Und was spricht man in Belgien?

21-02-2010 · 2 comments

in Sprache

Gleich drei offizielle Sprachen gibt es in Belgien (België). Etwa 60 Prozent der Belgier haben Niederländisch als Muttersprache, 40 Prozent sprechen von Haus aus Französisch und weitere 74.000 Menschen im Osten des Landes – eine sehr kleine Minderheit also – verständigen sich auf Deutsch. Insgesamt hat Belgien etwa zehneinhalb Millionen Einwohner.

Politisch gesehen unterteilt sich Belgien in drei Teile, so genannte gewesten: Die Niederländisch sprechenden Vlamingen (Flamen) findet man im Vlaams Gewest (Region Flandern – Vlaanderen), die Französisch sprechenden Walen (Wallonen) sowie diejenigen, die Deutsch sprechen, im Waals Gewest (Region Wallonien).

Eine Sonderposition nimmt die Region Brüssel-Hauptstadt ein (Brussels Hoofdstedelijk Gewest – die Hauptstadt Brüssel und die umliegenden Gemeinden): Hier bestehen Niederländisch und Französisch offiziell gleichwertig nebeneinander. In der Praxis habe ich jedoch das Gefühl, dass Französisch in der belgischen Hauptstadt einen höheren Stellenwert hat.

Flämisch

Niederländisch (rot) und Französisch (blau) in Belgien.
Bild: Wikimedia Commons, Autor: Ssolbergj, Lizenz: Creative Commons, Namensnennung 3.0 Unported

Flämisch?

Im Gegensatz zu dem, was machmal gedacht wird, ist Flämisch keine eigenständige Sprache. Die Amtssprache und allgemeine Schriftsprache im flämischen Teil Belgiens ist Niederländisch.

Wohl unterscheidet sich das gesprochene Niederländisch in Flandern in der Aussprache, Satzmelodie, idiomatisch und – in geringem Maße – syntaktisch von dem, was in den Niederlanden gesprochen wird. Am Besten vergleicht man die Situation mit dem unterschiedlichen deutschen Sprachgebrauch in Deutschland und in Österreich. Es klingt anders, aber verstehen tut man sich trotzdem.

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