Doei statt ciao

Zuletzt aktualisiert am 1. Juni 2018

Mit Grüßen ist es ähnlich wie mit Ausrufewörtern: Jeder hat seine Favoriten. Manche Wörter gehen gar nicht. So werde ich im Niederländischen nicht so schnell doeg sagen, genauso wenig wie im Deutschen ciao.

Ciao?

Bis ich nach Deutschland umzog dachte ich, ciao wäre ein italienischer Gruß.

Hier in Hannover habe ich ihn aber als fast genauso deutsch kennengelernt (der Duden empfiehlt übrigens die eingedeutschte Schreibweise tschau).

Obwohl ciao freundlich und zugewandt klingt, wird es wohl nie „mein“ Gruß werden. Ich kann es nicht mal begründen. Passt das leichtfüßige, vokalige Italienische für mich nicht genug in die ernste Sprache der Dichter und Denker?

Tschüss

Tschüss hingegen kommt mir leicht über die Lippen. In der Praxis nutze ich allerdings meist die langgezogene Form “Tschühüs”. Je nach Aussprache sind sowohl die Schreibweise mit einem als auch die mit zwei “s” am Ende erlaubt.

Tschüss leitet sich vom französischen adieu ab, das vor hundert Jahren auch in Deutschland wohl noch gängig war. In der Form ade lebt dieser Abschiedsgruß in manchen Gegenden noch fort.

Tschüss/Tschüs erlebe ich als einen typischen Duz-Gruß. Von Leuten, die ich sieze, verabschiede ich mich eher mit „auf Wiedersehen“

Doei

Noch viel näher als tschüss ist mir jedoch ein Wort aus meiner Muttersprache:

doei

Die genaue Herkunft von doei ist nicht ganz deutlich. Wohl aber, dass dieser in den Niederlanden sehr beliebte Abschiedsgruß jüngeren Datums ist. Erst in den Siebzigern tauchte er auf. Inzwischen hört man es auch gerne gedoppelt: doei doei.

Wie spricht man „doei“ aus?

So:

Den Siegeszug von doei erkläre ich mir – ebenso wie Sprachwissenschaftler Jan Stroop – mit dem gezellige Charakter des Wortes. Allerdings ist doei gewiss nicht jedermanns Sache. Und genauso wie tschüss gehört es definitiv in die Duz-Domäne. Im Austausch mit einer deutlich älteren, mir unbekannten Person würde ich es nicht so schnell verwenden.

Doei über die Grenze

Weil doei so lekker bekt hat meine Schwester in England schon mal einen Versuch gestartet, doei in ihr englischsprachiges Umfeld einzuführen. Rein vom Klang her hätte das eigentlich gut klappen können, denn ein native Speaker könnte im Prinzip einfach “do we” sagen.

Von Tobi Vollebregt – Niederländisch-Dozent an der VHS in Unna und Werne – hörte ich, dass seine Kursgruppen aktiv dabei sind, diesen „Feel-Good-Gruß“ in ihrem Bekanntenkreis in Deutschland unter die Leute zu bringen.

Was sagt Ihr? Wollen wir doei auch in Deutschland Fuß fassen lassen?


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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du mehr als 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Zelf gebruik ik eerder doeg en nimmer doei. Mijn indruk is dat mannen minder doei gebruiken dan vrouwen. Mogelijk zit dat in de oorsprong. Ik denk dat die wel eens bij Catootje uit Jan Jans en Kinderen kan liggen, idd rond 1977.

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    1. Mijn indruk is dat mannen minder doei gebruiken dan vrouwen.

      Dat gevoel heb ik inderdaad ook, Ximaar.

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  2. Volgens mij werkt ‚doei‘ maar onder kennissen en vrienden, in de winkels – ook als ze me daar kennen – wordt ik als ik er uit ga uitge’dag’t, het ‚doei‘ wordt altijd compleet geïgnoreerd. Van een kennis, Simone uit Helmond, heb ik ook eens de doei-variante ‚doedoe‘ met op pad gekregen.

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    1. Es müssen nicht unbedingt („alleen maar“) gute Bekannte oder Freunde sein, Patricia. Aber „doei“ ist tatsächlich so umgangssprachlich, dass man es in Geschäften eher nicht hört.

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  3. Moin , moin moin
    So grüßt man in Norddeutschland an de Küst.
    Ein Moin reicht.
    Für alle die es nicht wissen. Moin heißt nicht morgen. Also nicht die Kurzform von Guten morgen. Es heißt einfach Schön. Also Moin passt auch des Abends als Begrüßung.

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    1. Dat klinkt bijna als ‚moi‘ dat in Groningen veel wordt gebruikt. Maar dan niet zozeer als afscheidsgroet, meer als begroeting bij de start van de ontmoeting, of als je elkaar bijvoorbeeld op straat tegenkomt. En met name met mensen die je in Duitsland met du zou aanspreken.
      Ik woonde als kind in Groningen, en onderling zeiden we ‚moi‘ als we elkaar tegenkwamen.

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      1. Moin Alex ich benutze Moin als Gruß, da ich mich als Harzer ( nicht Hartzer) dem Norden Zugehörigkeit fühle.
        Also lieber ein Nordlicht als ein Armleuchter.

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  4. Nette Idee, „doei“ als Abschiedsformel in Deutschland einzuführen. Mir persönlich gefällt das sehr gut. Für Süddeutschland sehe ich da allerdings keine großen Erfolgsaussichten. Ich bin in Bayern aufgewachsen und „tschüs“ ist da verpönt, „tschühüs“ geht gar nicht – klingt einfach viel zu norddeutsch. Deshalb ist „ciao“ so beliebt, zumindest in städtischem Umfeld. Wer dem Dialekt näher steht, wird eher „pfiat di“ oder „servus“ sagen.

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    1. Pfiat di? Das ist neu für mich. Aber ich traue mich aus dem Norden der Republik auch nur selten heraus ;)

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      1. Lucy van Pelt 22-05-2018 at 18:40

        „Pfiat di“ hat sich meinem Sprachgefühl nach aus „(Gott) behüte dich“ entwickelt, was sagt ein Bayer dazu?

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  5. Willy Peters 20-05-2018 at 12:43

    Hallo Alex,
    “Tschüs” is voor mij ok. Maar „doei“ vind ik niet leuk.
    Misschien ook wel, omdat rond Eindhoven vaak “ houdoe“ gezegd wordt.
    En dat vind ik gewoon gezelliger.

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    1. Die Geschmäcker sind eben verschieden, Willy. Und das ist prima so :)

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  6. Lucy van Pelt 20-05-2018 at 17:55

    Warum nicht? Wir fahren doch gern ins Ausland und nehmen von dort so etwas Einprägsames und Verständliches mit wie eine Begrüßung oder einen Abschiedsgruß. Ich ertappe mich manchmal mit einem „ciao“, „adiós“ oder „bye-bye“, und das versteht dann schon wegen der Situation und des Tonfalls jeder. Und hier im Schwäbischen ist neben „grüß Gott“ zur Begrüßung auch „ade“ zum Abschied üblich. Warum also nicht auch „doei“? Das werde ich mal ausprobieren. Hingegen mag ich „moin“ gar nicht, was ich aber nicht begründen kann.

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  7. Willy Peters 21-05-2018 at 12:13

    Tschüß is ok. En ik vind nog steeds het brabantse “ houdoe“ het gezelligste, gemoedelijkste.

    Antworten

    1. Willy Peters 21-05-2018 at 12:41

      Sorry, mijn eerste antwoord kon ik pas zien, nadat ik mijn tweede verstuurd had. Was niet de bedoeling.

      De mogelijkheid mijn antwoord nog te kunnen veranderen, nadat het verstuurd is, vind ik erg goed. Moest vaker mogelijk zijn!!!

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      1. Fijn dat je het handig vindt. (Het gebeurt mij op andere blogs ook regelmatig dat ik na het versturen nog iets wil veranderen (of een typefout ontdek).

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  8. Das „doei“ ist mir genau so zuwider als „ciao“ dir. Und doeidoei ist zweimal so schlimm.
    Beide gehören zu einem „vlotte babbel“ (für mich also).

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    1. „Ciao“ ist mir nicht zuwider, Han. Es wird einfach nie „mein Wort“ werden.

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  9. Ik woon nu sinds 3 jaar in Duitsland en ben blij hier niet meer dagelijks „doei“ te moeten aanhoren. Dus van mij hoeft het niet „eingedeutscht“ te worden. In het oosten van Nederland wordt vaak ook „ajuus“ of „aju“ als Nederlands alternatief voor Tschüs gebruikt. Soms betrap ik me erop dat een Duitser verrast opkijkt wanneer ik afscheid neem met een „ajuus.“ En soms antwoordt men mij met hetzelfde woord.

    Ik woon aan de noordzeekust en „moin“ of „moin moin“ is daar Schering en inslag. En als ik dan van Frankfurt of München naar Bremen vlieg en de stewardess / captain begroet ons met een „moin“ dan voel ik me al bijna thuis ;-)

    Overigens is volgens mij „doei“ werkelijk populair geworden door de Maaslander reclame in de 90er jaren. Een buurvrouw wilde graag kaas lenen en stal dan de Maaslander uit buurman´s koelkast. Die riep vertwijfeld: „Niet mijn Maaslander!!!“ waarop de vrouw zijn huis verliet met kaas en een hoog uitgesproken „Doei!“

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  10. Das hört sich für mich halt schon arg kindisch bzw. aufgesetzt an, erst recht in der Doppelung. Erinnert mich stark an „Tschüssi“, was ich in Berlin oft gehört habe. Es ist dabei wichtig, es in singendem Tonfall mit langgezogenem „i“ auszusprechen, eh -flöten. „Tschüssiiii“!

    Re: Doppelung=Kindersprache
    https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/wortbildung-von-doppelungen

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  11. Hallo Alex,

    „Tschüss“ wird inzwischen auch bei Leuten gebraucht, die deutlich älter sind … auch in Geschäften und bei allen, die man siezt. Das ist seit vielen Jahren jedenfalls meine Erfahrung =)

    Eva

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  12. In unserer Ecke hört man sehr oft – auch unter Fremden – „hoi“ oder es lebe die (fast)Verdopplung „Hoioi“. Obwohl ich es nicht sonderlich mag, muss ich aufpassen, nicht einzufallen …

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