auch die Rechtschreibung von Zeit zu Zeit angepasst werden muss, finde ich übrigens gut. Trotzdem tut es mir leid um das verloren gegangene ß nach kurzen Vokalen. Und die drei gleichen Konsonanten, auch wenn sie noch so logisch sind, finde ich schlimm.

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              1. Hi Lucy,

                die SMS-Sprache, die du nennst, hat durchaus System. Ich mag auch nicht alles, was ich lese, finde aber, dass „die Jugend“ (ähm …) recht kreativ mit Sprache umgeht.

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                1. Lucy van Pelt 29-05-2012 at 14:58

                  „die Jugend (ähm …)“ – lol!
                  Jaja, Alex, man wird nicht jünger. Hast du sowas wie „lol“ mit kreativ gemeint?
                  Jetzt ist es mir richtig schwer gefallen, „du“ klein zu schreiben. Ich bin halt noch ein paar Tage älter als (schon wieder!) du. Lieben Gruß! Lucy.

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                2. lol ist übrigens schon uralt

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          2. Gerd Ziegler 31-05-2012 at 15:33

            In Romanshorn (Schweiz) sah ich kürzlich ein Schild, welches auf ein Parkverbot mit drakonischer Strafe hinweist.

            „Richterliches Verbot
            Widerhandlungen werden mit Busse bis zu Fr. 500.- geahndet“

            Hier wäre das ß angebracht. Die Schweizer Rechtschreibung kennt das ß nicht (mehr).
            Vielleicht weist aber der Schweizer Richter auf die Androhung eines längeren Fahrverbotes hin, wonach der Verurteilte nur noch mit dem Bus fahren darf. So lange, bis Fr. 500.- aufgebraucht sind…

            Interessant wäre auch wissen (um zurück zum ursprünglichen Thema zu kommen), ob eine „Busssteuer“ auf die „Busse“ erhoben wird?

            Grüezi wohl ;-)

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  2. Wem juckt’s, ob eine Schreibweise logisch ist? Wichtiger ist doch, dass sie vertraut ist und nicht auffällt und dadurch von dem geschriebenen Inhalten ablenkt. Ein Jahrhundert lang war auf die deutsche Rechtschreibung Verlass; dann kamen die Verwirrung, noch mal eine Überholung und viel Widerwillen und Sabotierlust bei diesen und jenen. Dazu kamen noch erhebliche Kosten für neue Wörter- und Schulbücher; Suchmaschinen die den Weg verloren, und und und.
    Es ist meine Überzeugung, dass jede Rechtschreibung Konventionell ist und eine gehörige Portion Nicht-Logik enthält. Der Mensch ist sehr wohl in der Lage das zu verkraften; er ist ja selbst auch nicht so logisch. Nicht leben kann er aber mit etwas, dass lange unverändert bleibt; darum wird neben Autos, Bekleidung und Verpackungen auch die Rechtschreibung hin und wieder geändert, for better or for worse. NEU! – ein Selbstzweck.

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  3. Ach, juiste spelling, wijzigingen daarin, daarover kunnen we in Nederland meepraten!
    De spelling die ik op school heb geleerd gaat lang niet altijd meer op.
    Mijn oma had nog een andere spelling geleerd.
    En in de vorige eeuw, in de zestiger en zeventigerjaren waren er mensen die wilden schrijven zoals je het uitspreekt.
    Logisch is een spelling in de regel niet: ook als hij logisch begint blijft dat niet zo, omdat bijvoorbeeld de uitspraak van woorden verandert.
    Voor zover ik weet is de spelling van het Turks redelijk fonetisch, voor het standaard Turks dan. Omdat het Turks nog niet zolang in het Latijnse alfabet wordt geschreven.
    De vraag is dus misschien: wil je zo nu en dan je spelling aanpassen aan veranderde uitspraak van de taal?
    Logica: die is er in het Nederlands bij de d en dt bij werkwoorden: ik word, hij wordt.
    Maar we schrijven niet: ik leev, hij leevt. Terwijl dat in zekere zin net zo logisch zou zijn.

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  4. Zelf ben ik voor koppelstreepjes als die het woord verduidelijken. Ik gebruik ze dus wat vaker. er is immers een groot verschil tussen olifants-tandjes en olifant-standjes. :-)

    Ik het Duits heb ik meer problemen met woorden als Nahost, wat ik lees als Na-Host en dan denk waar hebben ze het over. Doe mij dus maar Nah-Ost. En Zee-eend vind ik ook duidelijker dan Zeeeend.

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    1. Und dann gibt es auch noch den zee-egel, der im Deutschen Seeigel heißt …

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  5. So eine allgemeine Bemerkung zu diesem mir schon naheliegenden Thema, finde ich die ganze deutsche Rechtschreibungsreform eher eine politische als rein linguistische Taktik, denn inwiefern hat sie sowohl uns Deutschen als auch fremdgebuertigen Deutschsprachigen, darunter auslaendischen Deutschlernern usw. die Schreibweise der Sprache eigentlich „reformiert“? Es scheint viele mehr Verwirrung als Klarheit gestiftet zu haben , dazu dem Staat die Umaenderungskosten….SO ein Aufwand, den wir uns haetten verschonen koennen, meiner Meinung nach.

    Apropos dreifach Konsonanten bzw. Vokale, ja, lauter Buchstaben, aneinanderzureihen, bleibt mir nochmal dieses Argument nur Schall u. Rauch!
    Da will ich doch NICHT meinen, es habe keinen Sinn darueber zu diskutieren, denn unser Forum dient ja solchem Zweck, aktuelle Gegenstaende aufs Tapet zu bringen und zur Eroerterung aufzuwerfen:-))

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  6. Ich persoenlich finde es ja viel schlimmer, das persoenliche Andreden nun klein geschrieben werden muessen. Das tut ich schlichtweg nicht. Es gibt so Sachen, die ich mir nicht angewoehnen will, weil sie meinem Sprachempfinden zu wider laufen. Da kann ich mit dem dreifachen Konsonant leben, der kommt so haeufig ja nicht vor…

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    1. In Briefen kannst du „Du“ (und „Dich“ und „Dir“) nach wie vor auch mit einem Großbuchstaben schreiben, wenn du möchtest.

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    2. Farina,

      hier pflichte ich deiner Aussage hundertprozentig bei! Mir kann bzw. will ich solche Dinge aber auch nicht leicht angewoehnen, und zwar apropos der Buchtitel des (allerdings mit Recht) angeschlagenen Herrn Sarrazin, bin ich leider der Meinung, die deutsche Sprache SCHLAFFT sich nur langsam ab(:-

      G.

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      1. Gernot, vielleicht solltest du dich lieber um Stilfragen sorgen, als um Rechtschreibung … ;-)

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  7. Das obige sollte eh‘ eine Anspielung auf den >SPIEGEL< Artikel sein: "Deutschland schlafft sich ab" als Neubetitlung Sarrazins beruehmtes Buch, "Deutschland schafft sich ab" scherzhaft umgewandelt:-)

    LOL

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  8. […] Rechtschreibreform hat zu einer deutlichen Zunahme von Wörtern mit drei s geführt. Das trifft zum Beispiel auf meine geliebte Erdnusssoße und auf alle anderen […]

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  9. […] für die Aussprache so schön Halt bietet, vermissen Niederländer es im Deutschen dort, wo Vokale (und Konsonanten!) scheinbar mühelos aneinandergereiht werden. Mit Meeresfauna wie Seeigeln und Seeelefanten tun […]

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  10. Drei Konsonanten hintereinander wirken nicht nur auf Niederländer merkwürdig. Das empfinden auch Deutsche als grausam.

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