Auch in den Niederlanden gehören gemäß EU-Richtlinie ab Sommer 2009 Fingerabdrücke in den Reisepass (paspoort) und auf den Personalausweis (identiteitsbewijs). Über den Sinn dieser Maßnahme kann man sich streiten. In der Praxis sorgt sie für viel Ärger.

Ausweise mit elektronisch gespeicherten biometrischen Merkmalen sind inzwischen in vielen europäischen Ländern Pflicht. Neben dem Foto werden seit einiger Zeit auch zwei Fingerabdrücke auf einen im Reisedokument integrierten Chip gebannt.
Ebenso wie in Deutschland erfolgt die Ausstellung der Reisedokumente bei den Bürgerämtern. Pech haben nur diejenigen, die nicht im eigenen Land wohnen und ihren Pass bei einem Konsulat im Ausland beantragen müssen. Für sie bedeutet die neue Regelung einiges an Mehraufwand und Kosten.

Zeig her deinen Finger…
Während nämlich jedes auch noch so kleine Bürgeramt in Deutschland und in den Niederlanden einen Fingerabdruckscanner herumstehen hat, gibt es in ganz Deutschland nur drei (!) niederländische Vertretungen, die über solche Geräte verfügen: die Botschaft in Berlin und die Generalkonsulate in Düsseldorf und München. Vielleicht ein bisschen knapp bemessen, wenn man bedenkt, dass insgesamt mehr als 100.000 Niederländer in Deutschland leben …
Niederländische paspoorten und identiteitskaarten sind fünf Jahre gültig. (Wieso gibt hier es hier eigentlich keine einheitliche, länderübergreifende Regelung?) Meine würden am 11. Februar auslaufen. Höchste Zeit also, etwas zu unternehmen.
Hatte ich neue Ausweise bislang beim Honorarkonsulat in Hannover beantragt (das den Antrag dann an das inzwischen geschlossene Generalkonsulat in Hamburg weiterleitete), war dieser recht bequeme Weg nun leider nicht mehr möglich.
Eine Winterreise
Und so kam es, dass ich diese Woche eine Reise nach Düsseldorf antrat. Nicht auf gut Glück übrigens, sondern nach einer Terminvergabe über das Internet. Insgesamt sechs Stunden Zugfahrzeit hin und zurück (die winterlichen Verspätungen der Deutschen Bahn mit eingerechnet …) für einen Behördengang. Kurzum: ein nicht gewollter Tagesausflug.
Vergleichsweise darf ich aber noch von Glück reden. Niederländische Staatsbürger, die in riesigen Ländern wie Australien, Brasilien, Argentinien oder Kanada leben, trifft es härter. Sie müssen nun unter Umständen mehrere Tausend Kilometer reisen, teure Flugtickets kaufen und Urlaubstage nehmen.
Auch habe ich das Glück, dass mir meine neuen Reisedokumente nach Fertigstellung per Post zugeschickt werden. Das ist in vielen Ländern nicht möglich, sodass man die Reise ein paar Wochen später erneut antreten muss oder notgedrungen gleich einen längeren Urlaub aus der Aktion macht.
Ich frage mich gerade, wie das wohl umgekehrt ist. Was machen Deutsche, die in den Niederlanden wohnen? Ist es für sie ebenso aufwendig, einen neuen Ausweis zu bekommen?
Vielleicht auch interessant:
Immer auf dem Laufenden bleiben. Abonniere buurtaal per RSS oder via e-Mail.


