„Auswehen“

In den vergangenen beiden Wochen war es still hier auf buurtaal. Das kommt, weil ich Urlaub gemacht habe: in den Niederlanden.

Hafen Hoorn, Niederlande

Windige Erholung

Wenn man das Draußensein und die frische Luft genießt, kann man das auf Niederländisch uitwaaien nennen. Wortwörtlich übersetzt heißt es auswehen. Genau das habe ich die letzten vierzehn Tage gemacht.

Das deutsche sich durchpusten lassen kommt uitwaaien recht nahe. Allerdings birgt das niederländische Wort für mein Gefühl noch etwas mehr Erholungsqualität. Beim uitwaaien sind Wind und Wasser vorzugsweise reichlich vorhanden:

Mein vorheriger wirklicher Niederlande-Urlaub lag schon mehr als zehn Jahre zurück. Wie es mir diesmal ergangen ist, schildere ich nächste Woche in einem Artikel mit Impressionen.


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Geschrieben von alex

Ursprünglich komme ich aus den Niederlanden, seit 1997 ist Deutschland meine Wahlheimat. Hier im Blog findest Du fast 400 Artikel über die Unterschiede zwischen der deutschen und der niederländischen Sprache und Kultur.

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  1. Hmmmm. Auswehen. Das hat für mich was vom ‚Ausklang der Wehen‘ oder ‚Abklingen der Schmerzen‘, ist irgendwie schmerzlich besetzt. Es ist natürlich schwierig zu übersetzen. Vorschlag: Was hältst Du von ‚auslüften‘ oder ‚durchlüften‘? Das wäre dann auch bedeutungsnah mit dem ’sich duchpusten lassen‘.

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    1. Hm, bei „auslüften“ und „durchlüften“ denke ich an muffige Klamotten …

      Im Prinzip würde ich uitwaaien je nach Kontext eher sinngemäß übersetzen, sodass der Erholungscharakter deutlich hervorgehoben wird.

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      1. Na ja, hier in Moffeland kann man schon leicht muffig werden. Dann paßt es doch ;-) …

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        1. Lucy van Pelt 26-08-2015 at 07:31

          Moffeland? Was ist das denn?

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          1. Zitat Wikipedia über ‚Mof‘ und ‚Moffenland‘:

            Das niederländische Mof (Plural moffen; eigentliche Bedeutung Muff) ist in den Niederlanden eine abwertende Bezeichnung für einen Deutschen.

            Das Wort mof ist im Niederländischen seit dem 16. Jahrhundert belegt und vermutlich abgeleitet von Muff und muffig.

            Ein anderer Erklärungsversuch: In Deutschland wurden Anfang des 17. Jahrhunderts die Ostfriesen und Emsländer „Moffen“ genannt, was dann in den Niederlanden für alle Deutschen übernommen worden sein könnte.

            Das Wort wurde im Westen der Niederlande vor allem seit dem Zweiten Weltkrieg verwendet und war in dieser Zeit ein Synonym für „Nazi“.

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            1. Bei Zitaten bitte immer die genaue Quelle angeben, Patricia.

              Weil das Wort schon sehr abwertend ist, fände ich es schön, wenn es hier auf buurtaal nicht „einfach nur so“ verwendet wird.

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            2. Lucy van Pelt 26-08-2015 at 18:46

              Vielen Dank, Frau Müller, für die ausführliche Erklärung.
              Nun fände ich es nett, wenn das Wort keine Verwendung mehr fände.
              Gruß, L.v. Pelt.

              Antworten

              1. Das geht mir genauso. Ich zucke bei Moffen jedesmal zusammen. Man hört/liest es aber inzwischen viel weniger. :)

                Antworten

  2. Schöner Begriff, wieder was gelernt. Als Voralpenländlerin kann ich kein deutsches Pendant beitragen. „Sich durchpusten lassen“ ist mir nicht so geläufig, aber Nordlichter kennen das vielleicht. Anfangs fand ich das extrem stressig, die ständige kleine Brise um die Nase. Aber jetzt im Sommer weiß ich es zu schätzen. Die Wind-Resistenz scheint auch ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Ortsansässigen und Zugereisten. Während letztere (mich eingeschlossen) sich beim ersten Windhauch gewissenhaft in die windstopper-Jacke wickeln, lassen sich erstere auch bei segeltauglicher steifer Brise partout nichts anmerken und halten stoisch am coolen Beach-Outfit fest. Kein Wunder also, dass es hierfür einen eigenen Begriff gibt. Gefällt mir sehr.

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    1. Das hast Du schön beschrieben Momo :-)

      Ein Leben ohne Wind wäre für mich wie ein Leben ohne Sonne …

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    2. nicht umsonnst sagt man: ‚lekker windje‘, meistens steht dann schon eine kräftige Briese, aber ich empfinde sie wirklich als schön! Windstill ist echt langweilig (und im Sommer stickig)
      Johanna

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  3. So schön und kaum übersetzbar wie „uitwaaien“ finde ich auch „uitbuiken“: nach einem deftigen Mahl ruhen und den Bauch arbeiten lassen, wörtlich ‚ausbauchen‘.

    Vorsicht: deftig ist ein falscher Freund.
    een deftige dame ~ eine vornehme Dame
    een stevige/voedzame maaltijd ~ ein deftiges Essen

    Meer over valse vrienden op mijn Nederlandstalige blog: http://mariastratemeier.com/category/valse-vrienden/

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    1. Uitbuiken is erg mooi inderdaad.

      En wat deftig betreft: Kijk maar eens hier Maria ;-)

      Deftig, gierig, stur und brutal

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  4. Hans-Jörg Jansen 14-03-2016 at 14:25

    Hallo, bin neu und schwer begeistert!
    uitwaaien im Sinne von durchathmen, sehr interessant
    Genau das ist es, was ich fühle, sobald ich über die Grenze fahre.
    Egal, ob nur zum Eis essen mit dem Fahrrad, oder dem 3 Wochenurlaub.
    Mit Ihrem Blogg, werde ich noch viele Interessante Dinge erfahren, da bin ich mir sicher. Übrigens sind viele Niederländer positiv überrascht, wenn man versucht niederländisch „te praten“. Auch in Deutschland!

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    1. Hoi Hans-Jörg,

      Leuk dat je buurtaal hebt gevonden!

      In den Niederlanden kann man in der Tat prima uitwaaien :-)

      Ik wens je nog veel leesplezier!
      Alex

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