Klangwirrwarr: eu und oe

21-11-2009 · 4 comments

in Aussprache,Sprache

Das Niederländische kennt zwei lange Vokale, deren Aussprache unbedarfte Deutschsprachige auf falschem Fuß erwischt: eu und oe.

“eu” entspricht dem deutschen “ö”

Während das deutsche “eu” zu den Doppellauten (Diphthongen) gehört, ist das niederländische “eu” genau genommen ein langer Vokal (Monophthong). Er wird ungefähr wie ein etwas kürzeres “ö” gesprochen.

Beispiele sind keuken (Küche), Europa und leuk (nett, hübsch, angenehm)

So klingt eu

“oe” entspricht dem deutschen “u”

Das niederländische Verb doen (tun) spricht man also in etwa “duhn” aus – und auf keinen Fall “dön”, wie die Schreibweise vermuten lässt, wenn man das Deutsche gewöhnt ist.

Ein paar Beispiele: toen (damals, als), moeder (Mutter), voeren (führen oder füttern)

Und so klingt oe

Etwas Ähnliches sieht man übrigens im Englischen und Französischen. Auch diese Sprachen bilden den “u”-Klang mit Hilfe des Buchstabens “o”. Im Englischen hat man “oo” (book), im Französischen “ou” (Louvre).

Und das niederländische “u”?

Das Niederländische hat tatsächlich auch einen Buchstaben “u”. Diesen spricht man jedoch entweder wie ein kurzes, dumpfes “ö” (phonetisch: ɶ) oder wie “ü” (phonetisch: y) aus. Dies hängt davon ab ob der Vokal lang oder kurz klingt. Kurz ist er zum Beispiel in bus (Bus), lang in huren (mieten).

Huren spricht man also “hüren” aus. Würde man “huren” sprechen, wären damit Prostituierte gemeint. Diese heißen im Niederländischen hoeren, und damit ist der Kreis wieder rund ;-)

Das kurze und das lange u

Der Aussprache auf den Grund gehen

Wer es ganz genau wissen will: Neon – Nederlands online – eine Webseite des Fachbereichs Niederlandistik der Freien Universität Berlin, bietet eine gute Übersicht über die niederländischen Vokale und ihre Aussprache.

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