<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>buurtaal &#187; Typisch niederländisch / typisch deutsch</title>
	<atom:link href="http://www.buurtaal.de/blog/category/kultur/typisch-niederlandisch/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.buurtaal.de/blog</link>
	<description>Niederländisch für Deutsche -- Deutsch für Niederländer</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 17:10:36 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Wie soll das Kind heißen?</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/die-niederlandische-vornamen-top20-2011</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/die-niederlandische-vornamen-top20-2011#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 07:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[beliebt]]></category>
		<category><![CDATA[Name]]></category>
		<category><![CDATA[Vorname]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=4451</guid>
		<description><![CDATA[Namensgebung: Kurze und knackige Vornamen liegen in den Niederlanden derzeit voll im Trend. Niederländische Babys heißen derzeit bevorzugt Daan oder Emma. Die Erstplatzierten vom letzten Jahr, Sem und Sophie, bleiben in der Top-3. [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Führungswechsel: Nach einem Jahr sind Daan und Emma zurück an der Spitze der beliebtesten niederländischen Kindernamen.</em></p>
<p>Der meistvergebene niederländische Jungenname 2011 ist <strong>Daan</strong>, bei den Mädchen steht <strong>Emma</strong> an der Spitze. Dies <a href="http://www.svb.nl/int/nl/kinderbijslag/kindernamen/top20/index.jsp" title="Top 20 der niederländischen Kindernamen für 2011">ermittelten</a> die Statistiker des niederländischen Sozialversicherungsträgers, der Sociale Verzekeringsbank. Das Institut führt über die Namen aller Neugeborenen Buch.</p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/2012/niederlaendische-vornamen-2011.gif" alt="Beliebte niederländische Vornamen 2011" /></p>
<p>Sowohl <em>Daan</em> als auch <em>Emma</em> führten bereits 2009 die Rangliste der populärsten Babynamen an. 2010 wurden sie von <a href="http://www.buurtaal.de/blog/niederlandische-babys-heissen-sem-und-sophie" title="2010 hießen niederländische Babys bevorzugt Sophie und Sem">Sem und Sophie</a> überholt. <em>Sem</em> steht bei den Jungs nun auf Platz zwei und auch <em>Sophie</em> konnte sich in der Top-3 behaupten.</p>
<h2>Kurz und knapp</h2>
<p>Insgesamt zeigten niederländische Eltern <a href="http://www.buurtaal.de/blog/beliebte-niederlaendische-vornamen#nachnamen" title="Beliebte niederländische Vornamen 2009/2010">unverändert</a> eine deutliche Vorliebe für kurze, bodenständige, oft einsilbige Vornamen für ihren Nachwuchs. Dieser Trend findet sich auch in Deutschland wieder. Hier sind es derzeit <a href=" http://www.beliebte-vornamen.de/jahrgang/j2011" title="Mia und Ben – die beliebtesten Babynamen in Deutschland 2011">Mia und Ben</a>, die auf den ersten Plätzen rangieren. Im letzten Jahr waren es <a href="http://www.buurtaal.de/blog/beliebte-deutsche-vornamen" title="Die beliebtesten deutschen Vornamen 2011">Max (Maximilian) und Sophie/Sofie</a>.</p>
<h2>Top-10 der niederländischen Vornamen 2011</h2>
<table border="0" cellspacing="4" cellpadding="8">
<tbody>
<tr>
<td style="width: 250px;"><strong>Mädchen</strong></td>
<td style="width: 250px;"><strong>Jungen</strong></td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Emma</td>
<td style="width: 250px;">Daan</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Julia</td>
<td style="width: 250px;">Sem</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Sophie</td>
<td style="width: 250px;">Milan</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Lotte</td>
<td style="width: 250px;">Levi</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Isa</td>
<td style="width: 250px;">Luuk</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Lisa</td>
<td style="width: 250px;">Lucas</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Saar</td>
<td style="width: 250px;">Jayden</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Lieke</td>
<td style="width: 250px;">Thomas</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;"> Eva</td>
<td style="width: 250px;">Stijn</td>
</tr>
<tr>
<td style="width: 250px;">Anna</td>
<td style="width: 250px;">Jesse</td>
</tr>
<tr>
<td style="height: 25px;"></td>
<td style="height: 25px;"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<p>Quelle: <a href="http://www.svb.nl/int/nl/kinderbijslag/kindernamen/top20/index.jsp">Sociale Verzekeringsbank</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/die-niederlandische-vornamen-top20-2011/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>29</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Buntes auf Brot: die Streusel-Parade</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/hagelslag-schokostreusel-brotbelag</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/hagelslag-schokostreusel-brotbelag#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 09:11:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[belag]]></category>
		<category><![CDATA[brot]]></category>
		<category><![CDATA[Süßigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[typisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=4238</guid>
		<description><![CDATA[Jeder niederländische Supermarkt – auch wenn er noch so winzig ist – präsentiert seinen Kunden ein üppiges Sortiment an süßem Brotbelag. Zu den Favoriten gehört schon seit Jahrzehnten <em><strong>hagelslag</strong></em> ("Hagelschlag"): Streusel aus Milch- oder Zartbitterschokolade. Kaum ein niederländisches Kind, das nicht mit einem täglichen <em><strong>boterham met hagelslag</strong></em> aufgewachsen ist. [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Die Niederländer essen gern Süßes auf Brot. Ein Klassiker ist zweifellos <strong>hagelslag</strong>, in Deutschland bekannt als Schokostreusel. Aber damit ist die Auswahl noch lange nicht erschöpft </em></p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/hagelslag-supermarkt.jpg" alt="Hagelslag in vielen Sorten und Geschmacksrichtungen" /></p>
<blockquote><p>Hagelslag und andere Streusel – ein buntes Sortiment</p></blockquote>
<h2>Hagelslag</h2>
<p>Jeder niederländische Supermarkt – auch wenn er noch so winzig ist – präsentiert seinen Kunden ein üppiges Sortiment an süßem Brotbelag. Zu den Favoriten gehört schon seit Jahrzehnten <em><strong>hagelslag</strong></em> (&#8220;Hagelschlag&#8221;): Streusel aus Milch- oder Zartbitterschokolade. Kaum ein niederländisches Kind, das nicht mit einem täglichen <em><strong>boterham met hagelslag</strong></em> aufgewachsen ist. </p>
<p><img class="imgright" src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/hagelslag.jpg" alt="Niederländischer Hagelslag auf Brot" /></p>
<p>Auch in Deutschland gibt es <em>hagelslag</em>. Allerdings werden die Schokostreusel nicht beim Brotbelag, sondern bei den Backartikeln einsortiert. Sie sind hier nämlich primär zum Garnieren und Dekorieren von Torten und sonstigem Gebäck gedacht und kommen oft in kleinen 100-Gramm-Tütchen daher. Geschmacklich können die deutschen Schokostreusel leider nicht immer mit ihren niederländischen Cousins mithalten. </p>
<h2>Flocken</h2>
<p><img class="imgleft" src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/melkchocoladevlokken.jpg" alt="Brot mit Schokoladenflocken" /> Wer es etwas luftiger mag, bestreut sein <a href="http://www.buurtaal.de/blog/niederlaendisches-deutsches-brot" title="Deutsches Brot vs. niederländisches Brot">Brot</a>  mit <em><strong>vlokken</strong></em>. Die Schokoflocken gibt es nicht nur in Zartbitter- und in Milchschokolade-Ausführung, sondern auch mit weißer Schokolade und manchmal in einer Mischung aus Weiß und Zartbitter. </p>
<h2>Fruchthagel</h2>
<p>Diese farbenfrohen Streusel bestehen nahezu vollständig aus Zucker und sind vor allem bei Kindern beliebt. Traditionell besteht die Farbkombi aus Orange, Gelb und Rosa. </p>
<div class="imgright"> <img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/gekleurde-muisjes.jpg" alt="Fruchthagel - niederländischer Brotbelag - Zuckerstreusel" /></p>
<blockquote><p>Deutsches <a href="http://www.buurtaal.de/blog/niederlaendisches-deutsches-brot" title="Deutsches Brot vs. niederländisches Brot">Brot</a> mit niederländischem Belag.</p></blockquote>
</div>
<p>Inzwischen ist der <em><strong>vruchtenhagel</strong></em> auch mit Waldfruchtgeschmack erhältlich. In dieser neuen Ausführung ist das Trio <a href="http://www.deruijter.nl/producten/bosvruchtenhagel.aspx" title=""Waldfruchthagel"">rosa, fuchsia und flieder</a> gefärbt. Zum Schluss gibt es noch eine Variante in schlichtem Weiß: Anishagel. Fruchthagel und Anishagel sind übrigens älter als der viel berühmtere <em>Hagelslag</em>. Sie wurden bereits Ende der Zwanzigerjahre <a href="http://www.deruijter.nl/historie.aspx" title="Vruchtenhagel – mehr als achzig Jahre alt!">erfunden</a>.</p>
<h2>Hart im Nehmen: die Geburtsmäuschen</h2>
<p><img class="imgleft" src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/thumbnails/geboortemuisjes-thumb.jpg" alt="Zwieback mit Geburtsmäuschen" /></p>
<p>Anis findet sich noch in einer anderen Streuselform wieder. Bei der Geburt eines Kindes wird der Wochenbettbesuch in den Niederlanden <a href="http://www.buurtaal.de/blog/beschuit-mit-muisjes" title="Zwieback mit Anis zum Geburt">traditionsgemäß</a> mit rundem Zwieback bedacht, der entweder mit rosa-weißen oder mit blau-weißen gezuckerten Anissamen bestreut ist. Weil die Form der Kügelchen vage an eine Maus erinnert, werden sie <em><strong>muisjes</strong></em> – Mäuschen – genannt. </p>
<p>Vorsicht beim Zubeißen: Im Gegensatz zu allen anderen Streuselsorten sind Geburtsmäuschen richtig hart! Zudem haben die <em>muisjes</em> die Neigung, bei jedem Happen nach allen Seiten wegzuspringen, wobei der bruchanfällige Zwieback das Fluchtverhalten noch verstärkt. Für den entspannten Verzehr ist ein großer Teller als Unterlage unbedingt empfehlenswert.</p>
<h2>Gestampfte und farbige Mäuschen</h2>
<p>Was zunächst <a href="http://www.buurtaal.de/blog/gruselig-enkel-falsche-freunde" title="Gruselig – ein sogenannter falscher Freund im Deutschen und Niederländischen">gruselig</a> klingt, entpuppt sich als eine weitere Sorte leckeren Brotbelags: Bei den <em><strong>gestampte muisjes</strong></em> sind die Anissamen mit dem Zucker zu einem weißen Pulver vermahlen. Auch diese Sorte macht sich gut auf Zwieback. <em><strong>Gekleurde muisjes</strong></em> – farbige Mäuschen – ist ein gängiges Synomym für den bereits erwähnten <em>Vruchtenhagel</em>.</p>
<p>Bei jedem Besuch in den Niederlanden bringe ich mir eine Packung <em><strong>hagelslag puur</strong></em> (zartbitter) mit. Den gibt es inzwischen auch aus <a href="http://fairtrade.nl/NL/MainContent/Eten-Drinken/n15/broodbeleg-strooien/hagelslag-puur.aspx" title="Fair Trade Schokolade ">fairem Handel </a>, sodass ich damit nicht nur mir, sondern auch den Kakaobauern etwas Gutes tue.</p>
<p>Esst Ihr gerne <em>Hagelslag</em> oder <em>Muisjes</em>? Und wo kauft Ihr sie?</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/8b315dfc08dd4583b0070261706b1e7e" width="1" height="1" alt="" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/hagelslag-schokostreusel-brotbelag/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>31</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sparsamkeit und Sammelwut</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/sammelleidenschaft-sparsamkeit-zegels</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/sammelleidenschaft-sparsamkeit-zegels#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 17:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[einkaufen]]></category>
		<category><![CDATA[rabatt]]></category>
		<category><![CDATA[sparsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[typisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=4123</guid>
		<description><![CDATA[Niederländer geizig? Jedenfalls sammeln sie seit Jahrzehnten gerne <em>zegels</em>  – Rabattmarken – die sie gegen Geschenke eintauschen. Die deutsche Petra musste feststellen, dass diese Sammelleidenschaft ziemlich ansteckend ist [ ... ] ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>In diesem Gastbeitrag nimmt Petra die sprichwörtliche niederländische Sparsamkeit und die Sammelleidenschaft unter die Lupe. Die Deutsche, die seit Jahren in den Niederlanden wohnt, blogt selbst auf <a href="http://grenzwanderer.wordpress.com" title="Grenzwanderer">Grenzwanderer</a>. Hier auf buurtaal kommentiert sie unter dem Namen &#8220;scrooge&#8221;.</em></p>
<h2>Volkssport &#8220;zegeltjes plakken&#8221;</h2>
<p>Mein Wörterbuch übersetzt <strong><em>zegel</em></strong> mit <em>Rabattmarke</em>, aber meiner Meinung nach klingt das ein bisschen zu sehr nach Nachkriegszeit. Deshalb werde ich hier einfach das niederländische Wort verwenden. Und <em><strong>plakken</strong></em> heißt <em>kleben</em>. </p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/spaarzegels.jpg" alt="Spaarzegels" /></p>
<p>Als ich vor vielen Jahren bei meinem ersten Besuch in einer WG in Groningen anbot, einmal für die ganze Truppe zu kochen, bat mich eine Bewohnerin: „Lässt du dir beim Einkaufen auch die <em>Kristalzegels</em> mitgeben? Ich sammle die nämlich.“</p>
<p>Kristalzegels? Nie gehört! Eine Nachfrage ergab, dass man bei einem Einkaufsbetrag von 20 (oder 25) Gulden eine Art Briefmarke bekam, die man auf eine Sparkarte kleben konnte. Die volle Karte konnte man dann gegen bestimmte Artikel aus Glas eintauschen, wobei man bei größeren Gegenständen noch etwas dazuzahlen musste. </p>
<p>Im Laufe der Zeit entdeckte ich, dass es noch viel mehr Sammel- und Sparmöglichkeiten gibt. So kann man beim Kaffee- und Teeproduzenten Douwe Egberts Punkte aus der Verpackung schneiden und diese gegen verschiedene Produkte in den Läden der Kette eintauschen. Auch Tankstellen, Bekleidungsgeschäfte, Friseure und andere Dienstleister bieten vergleichbare Sparprogramme an, um Kunden auf diese Weise an ihr Geschäft zu binden. </p>
<p>Außerdem gibt es noch Airmiles (für einen Gratisflug oder andere Dinge) und Bonuspunkte, die auf personalisierten Karten gesammelt werden. Hier hat der Anbieter den zusätzlichen Vorteil, dass er so jede Menge Informationen über das Kaufverhalten seiner Kunden erhält. </p>
<h2>Jäger und Sammler</h2>
<p>Und warum sammeln gerade die Niederländer so begeistert Marken, Stempel, Punkte und Airmiles? Möglicherweise liegt es an der niederländischen <strong><em>zuinigheid</em></strong> (Sparsamkeit). Viele Niederländer <a href="http://www.buurtaal.de/blog/deftig-gierig-stur-brutal" title="Geizig: nicht die gleiche Bedeutung im Niederländischen wie im Deutschen ...">geben nicht gern viel Geld aus</a> &#8211; wenn es sich vermeiden lässt &#8211; und sind begeisterte Schnäppchenjäger. Auch hier bekommt man etwas umsonst oder zumindest billiger, und das lässt man sich nicht gern entgehen. Auch wenn man die angebotenen Dinge eigentlich gar nicht braucht. Dazu kommt &#8211; zumindest bei mir und verschiedenen Leuten aus meinem Bekanntenkreis &#8211; das schöne Gefühl, dass man noch ein bisschen mehr erhält als nur die eingekauften Waren. </p>
<p>Dabei ist der vermeintliche Vorteil oft nur ein Scheinvorteil, z. B. wenn man einen Umweg von mehreren Kilometern in Kauf nimmt, da die nähere Tankstelle keine <em>zegels</em> anbietet. Oder wenn der Supermarkteinkauf größer als geplant ausfällt, da man unbedingt einen Einkaufsbetrag von dreißig Euro für das dritte <em>zegel</em> benötigt. </p>
<p>Diese Sammelleidenschaft ist auch an mir nicht vorbeigegangen: Wenn man in unserem Supermarkt mal wieder <em>zegels</em> für ein Warenpaket sammeln kann, mache ich gerne mit, auch wenn ich einen Teil der Dinge in diesem Paket eigentlich nicht brauche. Ein paar Mal habe ich auch zusammen mit einer Kollegin <em>zegels</em> gesammelt, wenn wir beide die erste Sparkarte voll hatten und für eine zweite die Zeit bis zum Ende der Aktion zu kurz war. Den Inhalt des Pakets haben wir dann brüderlich geteilt. Eine gewisse soziale Funktion kann man diesem Konzept also nicht absprechen. </p>
<p><img class="imgright" src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/badlaken-duizend-gulden.jpg" alt="Geldschein als Badetuch" /></p>
<h2>In trockenen Tüchern</h2>
<p>Und kurz nach meinen Umzug in die Niederlande konnte man bei einer anderen Supermarktkette <em>zegels</em> für Handtücher sammeln. Nach einigen Wochen eifrigen Klebens wurde ich stolze Besitzern eines Badehandtuchs mit einem 1000-Guldenschein als Motiv. Es gab auch die 10- und 25-Gulden-Varianten, aber wann hat man als Otto Normalverdiener schon mal die Möglichkeit, sich mit einem 1000-Gulden-Schein abzutrocknen? </p>
<p>Dieses „Integrationsbadetuch“ habe ich heute noch, wie man sieht. Schön, nicht? </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/sammelleidenschaft-sparsamkeit-zegels/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>65</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Borstplaat – holländisches Zuckergut</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/borstplaat</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/borstplaat#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:35:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essbares und Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[advent]]></category>
		<category><![CDATA[backen]]></category>
		<category><![CDATA[Nikolaus]]></category>
		<category><![CDATA[Sinterklaas]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=4062</guid>
		<description><![CDATA[Dezember ist der Monat der Süßigkeiten. Jedes Jahr backe ich in der Adventszeit zusammen mit Freundinnen eine Riesenmenge <a href="http://www.buurtaal.de/blog/weinachtskekse-backen" title="Weihnachtskekse backen">Weihnachtskekse</a>. Und Anfang des Monats verehrt uns <em><strong>Sinterklaas</strong></em> – <a href="http://www.buurtaal.de/blog/sinterklaas-1">der niederländische Nikolaus</a> - mit einem Besuch. Der hat immer haufenweise <em><a href="http://www.buurtaal.de/blog/suesse-sinterklaas-traditionen" title="Niederländische Nikolaus-Süßigkeiten">snoepgoed</a></em> dabei. Besonders gern mag ich [ ... ]
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Sinterklaas – der Nikolaus – ist im Land. Es ist die Zeit für traditionelle niederländische Süßigkeiten, wie <a href="http://www.buurtaal.de/blog/suesse-sinterklaas-traditionen" title="Niederländische Nikolaus-Süßigkeiten">chocoladeletters</a>, pepernoten, marsepein und borstplaat.</em></p>
<p>Dezember ist der Monat der Süßigkeiten. Jedes Jahr backe ich in der Adventszeit zusammen mit Freundinnen eine Riesenmenge <a href="http://www.buurtaal.de/blog/weinachtskekse-backen" title="Weihnachtskekse backen">Weihnachtskekse</a>. Und Anfang des Monats beehrt uns <em><strong>Sinterklaas</strong></em> – <a href="http://www.buurtaal.de/blog/sinterklaas-1">der niederländische Nikolaus</a> &#8211; mit einem Besuch. Der hat immer haufenweise <em><a href="http://www.buurtaal.de/blog/suesse-sinterklaas-traditionen" title="Niederländische Nikolaus-Süßigkeiten">snoepgoed</a></em> dabei.</p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/zwarten-pieten-muziek.jpg" alt="Die Helfer von Nikolaus" /> </p>
<blockquote><p><em>Zwarte Pieten</em> – Die Helfer von Sinterklaas. Wenn sie nicht gerade Musik machen, verteilen sie Geschenke und Süßigkeiten.</p></blockquote>
<h2>Gut für die Brust</h2>
<p>Besonders gerne mag ich <em><strong>borstplaat</strong></em>, eine Art Fondant. Wortwörtlich übersetzt heißt die Leckerei &#8220;Brustplatte&#8221;. Mit mittelalterlichen Ritterrüstungen hat das wenig zu tun. Der Name stammt aber tatsächlich aus vergangenen Tagen, als Zucker noch als Heilmittel gesehen wurde und als probate Medizin gegen Husten galt: als Erleichterung für die Brust eben.</p>
<p>Das &#8220;Zuckergut&#8221; gibt es in der dunklen Jahreszeit beim Konditor oder auch im Supermarkt zu kaufen. Man kann es jedoch auch leicht selbst machen.</p>
<h2>Rezept für holländischen borstplaat</h2>
<h3>Zutaten</h3>
<p>250 g feiner Zucker<br />
5 EL (ungeschlagene) Schlagsahne<br />
4 EL Milch<br />
(1 EL löslichen Kaffee oder Kakao)<br />
Backpapier</p>
<h3>Zubereitung</h3>
<p>Für den Zucker nehme ich am liebsten niederländischen <a href="http://www.buurtaal.de/blog/rezept-niederlaendischer-apfelkuchen" title="Bastersuiker – Niederländischer Invertzucker - eignet sich prima zum Backen">basterdsuiker</a>, weil er schön feucht und karamellig ist und sich dadurch prima zum Kochen und Backen eignet. Normaler Kristallzucker – oder eine Mischung aus zwei Teilen Kristallzucker und einem Teil Puderzucker – tut&#8217;s aber auch. Rohrohrzucker ist weniger empfehlenswert, denn dann wird die Struktur recht grob.</p>
<p>Den Zucker zusammen mit der Milch und der Sahne in einem Topf schmelzen lassen. Dann die Zuckermasse etwa fünf Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen; dabei regelmäßig umrühren. Wer mag, kann Kaffee oder Kakao hinzufügen. Zur Überprüfung der Konsistenz einen Tropfen der heißen Mischung in ein Glas Wasser gleiten lassen. Er sollte nicht zerfließen, sondern zu einem Zuckerkügelchen erstarren.</p>
<p>Die Masse auf gefettetes Backpapier gießen und fest werden lassen. Wenn <em>de borstplaat</em> abgekühlt ist, in mundgerechte Stücke zerteilen.</p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/borstplaat.jpg" alt="borstplaat - eine Nikolausspezialität aus den Niederlanden" /></p>
<blockquote><p>Ein Experiment: <em>Borstplaat</em> mit Rohrohrzucker</p></blockquote>
<p><em>Eet smakelijk</em> – Lasst es Euch schmecken!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/borstplaat/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>26</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wenn einer eine Reise tut &#8230;</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/gastbeitrag-reise</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/gastbeitrag-reise#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 09:26:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[niederländer]]></category>
		<category><![CDATA[zug]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=3884</guid>
		<description><![CDATA[Diese Woche ein Gastbeitrag von <strong>Ralph</strong>, der aus einer sehr persönlichen Perspektive auf die gewissermaßen unterschiedliche "Lebensart" von Deutschen und Niederländern blickt. [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Diese Woche ein Gastbeitrag von <strong>Ralph</strong>, der aus einer sehr persönlichen Perspektive auf die gewissermaßen unterschiedliche &#8220;Lebensart&#8221; von Deutschen und Niederländern blickt. Ralph blogt auf <a href=" http://www.zum-mephistopheles.de/" title="Zum Mephistopheles!">Zum Mephistopheles!</a> Viel Spaß beim Lesen seiner Kurzgeschichte!</em></p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/motorrad.gif" alt="Motorrad" /></p>
<p>Wenn einer eine Reise tut … es gilt also darauf zu achten, diesen Gastbeitrag nicht zu lang werden zu lassen. Was sicher nicht gelingen wird, denn zu prägend waren die Erlebnisse dieses Abenteuers, das an einem gemütlichen Abend im August, Anna Domina 1978, in einer hannoverschen Kneipe seinen Anfang nahm.</p>
<p>Als gerade noch Teen ist man ja vor allem eines: spontan. Und ein Freitagabend hat den Charme, das ganze Wochenende noch in sich zu tragen. Die Kombination aus beidem ergab eine Tour nach Amsterdam, die begann, als die Biere auf dem Tresen abgestellt waren. Helm auf, Lederjacke an und dann ab auf´s Motorrad, rauf auf die Autobahn – Amsterdam, wir kommen! In meinem nicht vorhandenen Portemonnaie befanden sich ein Zwanziger und etwas Kleingeld, mein Kumpel Roger verfügte immerhin über fast den doppelten Betrag. Wir waren jung und brauchten kein Geld – doch die Tatsache, dass ich die Beträge noch im Kopf habe, deutet schon an, dass Geld trotzdem eine Rolle spielte.</p>
<p>Wir sausten also gen Niederlande und da ich noch keinen Motorradführerschein hatte, hockte ich als Sozius auf dem Bock. Nebenbei: Das habe ich seit dieser Reise nie wieder getan, bis heute. Wir passierten die Grenze bei Oldenzaal/Hengelo und mussten &#8211; eventuell auch tanken, auf jeden Fall aber eine Pause machen. Wir steuerten einen Rasthof an, erledigten, was zu erledigen war und dann fing das Abenteuer an: Roger beschleunigte die Maschine, um wieder auf die Autobahn einzuscheren. Es war Nacht, das Licht des Motorrades nicht so fürchterlich hell und der Mensch ahnt ohnehin mehr, als er tatsächlich sieht. In Deutschland sind die Auffahrten von Rasthöfen auf die Autobahnen allenfalls von leichten Kurven geprägt; nicht so in den Niederlanden. Da gibt es schon mal 90°-Kurven, bevor der Beschleunigungsstreifen erreicht ist. Eine Überraschung – auch für Roger. Wir verpassten die Kurve, fuhren geradeaus weiter, schlitterten über ein langes Rasenstück und dann hob ich vom Sozius ab …</p>
<h2>Bruchlandung</h2>
<p>Ich landete in einem dichten Gestrüpp – und nach dem Aufrappeln stellte ich im Feuerzeugschein fest, dass ich mit dem Rücken gegen einen jungen Baum gerauscht war, der nun entwurzelt darniederlag. Wäre dieser Baum zwei, drei Jahre früher gepflanzt worden – doch nun suchte ich Roger und hörte, wie sich zehn Meter weiter etwas regte. Roger, genauso unverletzt wie ich. Wir hatten beide keinen Kratzer. Dachten wir. Was man von der Maschine nicht sagen konnte. Die war recht demoliert, sagte keinen Piep mehr und nach unserem vergeblichen Versuch, die Karre in völliger Dunkelheit aus dem Gebüsch zu tragen, gaben wir es auf und sahen uns an: Was tun, sprach Zeus? Die Götter sind besoffen – wir nicht mehr. In der Ferne sahen wir ein Licht, wie romantisch. Mit allerdings wenig romantischen Gefühlen bahnten wir uns einen Weg über Wiesen, Felder und diverse Gräben, bis wir das Licht als die Beleuchtung eines Haus erkennen konnten. Wie die Motten steuerten wir darauf zu, doch was dann? Es war sehr spät am Abend, wir sahen so vertrauenerweckend aus wie Bruce Willis gegen Ende der Stirb-langsam-1-bis-4-Filme und klingelten trotzdem.</p>
<p>Wer uns die Tür öffnete und nach unserem Anblick nicht direkt wieder vor der Nase zuschlug &#8211; und anschließend die Polizei informierte, dass hier zwei Halunken … &#8211; ich kann es nicht mehr sagen. Doch weder Femke noch Thijs*, die Bewohner des Hauses, zeigten sich sonderlich schockiert über unseren Auftritt. Nach sehr kurzer Erläuterung unseres Unfalls an der Haustür baten sie uns hinein ins Licht. Und wir betrachteten uns zum ersten Mal richtig nach dem Sturz; gegenseitig und im Spiegel. Doch ein paar blutige Kratzer! Nun waren wir schon vorher keine George Clooneys, aber der zuvor beschriebene Bruce Willis wirkte nun doch verdammt gepflegt.</p>
<p>Wir wurden behandelt wie lang erwartete Freunde, denen auf der Reise ein Missgeschick passiert ist. Femke erkundigte sich permanent, ob es uns gut ginge. Thijs schmierte Brote und entschuldigte sich, dass wir nichts Warmes mehr zu essen bekommen könnten. Wenig später hatten wir uns grob gereinigt, die Brote verschlungen und saßen nun alle um einen Tisch in der Küche herum. Roger und ich erzählten, meistens abwechselnd, was genau passiert war. Soweit wir das überhaupt selbst wussten. Thijs meinte auf die Fragen Rogers &#8211; wie wir das Motorrad dort wegbekommen sollten, ob die Polizei eventuell die Spuren und dann das Bike finden könnte; was wir wohl beschädigt hatten etc. &#8211; dass die Polizei eher keine gute Idee sei und wir die Karre erstmal so liegen lassen müssten. Denn in der Nacht wäre das ja alles nicht so einfach. Morgen würden wir dann sehen, was zu tun sei. Bei diesen Worten holte er eine Flasche roten Genever aus dem Kühlschrank, erwähnte en passant, dass wir selbstverständlich bei ihnen schlafen könnten und Femke murmelte so etwas wie „das ist doch wohl klar.“ Alles in einem Deutsch &#8211; denn unser Niederländisch … aber zumindest zu meinen Sprachkenntnissen komme ich noch – das sich, Entschuldigung, ganz furchtbar niedlich anhörte. Dann badeten wir alle gemeinsam in rotem Genever …</p>
<p>Als Roger und ich am nächsten Morgen aufgestanden waren, berichtete Thijs, er habe mit einem Freund telefoniert und der sei nun dabei, das Motorrad zu suchen und er würde es dann hierher schaffen. Während wir frühstückten, beantworteten wir die erneuten Fragen von Femke zu unserem Gesundheitszustand – ob sie den Unfall meinte oder den Genever, sei dahingestellt – und wir nickten brav: alles bestens. Natürlich tat uns vieles weh, aber wir waren guten Mutes. Bis das Motorrad kam. An eine Reparatur war nicht zu denken. Viel zu teuer und wir hatten ja ohnehin nur so circa sechzig DM in der Tasche und ein ungedecktes Girokonto in der Hinterhand. „Keine Schwierigkeit“, meinte der Freund von Thijs: Das Motorrad könnte auf seinem Hänger liegen bleiben. Er müsste sowieso nächste Woche nach Deutschland. Da sei ein Abstecher nach Hannover kein Problem. Also wirklich. Sehr gerne. Selbstverständlich. Könnte doch jedem einmal passieren …</p>
<p>Es war Samstag und Thijs und Femke mussten weg. Es war ihnen wirklich unangenehm, dass sie uns ihr Haus nicht überlassen konnten, bis wir am Dienstag mit Thijs´ Freund nach Hannover fahren würden. Sie wollten selbst einige Tage verreisen und … wir mögen bitte Verständnis haben! Hatten wir – und zusätzlich das Problem, dass ich schon Montag in Hannover sein musste. Warum auch immer, ich kann es nicht mehr genau sagen. War jedenfalls wichtig. Und Roger konnte auch nicht bei Thijs´ Freund übernachten – es gab gute Gründe dafür, die mir aber ebenfalls entfallen sind. Egal, Kassensturz. Roger musste bis Dienstagmorgen hier bleiben und ich zurück nach Hannover. Mit knapp sechzig DM schwierig, aber nicht unmöglich. Ich gab Roger mein Geld, er verabredete sich mit Thijs´ Freund für Dienstagmorgen und dann fuhren Thijs und Femke Roger zu einer kleinen Pension und mich zum Bahnhof nach Hengelo. Ich habe sie nie wieder gesehen – aber auch nicht vergessen.</p>
<h2>Himmlische Mäuschen</h2>
<p>Mein Plan war, mich einfach in einen Zug zu setzen und ohne Fahrkarte über Osnabrück nach Hannover zu fahren. Würde schon klappen, es haben ja schon ganz andere Dinge funktioniert und nur, wer sich einen Kopp macht, denkt ans Scheitern. Ich nicht. Also rein in den recht vollen Zug und dann erspähte ich ein Abteil, welches wohl das Vorzimmer zum Paradies gewesen sein musste. Dort saßen fünf bezaubernde Mädchen, etwas älter als ich, aber ich sah ja auch älter aus … wie auch immer, hinein ins Vergnügen, sprich Abteil. Und dann begann ein weiteres Abenteuer auf dieser Reise …</p>
<p>Meine Kenntnisse der niederländischen Sprache waren so bescheiden wie mein Reisebudget und doch erkannte ich beim Betreten des Paradieses sofort, dass es Niederländerinnen waren, die dort in ihren leichten und sehr kurzen Kleidchen saßen und … schnatterten. Also kramte ich den einzigen Satz heraus, der mir auf Niederländisch geläufig war und den ich hier so wiedergebe, wie ich ihn damals wohl formuliert habe: „Chuten Tach, Moisches“, und ich meinte, damit den Mädchen einen „guten Tag“ gewünscht zu haben. Das Geschnatter verstummte sofort und zehn Augenpaare nagelten mich auf der Stelle fest, wo ich stand. Dann lachten fünf Münder aus vollem Herzen und ich wollte im Boden versinken. Von wegen Paradies: In diesem Moment wurde ich in der Hölle geschmort. Die Farbe meines Gesichts wechselte wohl permanent zwischen rotem und weißem Genever, doch die Mädchen luden mich lachend ein, „einen Platz zu nehmen.“ Was ich tat und dabei kräftig durchatmete. Sie waren jung, ich war jünger und Peinlichkeiten spielten nicht mal eine Nebenrolle. Ich wurde rasch aufgeklärt, dass ich sie als „Mäus-chen“ begrüßt hätte und darüber amüsierten sie sich immer noch königlich. Es stellte sich fix heraus, dass die fünf Grazien Teil einer Handballmannschaft waren und zu einem Turnier fuhren. Das Paradies erstreckte sich also gleich über mehrere Abteile. Dass ich damals auch Handball spielte, war ein glücklicher Umstand und so war der Einstieg in eine lebhafte Unterhaltung noch leichter. In deren Verlauf berichtete ich, was passiert war und wir hatten mächtig Spaß. So ist das eben im Paradies. Aber wie immer, wenn etwas großartig ist, kommt ein Typ mit Pferdefuß und spricht so etwas wie: „Die Fahrkarten bitte …“</p>
<p>Hatte ich nicht. „Kein Thema“, grunzte der Pferdefuß, ich könne ja eine bei ihm erwerben. Ich hub an zu erklären, warum sich dies schwierig gestalten könnte – doch der Pferdefuß war ein deutscher Beamter und mit dem entsprechenden Humor ausgestattet. Ausweis, Anzeige, raus – so lässt sich sein Verständnis ungefähr zusammenfassen. Aber da hatte er die Rechnung ohne meine „Moisches“ gemacht. „So nicht, Herr Kontrolleur – sie warten einen Moment: hier!“</p>
<p>Und dann schwärmten sie aus …</p>
<p>Sie bezahlten meine Fahrkarte mit jeder Menge Kleingeld – sie hatten es in ihrem Team für mich gesammelt. Der Pferdefuß grunzte, aber Geld war Geld und vierzig D-Mark (ich glaube, so viel war zusammengekommen und das reichte) waren vierzig D-Mark. Und ich hatte nun sogar ein Ticket; bis Hannover. Als sie ausstiegen, küssten mich vier Münder auf die Wange, einer auf die Lippen und zehn bezaubernde Elfen umarmten mich. Wenn es überhaupt einen guten Ort zum Sterben gibt, dann ist es ein Abteil mit fünf niederländischen Mädchen in kurzen Kleidchen; die zudem für einen fremden deutschen Jungen Geld sammelten und ihn zum Abschied mit ihren Küssen in einen Zustand versetzten, der nicht steigerungsfähig war. Punkt.</p>
<p>Ich erreichte Hannover &#8211; Roger erreichte Hannover drei Tage später. Thijs´ Freund fuhr ihn samt Motorradschrott bis vor seine Haustür. Muss ich noch erklären, warum ich seitdem die NiederländerInnen liebe, egal, wie oft sie im Fußball auch gegen uns verlieren mögen? (Ein Scherz, Thijs, nur ein Scherz!) Bedarf es weiterer Erklärungen, warum die gleiche Geschichte in Deutschland ganz anders abgelaufen wäre? Ein typischer Deutscher ist auch nach dem dritten Saunagang auf seiner Liege im Spa nicht halb so entspannt, wie Femke und Thijs uns begegneten. Was für Thijs´ Freund eine Selbstverständlichkeit war, ist für die meisten Menschen hierzulande eine Dienstleistung, die in „was auch immer“ aufzurechnen ist. Und die niederländischen Mädchen besitzen eine natürliche Liebenswürdigkeit, die sich deutsche Mädchen nie leisten <del datetime="2011-11-18T16:42:51+00:00">dürften</del> würden. Natürlich gibt es auch in Deutschland solche Menschen und sicher auch Mädchen, die einen so schweben lassen. Und in den Niederlanden auch Menschen, die ganz anders reagieren würden. Doch der Unterschied liegt eben im „auch!“</p>
<blockquote class="note"><p>*Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich an die Namen unserer niederländischen Gastgeber nicht mehr erinnern konnte. Aber ich wusste sofort wieder, dass das Höschen unter dem Kleidchen des Mundes, der mich auf die Lippen küsste, rosa war. Typisches männliches Erinnerungsvermögen, leider ;-) Aber da ich diese tollen Menschen nicht namenlos lassen wollte, gab ich ihnen „echte“ niederländische Vornamen. Was ihr mir hoffentlich nachseht …</p></blockquote>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/gastbeitrag-reise/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>38</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pommes mit Joppiesauce</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/pommes-mit-joppiesauce</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/pommes-mit-joppiesauce#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 14:31:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essbares und Rezepte]]></category>
		<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[frituur]]></category>
		<category><![CDATA[Pommes]]></category>
		<category><![CDATA[typisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=3725</guid>
		<description><![CDATA[Während in Deutschland <a href="http://www.marions-kochbuch.de/rezept/2532.htm" title="Pommes rot weiß">Pommes rot-weiß</a> das höchste der Gefühle ist, beschränkt man sich in den Niederlanden nicht auf Mayo und Ketchup. Meine bevorzugte Kombi ist seit Jahrzehnten <a href="http://www.buurtaal.de/blog/friet-speciaal-und-patat-sate-niederlaendische-pommes" title="Niederländische Pommes mit Erdnuss-Sauce">friet saté</a>: Pommes mit heißer Erdnusssauce. Bei meinem letzten Besuch dort habe ich jedoch [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Die Niederländer lieben Pommes. Sie haben dabei die Wahl aus einem vielfältigen Angebot an kalten und warmen Saucen.</em></p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/pommes-joppiesauce-kroket.jpg" alt="Niederländische Pommes mit Joppie-Sauce" /> </p>
<blockquote><p><em>Patatje joppiesaus</em>, dahinter eine Rindfleischkrokette</p></blockquote>
<p>Während in Deutschland <a href="http://www.marions-kochbuch.de/rezept/2532.htm" title="Pommes rot weiß">Pommes rot-weiß</a> das höchste der Gefühle ist, beschränkt man sich in den Niederlanden nicht auf Mayo und Ketchup. Meine bevorzugte Kombi ist seit Jahrzehnten <a href="http://www.buurtaal.de/blog/friet-speciaal-und-patat-sate-niederlaendische-pommes" title="Niederländische Pommes mit Erdnuss-Sauce">friet saté</a>: Pommes mit heißer Erdnusssauce.</p>
<div class="imgleft">
<img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/pommes-saucen.jpg" alt="Niederländische Pommesbuden bieten eine große Auswahl an Saucen" /></p>
<blockquote><p>Jede Menge Pommessaucen</p></blockquote>
</div>
<p>Bei meinem letzten Besuch in den Niederlanden habe ich mich jedoch mal abseits der vertrauten Wege gewagt. Diesmal habe ich nämlich <em><strong>friet <a href="http://www.joppiesaus.nl/" title="Joppiesaus">joppiesaus</a></strong></em> gekostet. Diese Variante ist relativ neu – zumindest gab es sie noch nicht, als ich Ende der Neunzigerjahre nach Deutschland zog. </p>
<h2>Geheime Rezeptur</h2>
<p><em>Joppiesaus</em> wird kalt zu den Pommes serviert, sie ist hellgelb und hat einen süßsauren Zwiebel- und Currygeschmack. Die genaue Zusammensetzung der Original-Joppiesauce wird vom Hersteller als Geheimis gehütet. Wer die Suchmaschinen im Internet nach einem <a href="http://www.ah.nl/kookschrift/recept?id=218956" title="Rezept für niederländische Joppiesauce">Rezept</a> bemüht, findet jedoch schnell die wichtigsten Zutaten. Mit Mayonnaise, Currysauce, Currypulver, einer sehr fein gehackten Zwiebel und etwas Senf nähert man sich dem Original schon ziemlich weit an. Möchte man auf Fertigmayonnaise verzichten, klingt dieses (in deutsch verfasste) <a href="http://rezeptwelt.de/rezepte/joppie-sauce-aus-den-niederlanden/26897" title="Deutsches Rezept für niederländische Joppiesauce ">Rezept für joppiesaus</a> vielversprechend. </p>
<p>Kennt Ihr Joppiesauce? Mögt Ihr sie? Oder kommt bei Euch etwas ganz anderes auf die Pommes?</p>
<h2>Verlosung</h2>
<p>Noch bis 15. November könnt Ihr an der Verlosung eines niederländischen Überraschungspakets teilnehmen. Hinterlasst dazu einfach Eure Ideen für ein neues Thema als Kommentar unter dem Post <a href="http://www.buurtaal.de/blog/buurtaal-ruecblick-zwei-jahre" title="buurtaal geht ins dritte Jahr">buurtaal geht ins dritte Jahr</a>. Ich freue mich auf Eure Vorschläge!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/pommes-mit-joppiesauce/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>42</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sjoelen: Spielspaß aus den Niederlanden</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/sjoelen</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/sjoelen#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 14:49:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[niederländisch]]></category>
		<category><![CDATA[Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[typisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=3210</guid>
		<description><![CDATA[Sjoelen ist ein typisch niederländisches Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspiel, bei der sich die Aktion auf dem sjoelbak entfaltet: ein zwei Meter langer, vierzig Zentimeter breiter Kasten aus Holz. Am einen Ende hat er vier schmale, nummerierte Fächer, in die man von der anderen Seite aus flache, kreisförmige Holzsteine werfen muss. Unter dem Namen Jakkolo genießt es auch in Deutschland eine gewisse Bekanntheit. [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em><strong>Sjoelen</strong> ist ein typisch niederländisches Spiel, das unter dem Namen Jakkolo auch in Deutschland eine gewisse Bekanntheit genießt.</em></p>
<p>Ob es noch so ist, weiß ich nicht, aber in meiner Jugend stand in fast jedem niederländischen Haushalt ein <em>sjoelbak</em>. Viele Stunden habe ich mit Freunden und Freundinnen um dieses große Holzbrett verbracht. </p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/sjoelen.jpg" alt="sjoelen" /></p>
<h2>Die Spielregeln</h2>
<p><em>Sjoelen</em> (<a href="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/audio/sjoelen.mp3">So klingt es</a>) ist ein Gesellschafts- und Geschicklichkeitsspiel, bei dem sich die Aktion auf dem <em>sjoelbak</em> entfaltet: ein zwei Meter langer, vierzig Zentimeter breiter Kasten aus Holz. Am einen Ende hat er vier schmale, nummerierte Fächer, in die man von der anderen Seite aus flache, kreisförmige Holzsteine schieben muss. Fach Nummer eins und zwei befinden sind an den Rändern, drei und vier sind innen angeordnet.</p>
<p>Von den <a href="http://www.allesoversjoelen.nl/sjoelbakstenen.html" title="sjoelstenen">Spielscheiben</a> gibt es dreißig Stück. Jeder Spieler hat drei Durchgänge direkt nacheinander, in denen die hohe Kunst darin besteht, in jedes Fach möglichst die gleiche Anzahl an Steinen zu schieben, denn das bringt die höchste <a href="http://www.jakkolo.org/rules_german.htm" title="Die Spielregeln auf Deutsch">Punktzahl</a>. Im zweiten und dritten Durchgang werden die Spielscheiben noch einmal verwendet, die nicht in den Fächern gelandet sind. Nach den drei Durchgängen wird gezählt: pro erzieltem Satz (jeweils ein Stein in allen vier Fächern) erhält man zwanzig Punkte. Die restlichen Steine addiert man hinzu. Diese haben jeweils den Wert des Fachs, in dem sie gelandet sind. Die Punktzahl wird notiert, dann ist der nächste Spieler dran.</p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/sjoelen-closeup.jpg" alt="sjoelen" /></p>
<h2>Gesellige Abende</h2>
<p>Mit <em>sjoelen</em> kann man in geselliger Runde locker einen Nachmittag oder Abend verbringen. Es ist nicht nur spannend, sondern auch <em> <a href="http://www.buurtaal.de/blog/leuk" title="Vielseitig einsetzbar: Das niederländische Wort leuk">erg leuk</a></em>. Am besten funktioniert eine Spielerzahl von zwei bis vier. Wer gerade nicht an der Reihe ist, hat genug Gelegenheit zum Plauschen und Anfeuern. Auch (nicht allzu kleinen) Kindern macht <em>sjoelen</em> viel Spaß.</p>
<p>Leider haben die niederländischen Erfinder des <em>sjoelbaks</em> nicht die Bausubstanz der durchschnittlichen deutschen Mietwohung bedacht. Das Geräusch von Holz auf Holz ist laut, sodass man den Nachbarn zuliebe nicht bis tief in die Nacht die Steine schwingen sollte.</p>
<h2>Wettkämpfe</h2>
<p><em>Sjoelen</em> ist nicht einfach, es erfordert eine gute Portion Geschick. Um beständig hohe Punktzahlen zu erreichen, braucht es viel Übung und Durchhaltevermögen.</p>
<p>In den Niederlanden wird seit jeher auch im Wettkampfverband <em>gesjoelt</em>. Viele <em>sjoelclubs</em> sind dem <a href="http://www.sjoelsport.nl/">Algemene Nederlandse Sjoelbond</a>, dem Landesverband, angeschlossen. Auch in Deutschland gibt es seit einiger Zeit Vereine, einen <a href="http://www.jakkolo.org/history.htm" title="Deutscher Jakkolo-Bund">Bundesverband</a> und Meisterschaften.</p>
<h2>Nostalgie</h2>
<p>Als Kind habe ich viel <em><a href="http://www.buurtaal.de/blog/tennissen-internetten-wiien">gesjoelt</a></em>. Vor ein paar Jahren habe ich mir bei einem Niederlande-Besuch spontan <em>een sjoelbak</em> angeschafft. Der Transport des eher sperrigen Teils war gar nicht so einfach, aber es hat sich gelohnt: Bei niederländischen und deutschen Freunden stößt das Spiel auf Begeisterung.</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/9621929ee10d499492ea70687734dd1b" width="1" height="1" alt="" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/sjoelen/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>27</slash:comments>
<enclosure url="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/audio/sjoelen.mp3" length="25156" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Warmduscher und Schattenparker</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/warmduscher-schattenparker</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/warmduscher-schattenparker#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 15:20:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Redewendungen und Vokabular]]></category>
		<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[bildhaft]]></category>
		<category><![CDATA[deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Substantiv]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=3116</guid>
		<description><![CDATA[Früher war es einfach. Da waren deutsche Männer entweder echte Kerle oder sie rangierten als Weicheier, Jammerlappen, Muttersöhnchen und Schlappschwänze am ganz unteren Ende der Männlichkeitsskala. Im einundzwanzigsten Jahrhundert haben sich zu diesen notorischen Schwächlingen jedoch noch jede Menge anderer Softies gesellt. Die bekanntesten unter ihnen [ ... ]
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Früher war es einfach. Da waren deutsche Männer entweder echte Kerle oder sie rangierten als <a href="http://www.weichei.de/frame_set.php">Weicheier</a>, Jammerlappen, Muttersöhnchen und Schlappschwänze am ganz unteren Ende der Männlichkeitsskala. </p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/bettsocken.jpg" alt="der Sockenschläfer" /></p>
<blockquote><p>Der Sockenschläfer</p></blockquote>
<p>Im einundzwanzigsten Jahrhundert haben sich zu diesen notorischen Schwächlingen jedoch noch jede Menge anderer Softies gesellt. Die bekanntesten unter ihnen dürften die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Warmduscher">Warmduscher</a> und die Schattenparker sein. Aber auch Damenradfahrer, Jeansbügler, Frauenversteher, Schwiegermutterrechtgeber, Chefwitzlacher und Socken-in-Sandalen-Träger laufen einem heutzutage regelmäßig über den Weg.</p>
<p>Bei kreativen Wortschöpfungen wie diesen wird ein an sich vernünftiges Verhalten (warm duschen, im Schatten parken) durch die Ironiemangel gedreht, sodass es plötzlich nur noch etwas für Hampelmänner zu sein scheint. Andererseits kann man damit auch hervorragend ein tatsächlich unerwünschtes, unbeliebtes oder gesellschaftlich geächtetes Verhalten auf die Schippe nehmen (über schlechte Witze des Chefs lachen, Socken in Sandalen tragen).</p>
<h2>Und die Damen?</h2>
<p>Bei vielen dieser zusammengesetzten Substantive lässt sich durch das Anhängen der Endung <em>-in</em> leicht ein weibliches Äquivalent bilden. Die <a href="http://www.duden.de/rechtschreibung/Warmduscherin">Warmduscherin</a> ist sogar im Duden verzeichnet. Typisch weibliche Bezeichungen sind ferner Spiegelschminkerin, Filmweinerin, Stiletto-Abknickerin, Girlleserin, Fruchtzwergin sowie Flügelbindenträgerin. Weitere sind so wenig damenhaft, dass ich sie hier lieber nicht erwähne.</p>
<h2>Starke Männer braucht das Land</h2>
<p>Die <a href="https://www.xing.com/net/sprache/gerhirnjogging-69429/warmduscher-schattenparker-aber-was-ist-mit-den-helden-6578194/">Gegenbewegung</a> konnte natürlich nicht ausbleiben. So sehen sich jetzt die Sitzpinkler, <a href="http://www.buurtaal.de/blog/zebrastreifen">Zebrastreifen</a>benutzer, Landungsklatscher, Anschnaller, Sofortspüler und Handbuchleser mit heldenmütigen Kampfhundstreichlern, Hooligananremplern, Geisterfahrerüberholern, Polizisten<a href="http://www.buurtaal.de/blog/duzen-und-siezen">duzern</a> und Eiswürfelzerbeißern konfrontiert.</p>
<p>Weicheier kennt man in den Niederlanden auch. Dort heißen sie <em><strong>zacht eitje, watje</strong></em> (Wattebausch), <strong><em>doetje, slapjanus, softie, slappeling </em></strong> oder <strong><em>lulletje rozenwater</em></strong>. Jammerlappen sind <em><strong>sukkels, sullen</strong></em> oder <strong><em>eikels</em></strong>. </p>
<p>Die deutschen <a href="http://www.harald-michel.de/warmduscher.html">Warmduscher-Kolonnen</a> haben den Sprung über die Sprachgrenze bislang nicht gewagt. Und das finde ich schade, denn in einer so bildhaften Sprache wie dem Niederländischen würden sich auch die vielen <em>warm-water-douchers, schaduw-parkeerders, rotondeknipperaars</em> (Kreisverkehrblinker), <em>duoplassers</em> (Zusammen-aufs-Klo-Geherinnen) und <em>slappehandjesgevers</em> (Schlaffhandhinhalter) pudelwohl fühlen.</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/c1e27b8dbf2341108d0b4ba8bf41fc1d" width="1" height="1" alt="" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/warmduscher-schattenparker/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>44</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Prinsjesdag</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/prinsjesdag-niederlande</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/prinsjesdag-niederlande#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 13:33:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Den Haag]]></category>
		<category><![CDATA[Königin]]></category>
		<category><![CDATA[Monarchie]]></category>
		<category><![CDATA[tradition]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=3040</guid>
		<description><![CDATA[Prunk und Prahl sieht man bei den bodenständigen Niederländern eher selten. Einmal im Jahr jedoch fährt die Königin in ihrer goldenen Kutsche umjubelt von tausenden Schaulustigen durch den Regierungssitz Den Haag. Dieser Tag ist Prinsjesdag. [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Mit Prunk und Prahl haben die bodenständigen Niederländer nicht viel am Hut. Einmal im Jahr jedoch fährt die Königin in ihrer goldenen Kutsche umjubelt von tausenden Schaulustigen durch den Regierungssitz Den Haag. Dieser Tag ist Prinsjesdag.</em></p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/prinsjesdag-goudenkoets.jpg" alt="die Goldene Kutsche der Königin" /></p>
<blockquote><p>Königin Beatrix fährt in der goldenen Kutsche durch die Straßen von Den Haag.</p></blockquote>
<p>Das Wort <a href="http://www.kb.nl/dossiers/prinsjesdag/prinsjesdag.html">Prinsjesdag</a> (&#8220;Prinzchentag&#8221;) hat Tradition. Ursprünglich waren damit die Geburtstage der <a href="http://www.buurtaal.de/blog/monarchie-niederlande"> Prinzen von Oranien</a> (und vor allem auch die damit verbundenen Volksfeste) gemeint. Heutzutage ist es der Tag, an dem in den Niederlanden das neue parlamentarische Jahr von der Königin <a href="http://archief.koninklijkhuis.nl/Actueel/Fotogalerij/Tentoonstelling_Koninklijk_Huisarchief/Prinsjesdag">traditionell</a> eröffnet wird.</p>
<p>Jedes Jahr am dritten Dienstag im September fährt am Palast <em>Noordeinde</em> in Den Haag <a href="http://nl.wikipedia.org/wiki/Gouden_Koets_%28Nederland%29">de Gouden Koets</a> vor. <a href="http://www.buurtaal.de/blog/koeniginnentag-groningen" title="Königinnentag in den Niederlanden">Koningin</a> Beatrix lässt sich damit feierlich zum <a href="http://www.rijksoverheid.nl/ministeries/az/organisatie/gebouwen/binnenhof">Binnenhof</a> befördern – ein wahres Spektakel, das viele Zuschauer anzieht. </p>
<p>Am <em>Binnenhof</em> – einem historischen Gebäudekomplex in der Residenz – spielt sich in den Niederlanden das politische Leben ab. Hier tagen Parlament und Ministerrat und der Minister-Präsident hat hier seine Arbeitsräume. An diesem besonderen Tag verliest die <a href="http://www.buurtaal.de/blog/monarchie-niederlande">Monarchin</a> als Auftakt zum neuen parlamentarischen Jahr in majestätischem Niederländisch die <a href="http://www.prinsjesdag2011.nl/troonrede">Troonrede</a>. </p>
<p>In der Thronrede blickt die Königin auf politische und gesellschaftliche Geschehnisse des vergangenen Jahres zurück. Zudem kündigt sie die Regierungsvorhaben für das kommende Jahr an. Geschrieben haben das Papier der Ministerpräsident und die Minister. Das Staatsoberhaupt darf selbst keine politische Meinung äußern.</p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/prinsjesdag.jpg" alt="Warten auf die Königin" /></p>
<blockquote><p>Vorm Binnenhof – Warten auf die Königin</p></blockquote>
<p>Später am Nachmittag geht es dann ans Eingemachte. Dann überreicht der niederländische Finanzminister dem Parlament <a href="http://www.rijksbegroting.nl">de rijksbegroting</a> – eine detaillierte Finanzplanung für das kommende Jahr – und deren Kurzfassung, <a href="http://www.prinsjesdag2011.nl/miljoenennota/">de Miljoenennota</a>. Die Königin hat sich bis dahin wieder verabschiedet. Vom Balkon ihres Palasts winkt sie den Bürgern noch einmal zu.</p>
<p><object width="510" height="350"><param name="movie" value="http://s.nos.nl/swf/embed/nos_video_embed.swf?tcmid=tcm-5-567060"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><param name="allowfullscreen" value="true"></param><embed src="http://s.nos.nl/swf/embed/nos_video_embed.swf?tcmid=tcm-5-567060" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="352" height="198" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always"></embed></object></p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/562bb68ac09e46c692ae2157e897971e" width="1" height="1" alt="" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/prinsjesdag-niederlande/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zusammen oder getrennt?</title>
		<link>http://www.buurtaal.de/blog/zusammen-oder-getrennt</link>
		<comments>http://www.buurtaal.de/blog/zusammen-oder-getrennt#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 18:07:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>alex</dc:creator>
				<category><![CDATA[Typisch niederländisch / typisch deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[bezahlen]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Kneipe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rechnung]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurant]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.buurtaal.de/blog/?p=2868</guid>
		<description><![CDATA["Geht das zusammen oder getrennt?" Mit dieser Frage der Bedienung endet in Deutschland fast jeder Restaurant- oder Kneipenbesuch. Deutsches Bedienungspersonal muss fit im Rechnen sein, denn meistens verlangen die Gäste am Tisch eine Aufschlüsselung des Verzehrten pro Person. Und jeder bezahlt für sich.

Dieses Vorgehen ist in den Niederlanden unüblich. [ ... ]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, geht es in diesem Beitrag nicht um die Zusammenschreibung von Verben und Substantiven, sondern um ein viel brisanteres Thema: Wer bezahlt die Rechnung?</em></p>
<p><img src="http://www.buurtaal.de/blog/wp-content/themes/thesis/custom/images/kneipe.jpg" alt="Kneipengespräch" /></p>
<p>&#8220;Geht das zusammen oder getrennt?&#8221; Mit dieser Frage der Bedienung endet in Deutschland fast jeder Restaurant- oder Kneipenbesuch. Deutsches Bedienungspersonal muss fit im Rechnen sein, denn meistens verlangen die Gäste am Tisch eine Aufschlüsselung des Verzehrten pro Person. Und jeder bezahlt für sich.</p>
<p>Dieses Vorgehen ist in den Niederlanden unüblich. Dort wird beim Essen mit Freunden meist die Rechnungssumme durch die Zahl der Beteiligten geteilt. Jeder legt den gleichen Betrag auf den Tisch. In Gruppen, die sich regelmäßig treffen, bezahlt auch mal eine Person den ganzen Schmaus. Beim nächsten Mal macht es dann jemand anders. So halten sich die Ausgaben die Waage und man erspart sich Szenarien/Diskussionen wie diese(s):</p>
<p><em>&#8220;Lass uns mal schauen &#8230; Du hattest doch das Grand Dessert &#8230;&#8221;<br />
&#8220;Stimmt. Aber <strong>Du</strong> hattest eine Vorspeise und die Mega-Fischplatte&#8221;<br />
&#8220;Wer hatte eigentlich das dritte Glas Merlot?&#8221;<br />
&#8220;Ich habe nur Wasser getrunken.&#8221;</em></p>
<h2>Going Dutch</h2>
<p>Für die getrennte Rechnung gibt es im englischen Sprachraum den Ausdruck &#8220;Going Dutch&#8221;, der bereits vor Jahrhunderten den <a href="http://doubledutch2me.blogspot.com/2008/12/going-dutch.html">sprichwörtlichen Geiz </a> der Niederländer unterstreichen sollte. Interessanterweise sind es heutzutage die Deutschen &#8211; und nicht die Niederländer &#8211; die diese Art zu zahlen praktizieren. &#8220;Going Dutch&#8221; müsste also eher &#8220;Going German&#8221; heißen. </p>
<p>An Trinkgeld dürfte unterm Strich bei der getrennten Zahlung mehr rauskommen. So lohnt sich die Rechnerei für die Bedienung wenigstens.</p>
<h2>Die Gretchenfrage?</h2>
<p>Wird in Deutschland die obligatorische Frage gestellt und die Tafelgenossen haben sich vorher nicht abgesprochen, kann es auch mal peinlich werden. Das passiert, wenn ein spontan geäußertes &#8220;zusammen&#8221; mit einem ebenso flott hervorgebrachten &#8220;getrennt&#8221; zusammenprallt. Was nun? Oder was ist, wenn keiner so richtig <a href="http://stancerblog.blog.de/2011/05/04/zusammen-getrennt-11102585/">die Initiative</a> ergreifen mag?</p>
<p>Wie handhabt Ihr das? Zahlt Ihr &#8220;auf Deutsch&#8221;, teilt Ihr die Rechnung oder übernehmt Ihr sie womöglich ganz? Ich freue mich auf Eure Kommentare!</p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/7c73e86e00b14784973f984e1aaf0572" width="1" height="1" alt="" /></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.buurtaal.de/blog/zusammen-oder-getrennt/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>76</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

