Das dicke L

Ein Phänomen, an dem man Niederländer sofort erkennt, wenn sie deutsch sprechen, ist ihr “dickes L”. Im Niederländischen wird dieser Klang nämlich etwas anders gebildet als im Deutschen.

Das niederländische

Zeichnungen in diesem Post: Laura Voeten. Das “dicke” niederländische L.

“Dicke” und “dünne” Aussprache

Umgekehrt tun sich Deutsche ebenso schwer mit der Aussprache des niederländischen “L”. Der deutsche [l]-Klang klingt nämlich wesentlich leichter und heller als sein niederländisches Pendant. Das kommt, weil er in erster Linie mit der Zungenspitze gebildet wird, während beim niederländischen L ein großer Teil des Zungenrückens am Gaumen “klebt”. Das passiert vor allem, wenn das L am Silbenende steht. Es ist ein bisschen wie lallen.

Niederländer kennen diesen Klang als dikke l (dickes L). Das deutsche L wird im Niederländischen entsprechend als dunne l (dünnes L) bezeichnet.

Das deutsche

Das schlanke deutsche L …

Die Aussprache des “dicken” niederländischen L tendiert in Richtung W oder U. Dieses Phänomen erklärt zum Beispiel, wie aus altniederländischen Wörtern wie alt und kalt die heutigen Formen oud und koud mit dem Diphthong ou entstehen konnten.

So klingt das niederländische L

Alexandra
belachelijk (lächerlich)
flauwekul (Unsinn, Quatsch)
kwal (Qualle)
lopen (gehen, laufen)
olie (Öl)

Liesje leerde Lotje lopen langs de lange Lindelaan (niederländischer Zungenbrecher)

Findet Ihr die Aussprache des niederländischen L gewöhnungsbedürftig? Oder gibt es Laute, die Euch mehr Schwierigkeiten bereiten?

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Was Andere zu diesem Thema meinen:

  1. Es stimmt, dass es diese Unterschied gibt, aber ich finde das L dennoch nicht schwer auszusprechen.

  2. Die Unterschiede in der Betonung der Silben fallen mir schwerer. Und natürlich das ui.

    Am schwierigsten find ich den Unterschied zwischen dem V und dem W. Da höre ich häufig nicht mal den Unterschied. Und ich sage meistens zum V einfach F. Aber das ist ja nicht korrekt :P

    • Hi Bea, zu “v” und “w” werde ich auch mal etwas schreiben hier. Da ist es wirklich manchmal sehr schwierig, den Unterschied zu hören.

  3. Christine sagt:

    Also, ich fand am Anfang auch das “ui” und das “sch” die größten Herausforderungen und musste von meiner Schwiegerfamilie immer wieder “Scheveningse scheerschuim” und “beschuit” sagen zum Üben ;-)

    • Oh ja, vor allem die Kombi aus “sch” und ui hat es in sich ;-)

      • Melanie sagt:

        Mir geht es wie Christine. Aber das “ui” spricht hier sowieso jeder anders aus, habe ich gemerkt. Damit mache ich mir keinen Stress mehr. Beschuit steht bei uns immer auf dem Frühstückstisch, aber auf den Einkaufszettel schreibe ich Zwieback :-D

        Interessant finde ich, dass das L dem W so ähnlich sein soll – im Polnischen gibt es doch auch einen Laut (das L mit den Strichen durch), der fast wie W ausgesprochen wird.

        Schönes Wochenende!

      • snibhci sagt:

        Hallo Christine und Alex,
        ich selber lebe im Rheinland, meine Familie stammt aber ursprünglich aus Ostfriesland (Ihrhove, Detern, Potshausen). Ich bin schon lange auf der Suche zur Bedeutung und der ‘richtigen Aussprache’ unseres Familiennamens ‘Schnuis’.
        Könnt Ihr mir vielleicht aufgrund Eurer vorherigen Postings weiterhelfen, zumindest was dei Aussprache betrifft?

  4. Louis R. sagt:

    Ich war mir dieser Tatsache gar nicht bewusst. Habe es ausprobieren müssen, um festzustellen, daß es indertat stimmt. Wenn ich von der einen Sprache in den anderen wechsle “passe” ich mich automatisch an…..

  5. Karin sagt:

    Ja, das Dikke L hört man ja auch schon in Köln. Müsste für Menschen aus der Ecke einfach sein. Ich finde es nicht schwer auszusprechen, aber ich tue es einfach nicht. Für meine Ohren klingt es nicht so schön, ich bleibe einfach beim kleinen bescheidenen, eigenen L. Man wird sowieso immer einen Akzent raushören, da kann man nichts machen.

  6. Boom sagt:

    Den Unterschied zwischen deutschem und niederländischem l höre ich auch, aber wie man das niederländische L richtig artikuliert, davon hab ich keine Ahnung … also, netter kleiner Artikel, vor allem mit den süßen Zeichnungen ;) Aber schade, dass du keine Tipps gibst, wie man es besser machen kann.

    Kann es eigentlich sein, dass das niederländische s auch ein wenig anders als das deutsche ist? Ich hab manchmal das Gefühl, dass das auch weiter hinten gebildet wird, weiter in Richtung deutsches sch.

    Ansonsten find ich vor allem das ui und das gerollte r schwierig.

    Warum sind die Ls auf den Bildern eigentlich weiblich? :D

  7. Stimmt. Und schön gezeichnet hast Du auch!! ;)

  8. Das dünnste l überhaupt findet man vielleicht auf der Insel Lidingö bei Stockholm. Die Darstellerin Ingrid Bergmann hat das drauf. Wohl gerade deshalb wurde sie im Film Murder on the Orient Express gefragt, welche die Farbe ihres Nachthemdes sei. So bekam sie die Gelegenheit mit ihrer Antwort zu glänzen: „lila“.

  9. Hallo Alex,
    da wohne ich doch schon mehr als 30 Jahre in den Niederlanden. Ist mir noch nie aufgefallen. Am Donnerstag gebe ich an deutsche Studenten Unterricht auf Deutsch in Nijmegen. Da kommt alles zusammen. Ich werde mal gut hinhören.

    Ja und die Zeichnungen finde ich super! Komplimente an deine Schwester.
    Liefs

  10. Andi sagt:

    Hallo Alex, hallo Fangemeinde,

    mich interessiert, ob man das “l” als ein emphatisches l beschreiben kann. Diese Erscheinung gibt es ja in mehreren Sprachen.
    Ich bin stets gespannt auf neue Gedanken bei euch!

    • Du meinst das “velarisierte” L [ɫ] ?

      Offiziell gibt es das im Niederländischen nicht, aber ich schließe nicht aus, dass es in manchen Dialekten/bei manchen Sprechern durchaus vorkommt.

  11. Gernot sagt:

    In ‘Koelle’ aber lebt dieses “dicke” L’chen schon jahrhundertlang, obwohl’s doch Dialekt ist! Alle anderen Deutschstaemme verwenden lieber das “fluessige” (Buehnenhochlautung) L. Mir fiel also das angeblich niederlaendische Lautphaenomen kaum schwer auszusprechen, als ich die Sprache lernte. Eher das “ui” bei “huis” sowie das “r” usw. hatten mir Schwierigkeiten bereitet.

    Mich wundert’s nur, ob sich im Niederlaendischen Laut und Schrift so aehneln, wie im Deutschen:-)

  12. Ich habe mir schon als Kind einen Spaß daraus gemacht Rudi Carrelllllll mit seinem “Llllllass dich überrrrrrrraschen” nachzumachen ;-) Damals wusste ich noch nicht einmal, dass ich eines Tages mal Niederländisch lernen würde ;-)

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