Niederländische Briefmarken zum Anbeißen

Zuletzt aktualisiert am 3. Oktober 2017

Stroopwafels, kersenvlaai, Bossche bollen … Leider nicht zum Anbeißen, aber lecken ist bei diesen regionalen niederländischen Spezialitäten durchaus erwünscht.

Die oben genannten sind zusammen mit noch sieben anderen lekkere dingen auf der neuen Briefmarkenserie Nederlandse Lekkernijen abgebildet.

Fünf der Spezialitäten sind in bestimmten Regionen oder Provinzen beheimatet, die anderen fünf sind typisch für eine bestimmte Stadt oder einen bestimmten Ort.

Regionale niederländische Spezialitäten

Zu den regionalen lekkernijen gehören de Limburgse vlaai, de Zeeuwse bolus, het Friese suikerbrood, het Drentse kniepertje und auch eine nicht-süße Spezialität: de Groninger eierbal.

Überhaupt sind acht der zehn abgebildeten Köstlichen süß, nur zwei sind herzhaft. Neben dem „Eierball“ aus Groningen sind das die eingelegten Zwiebeln aus Amsterdam, de Amsterdamse uitjes. Ihre gelbe Farbe erhalten die Zwiebeln durch die Zugabe von Safran oder Curcumin.

Örtliche Leckerbissen

Mit einer bestimmten Stadt verbunden sind besagte uitjes, de Bossche Bol (’s Hertogenbosch/Den Bosch), de Goudse stroopwafel (Gouda) de Zwolse balletjes (Zwolle) sowie de Tielse kermiskoek (Tiel). Die meisten Produkte sind jedoch auch außerhalb der Herkunftsregion oder des Herkunftsortes erhältlich.

1. Bossche bol

Den Bossche bol habe ich hier auf buurtaal schon mal vorgestellt. Dieser Riesen-Windbeutel mit Schokoladenüberzug ist so mächtig, dass er für mich kaum zu schaffen ist.

2. Limburgse vlaai

Vlaai ist etwas ganz anderes als Vla, die andere niederländische Spezialität, die auch bei vielen Deutschen sehr beliebt ist. Beim vlaai handelt es sich nämlich um einen Kuchen mit einem dicken Boden aus Hefeteig.

3. Drents kniepertje

Het Drents kniepertje ist eine harte, runde (Zimt-)Waffel aus der Provinz Drenthe. Das Wort kniepertje kommt vom Verb knijpen (kneifen) und bezieht sich auf das Waffeleisen („Kneifeisen“), das früher zum Backen verwendet wurde.

4. Fries suikerbrood

Fries suikerbrood, oder Fryske Sûkerbôle, wie es auf friesisch heißt, ist eine Art Zuckerkuchen, der seinen Namen wahrlich zu Recht trägt. Der Zuckeranteil beträgt nämlich 40 Prozent.

5. Zwolse balletjes

Zwolse balletjes sind etwa zwei Zentimeter große Bonbons, die in einer Manufaktur in Zwolle nach Geheimrezept seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hergestellt werden.

6. Goudse stroopwafel

Alles Wissenswerte zur Sirupwaffel im Stroopwafel-Artikel.

7. Zeeuwse bolus

De Zeeuwse bolus aus der Provinz Zeeland erinnert mit seiner klebrigen Substanz etwas an das deutsche Franzbrötchen De Zeeuwse bolus ist aus spiralförmig gerolltem Brotteig und wird vor dem Backen durch eine Zuckermischung gerollt. Man benutzt dazu den typisch niederländischen basterdsuiker. Oft ist auch kaneel dabei – Zimt. Hier hat jeder Bäcker seine eigene Formel. Ein schönes Rezept für Zeeuwse Bolussen zum selber backen findet sich bei Rutger bakt (auf Niederländisch).

8. Groningse eierbal

Bei diesem herzhaften Snack aus Groningen handelt es sich um ein ganzes oder halbiertes hart gekochtes Ei, das in Ragout getunkt, paniert und anschließend frittiert wird.

9. Amsterdamse ui

Die uitjes im Glas bekommt man in jedem niederländischen Supermarkt.

10. Tielse kermiskoek

Tielse kermiskoek stammt aus dem Ort Tiel in der Provinz Gelderland. Tiel ligt in der Region de Betuwe, die durch den fruchtbaren Boden für Obst- und Gemüseanbau bekannt ist. Für den Teig wird Roggenmehl verwendet. Andere wichtige Zutaten des „Kirmeskuchens“ sind honing (Honig) aus der Region und kandijsuiker (Kandiszucker).

Bis auf den Groningse eierbal und die Zwolse balletjes habe ich sie alle schon mal probiert.

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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du fast 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Die Groninger Hanzehoogeschool macht jedes Jahr einen Eierballen-Test, bei dem Eierballen verschiedener Kioske gegeneinander in unterschiedlichen Kategorien antreten. 2016 hat die „Kwalitaria Jolie“ gewonnen. Also – für den nächsten Besuch in Groningen weißt du schon, wo du hingehen kannst =)

    Vielen Dank für den Artikel!

    Antworten

    1. Gut zu wissen, Sophia. Danke!

      Antworten

    2. Frau Vorgarten 16-07-2017 at 20:40

      wenn ich das gewusst hätte, bevor ich diesen Sommer in Groningen war! Ich hätte die Eierballen probiert, denn Reisen bildet.

      Antworten

      1. Die nächste Gelegenheit kommt bestimmt, Frau Vorgarten. Ich habe die Eierballen jetzt auch auf meine Liste stehen.

        Antworten

  2. Heike Stegemann 17-07-2017 at 16:43

    Wat lekker! Bisher habe ich noch keines der Rezepte ausprobiert, doch es läuft mir buchstäblich das Wasser im Munde zusammen beim Lesen dieses Artikels. Jetzt habe ich zumindest schon mal basterdsuiker geordert (damit er mir beim nächsten Besuch aus den Niederlanden mitgebracht wird) und dann kann es los gehen mit Zeeuwse Bollussen nach dem Rezept von Rutger! Dank je wel voor de inspiratie :)

    Antworten

    1. Ach super, Heike. Lässt du mich wissen, wie sie geschmeckt haben, wenn du sie gemacht hast?

      Antworten

      1. Heike Stegemann 18-07-2017 at 12:42

        Zeker! Und wenn das Ergebnis dann auch optisch ein Genuss ist, dann mache ich gerne auch noch Fotos :)

        Antworten

        1. Super. Ich freue mich schon!

          Antworten